www.stone-ideas.com

Steinmetzschule Wunsiedel: „die Lücke schließen zwischen handwerklicher Ausbildung und Studium an einer Kunsthochschule“

Spatenstich für die neue Werkhalle: (von links) Veronika Sirch (Baufirma Roth), Erwin Hornauer (Leiter EFBZ), Dr. Karl Döhler (Landrat), Manfred Söllner (Stadt Wunsiedel), Thomas Koller (HWK für Oberfranken), Peter Kuchenreuther (Architekt),  Heinrich Rhein (Ideengeber Komzet), Marion Schlichtiger (Landschaftsarchitektin), Johann und Johanne Arzberger (Verbandsrätin), Kai Hammerschmidt (Verbandsrat).

Bauliche und inhaltliche Erweiterungen sind von der Steinmetzschule Wunsiedel zu vermelden: dort wurde dieser Tage der Spatenstich für eine neue Werkhalle vollzogen, zudem wird es einen neuen Ausbildungszweig Kunsthandwerk und Design geben. Es entstehe ein „Kompetenzzentrum für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk“, heißt es in einer Pressemitteilung des Zentrums.

Weitere Neuerungen sind: Das Deutsche Natursteinarchiv soll um einen Steinverlag und um eine Darstellung der Gesteinsentstehung erweitert werden. Zu den Außenanlagen kommt ein Lagerplatz für Natursteine hinzu. Alle Gebäude werden durch einen Skulpturenweg verbunden, der öffentlich zugänglich sein wird.

Gut 5 Millionen € sind für die Bauvorhaben veranschlagt. In der neuen Werkhalle mit 42,50 m Länge, 17,5 m Breite und einer Grundfläche von 1241 m² werden laut Pressemitteilung Schulungs- und Nebenräume und ein gesonderter Maschinenraum für „modernste Steinbearbeitung mit CNC Bearbeitungs- und Sägezentrum“ untergebracht.

Die Finanzierung erfolgt zu 90 Prozent aus Fördermitteln des Bundes und des Freistaates Bayern. Der Rest sind Eigenmittel.

Die Neuerungen werden passend zum 25. Jubiläum des Steinzentrums in Angriff genommen. Blicken wir zurück: 1990 wurde aus der vorherigen Steinhauerschule für Granitbildhauer durch die Erweiterung um ein Schulgebäude und um das Deutsche Natursteinarchiv das heutige Europäische Fortbildungszentrum für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk (EFBZ). Seine Schwerpunkte lagen auf der überbetrieblichen Ausbildung, der handwerklichen Denkmalpflege, der Gesteinskunde sowie der Dienstleistung für Betriebe, Sachverständige, Institute und Hochschulen.

Nun kommt ein neuer Bereich mit Kunsthandwerk, Design und Natursteinmechanik hinzu. In den neuen Räumen wird künftig dreidimensionales Formen, Zeichnen, Malen, Modellieren und Bildhauerei unterrichtet. Weitere Lernthemen sind Übertragungstechniken, 3-D Scannen und Drucken sowie CNC-Steuerung von Steinbearbeitungsmaschinen.

Führung für die geladenen Gäste. Mitte, mit Sonnenbrille: EFBZ-Leiter Erwin Hornauer.

„Das Steinzentrum … will damit die Lücke schließen zwischen handwerklicher Ausbildung und dem Studium an einer Kunsthochschule“, schreibt Schulleiter Erwin Hornauer und betont, dass die Neuerung gleichzeitig an die ehemalige Bildhauerschule als Ursprung des Fortbildungszentrums anknüpft.

Zur Verstärkung des Kompetenzteams konnten bereits eine Geologin mit zusätzlicher Steinmetzausbildung und eine Dipl. Restauratorin vorerst befristet für den Zeitraum des Förderprojekts eingestellt werden.

Europäisches Fortbildungszentrum für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk“ (EFBZ)

Fotos: EFBZ

(30.08.2015)

Schweres Baugerät vor der Steinmetzschule.