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Grundsteinlegung des Merseburger Doms vor 1000 Jahren

Merseburger Dom, Westfassade. Foto: Hoger / Wikimedia Commons

Eine Ausstellung erinnert noch bis zum 09. November 2015 an die Geschichte und Bedeutung des Gotteshauses aus Sandstein

Unvorstellbare 1000 Jahre ist es her, dass in Merseburg der Grundstein für den heutigen Dom gelegt wurde. Eine Ausstellung erinnert noch bis zum 09. November an die Geburtsstunde jenes Gotteshauses, das sich von der steinernen Ausstattung jedoch nicht mit anderen Kathedralen messen kann. Als „ziemlich nüchterne Steinkiste“ wird es in einem Beitrag von Deutschlandradio Kultur bezeichnet. Dafür aber arbeitet der Autor heraus, dass in Merseburg und seinem Kaiserdom viel Geschichte geschrieben wurde.

Merseburger Dom, aus: „Das Königreich Preussen in malerischen Original-Ansichten“, Poppel, Johann Gabriel Friedrich (1852).

Das Gebäude ist dennoch eines der herausragenden Baudenkmäler an der Straße der Romanik. Den Grundstein legte Bischof Thietmar von Merseburg am 18. Mai 1015. In der Chronik dazu wird ein Gelübde Ottos I. vor der Schlacht auf dem Lechfeld 955 erwähnt, nämlich in der Stadt ein Bistum zu errichten und die dortige Königspfalz auszubauen.

Nach nur 6 Jahren Bauzeit erfolgte am 1. Oktober 1021 die Weihe des Gotteshauses. Anwesend waren Kaiser Heinrich II. und Kaiserin Kunigunde. Beide wurden später übrigens heilig gesprochen.

Herauszuheben in Sachen Naturstein sind unter anderem die dicken Sandsteinpfeiler.

Taufstein im Merseburger Dom. Foto: Alexkoch / Wikimedia Commons

Berühmt ist das Taufbecken in der Vorhalle: es besteht aus einem Monolithen. Ursprünglich befand es sich in der Neumarktkirche in der Stadt. 1188 wird es erstmals erwähnt, 1831 kam es in den Dom.

Einen weiteren Taufstein aus Sandstein findet man vor der Fürstengruft.

Ein Engel hält das Wappen der Familie von Trotha. Foto: FrecheEnte / Wikimedia Commons

An der Nordseite zeigt ein Relief aus demselben Material das Wappen der Familie Trotha.

Die Supraporte. Foto: HvRandow / Wikimedia Commons

Die Supraporte mit einem erwachenden Mann auf einem Ruhebett ist eine Steinmetzarbeit ebenfalls aus der Zeit um 1515.

Kanzel im Merseburger Dom. Foto: GFreihalter / Wikimedia Commons

Eine aufwändige Arbeit ist auch die Kanzel von 1517.

Die Ausstellung gibt einen Einblick in die prachtvolle Gründungsausstattung einer Kathedrale und erzählt von der Entwicklung Merseburgs zu einer der bedeutendsten Kaiserpfalzen Mitteldeutschlands. Königsurkunden berichten von den Schenkungen Heinrichs II. und illustrieren die Herrschaft des Königtums mittels der Schrift in einem Reich, das keine Hauptstadt hatte.

Der historische Bogen spannt sich weiter zu den Auseinandersetzungen zwischen König Heinrich IV. und Rudolph von Rheinfelden bis hin zu den Saliern.

Berühmt ist die Stadt im heutigen Sachsen-Anhalt, gelegen ungefähr zwischen Halle und Leipzig, auch für die Mystik der „Merseburger Zaubersprüche“.

Merseburger Dom

Deutschlandradio Kultur

(13.10.2015)