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Studie: Urban Gardening bringt mehr Lebensqualität in die Städte

Milchtüten als Blumenkübel am Lichtmast - manche Pflanzideen in Städten sind wirklich innovativ. Foto: Peter Becker

Gemeinschaftsgärten der Bürger in den Städten bieten der Natursteinbranche viele Möglichkeiten, sich ins Gespräch zu bringen

Gemeinschaftsgärten steigern die Lebensqualität in den Stadtquartieren. Das zeigt eine Forschungsarbeit, die im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) entstanden ist. Die Wissenschaftler haben Urban-Gardening-Projekte in Berlin, Potsdam, Leipzig, Hannover, Essen, Marburg und München untersucht.

Wie der Gartenbereich generell, bietet das Urban Gardening der Natursteinbranche viele Möglichkeiten. Dazu gehören Trockenmauern genauso wie Trittsteine der Crazy Paving, wo Abfallstücke zusammen mit anderen Objekten zu einem „verrückten“ Pflaster gemacht werden. Wir haben Anregungen in unserer Rubrik „Naturstein in Zeiten des (Klima)Wandels“ gesammelt.

„Das gemeinsame Säen, Pflanzen und Ernten in den Gärten regt dazu an, sich kennenzulernen, voneinander zu lernen und dabei auch füreinander zu sorgen. Die Projekte sind wichtig für die Integration, weil dort Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft zusammenkommen“, sagt BBSR-Direktor Harald Herrmann. „Vor allem Kindern und Jugendlichen bieten Gemeinschaftsgärten Raum zum naturnahen Lernen. Immer mehr Menschen sind bereit, sich auf diese Weise für das Miteinander im Stadtteil zu engagieren.“

Die Projekte entstehen wird der Studie zufolge auf Brachflächen, in Baulücken, Innenhöfen oder auch am Rande großer Wohnsiedlungen und sind zunächst als zeitweilige Nutzungen konzipiert. Es braucht dabei einige Jahre, bis sich die Gärten als Begegnungsorte für den gesamten Stadtteil etablieren.

Blumenkiste - am Anfang vieler Projekte steht die Improvisation. Foto: BBSR / Schlag

Der Anbau von Obst und Gemüse für den eigenen Bedarf steht im Vordergrund. „Die Experimentierfreude der Beteiligten ist gepaart mit begrenzten finanziellen Mitteln und dem Wunsch nach einer nachhaltigen Ressourcennutzung. Das lässt ganz neue urbane Orte entstehen, die nicht mehr viel gemein haben mit tradierten Bildern von Grün in der Stadt“, so Herrmann.

Kommunen können der Studie zufolge die Gründung der Gemeinschaftsgärten unterstützen, indem sie eine feste Anlaufstelle für Interessierte einrichten. Auch eine verstärkte fachübergreifende Kooperation in den städtischen Ämtern ist förderlich, um die verschiedenen Aspekte der Gemeinschaftsgärten wie Kommunikation, Integration, Bildung, Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz umfassend zu berücksichtigen.

Die Veröffentlichung kann als BBSR-Online-Publikation 12/2015 kostenlos heruntergeladen werden.

Naturstein in Zeiten des (Klima)Wandels

Das Nobelkaufhaus Galeries Lafayette hat seit einigen Jahren seine Fassade in der Berliner Friedrichstraße mit echten Pflanzen geschmückt. Foto: Peter Becker

(26.10.2015)