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Austauschprogramm für Steinmetz-Azubis mit der Universität im türkischen Torbali unweit von Izmir

Bewerbungen sind möglich für einen Austausch von deutschen Steinmetz-Auszubildenden und Studenten der Universität im türkischen Torbali im kommenden Jahr. Vom 28. August bis 03. September 2016 kommen die Gäste aus der Türkei zum Europäischen Fortbildungszentrum für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk (EFBZ) nach Wunsiedel, und vom 02.-08. Oktober 2016 machen die Deutschen den Gegenbesuch in der Türkei. Das Maximalalter beträgt 26 Jahre, Voraussetzung ist das Einverständnis des Ausbildungsbetriebes und der Berufsschule. Bei Minderjährigen ist die Unterschrift der Eltern notwendig. Unterstützt wird der Austausch vom Landkreis Wunsiedel und durch den Förderverein des Europäischen Fortbildungszentrums.

Das EFBZ schickte uns folgenden Bericht vom letzten Besuch in Torbali:

„Nachdem türkische Studenten und Professoren Ende August für eine Woche zum Wissensaustausch nach Wunsiedel gekommen waren, fand in der zweiten Oktoberwoche der Gegenbesuch in der Türkei statt: Eine Gruppe von Steinmetzlehrlingen und 2 Mitarbeiter des EFBZ reisten nach Izmir. Das Austauschprogramm besteht schon seit 2011 zwischen dem Europäischen Fortbildungszentrum und der Universität in Torbali und soll den Teilnehmern nicht nur handwerkliche, sondern auch kulturelle Einsichten des jeweilig anderen Landes bieten.

Als erstes besuchten die Deutschen die Universität in Torbali, der Partnerstadt des Landkreises Wunsiedel. Die Dokus Eyül Universität ist eine staatliche Universität in Izmir mit ca. 40 000 Studenten. Eine von 10 Fakultäten befindet sich in Torbali. Diese nennt sich ,Torbali Meslek Yüksekokulu’ und befasst sich mit Gesteinstechnologie, Bildhauerei, Mosaiktechniken und Denkmalpflege.

Dort wurden die Gäste vom Rektor herzlich begrüßt und wurde ihnen ein erstes Glas türkischer Tee ausgeschenkt.

Nach einer Führung durch die Universität lernten die Wunsiedler Schüler bei Sprachkursen die dortigen Studenten und die türkische Sprache kennen. Am Nachmittag begann die Arbeit am Stein: Die Lehrlinge gestalteten ein Motiv und hauten dieses als Relief in den Stein. Nach Abschluss der Woche wurden die Steinplatten als Geschenk an die türkische Uni überreicht.

Schüler und Mitarbeiter des EFBZ sowie türkische Professoren und Studenten besuchen Metropolis.

Neben der handwerklichen Arbeit fanden zahlreiche interessante Ausflüge statt. Unter anderem konnten historische Stätten, wie Smyrna, Ephesos oder Metropolis besucht werden. Beim Anblick der antiken Handwerkskunst meinte ein Lehrling kleinlaut: ,Da müssen wir aber noch einiges lernen, bis wir so gut werden…’

Aber auch typisch türkische Einrichtungen wie ein Basar standen auf dem Programm. Ebenfalls sehr lehrreich waren die Besuche zweier Marmorwerke in der Nähe von Izmir.

Im Zusammenhang mit der Fortentwicklung des EFBZ zu einem Kompetenzzentrum wird auch die Partnerschaft mit der türkischen Universität noch weiter vertieft. Der Leiter des Fortbildungszentrums Erwin Hornauer sagt dazu: ,Wir versuchen gerade, eine türkisch-deutsche Zusammenarbeit zu ermöglichen. In diesem Projekt sollen Teile einer historischen Stätte von türkischen Studenten und deutschen Lehrlingen mit den alten und originalen Handwerkstechniken wieder aufgebaut werden.’ Außerdem erwartet das EFBZ für Januar eine türkische Studentin, die 6 Monate in Wunsiedel leben und sich in der Denkmalpflege weiterbilden wird.

Den Lehrlingen hat die Austauschwoche sehr gut gefallen und die Zeit verging viel zu schnell. Nachhaltig imponiert waren sie von der uneingeschränkten Gastfreundschaft der Türken. ,Da können wir Deutschen uns noch eine Scheibe abschneiden!“, meinte ein Teilnehmer.’“

Interessierte Auszubildende können sich beim Europäischen
Fortbildungszentrum für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk (EFBZ) melden. (Mail)

Fotos: EFBZ