www.stone-ideas.com

Im Bauhandwerk werden Aufträge immer öfter an Kleinunternehmen ohne Werkstatt vergeben

Die hagebau-Studie konstatiert einen Trend hin zu Handwerksdienstleistern ohne eigene Werkstatt.

Neue Trends sind „Do it for me“ und „mobile Generalisten“, sagt eine Studie von hagebau

„Do it for me“ anstelle von Do-it-yourself sieht eine Studie als neuen Trend im Bauwesen. Gemeint ist damit die Auftragsvergabe an so genannte „mobile Generalisten“ anstatt an klassische Handwerker. Solche Unternehmer zeichnen sich dadurch aus, dass sie keine Werkstatt haben und insofern kostengünstig arbeiten können. Die Studie, vom hagebau Fachhandel in Auftrag gegeben und von der B+L Marktdaten GmbH durchgeführt, nennt als Gründe für den Trend die Änderung der Handwerksordnung 2004 und die EU-Osterweiterung.

Entsprechend sei die Zahl „mobiler Generalisten“im vergangenen Jahrzehnt stark gestiegen, so die Studie: Waren es im Jahr 2005 noch 70.000 Betriebe, so wurden im Jahr 2014 schon 120.000 derartiger Unternehmen gezählt – Tendenz weiter steigend. Ein maßgeblicher Faktor für diesen Anstieg war 2004 die Reform der Handwerksordnung, durch die die Zahl der meisterpflichtigen Handwerke von 94 auf 41 reduziert wurde. 53 Handwerke wurden zulassungsfrei.

Nach Ansicht von Hartmut Goldboom, Geschäftsführer hagebau Fachhandel, zeigen die Ergebnisse des hagebau reports 2015: „Werkstattlose Handwerker sind kein kurzfristiger Trend. Sie bedeuten einen nachhaltigen Wandel des traditionellen Handwerks.“ Dieser Prozess werde sich verstärkt fortsetzen, denn viele der „mobilen Generalisten“ betrachteten ihre selbstständige Arbeit als erste Stufe für den Aufbau eines traditionellen Handwerksunternehmens.

„Der ‚mobile Generalist‘ von heute ist der traditionelle Handwerker von morgen“, ergänzt Martin Langen, Geschäftsführer der B+L Marktdaten GmbH.

„Mobile Generalisten“ erwirtschafteten 2014 einen Jahresumsatz von 14,7 Milliarden Euro. Schätzungen gehen davon aus, dass sie im Jahr 2020 knapp 20 Milliarde Euro umsetzen werden. Bei privaten Endkunden seien deren Leistungen bei Renovierungen und Sanierungen stark nachgefragt – deutlich häufiger als traditionelle Handwerksbetriebe.

Die größten Zielgruppen bildeten dabei die 52- bis 60-Jährigen sowie die 28- bis 35-Jährigen. Deren Bereitschaft zum Do-it-yourself habe in den vergangenen Jahren sichtbar abgenommen. „Mobile Generalisten“ hätten auf diesen Trend reagiert und böten alles aus einer Hand. Außerdem setzten sie Nebenaufträge vergleichsweise unkompliziert um. Letzteres habe einen konkreten Grund: Die Kundenzufriedenheit sei für den „mobilen Generalisten“ die einzige Werbeform.

93 Prozent der befragten „mobilen Generalisten“ gaben an, dass die Mund-zu-Mund-Empfehlung für sie das wichtigste Werbeinstrument sei.

Die von der hagebau Handelsgesellschaft für Baustoffe mbH & Co. KG in Auftrag gegebene Strukturanalyse wurde von der B+L Marktdaten GmbH erstellt. Die Befragung auf Basis einer repräsentativen Stichprobe wurde von Dezember 2014 bis Februar 2015 telefonisch durchgeführt. Befragt wurden 177 „mobile Generalisten“ sowie 139 traditionelle Handwerker. Ziel der Befragung war es, Erkenntnisse über die betrieblichen Strukturen, das Leistungsspektrum sowie Tätigkeiten zu gewinnen. Außerdem standen Material- und Informationsbeschaffung, Einkaufsverhalten, Auftrags- und Entscheidungsstrukturen, sowie Bedürfnisse und Trends im Fokus.

Quelle: Hagebau Report 2015

(05.11.2015)