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Eine intakte Humusschicht kann viel Kohlendioxid aus der Luft holen

Der so genannte Stauwasserboden ist der Boden des Jahres 2015. Die Rasenschmiele ist eine häufige Grasart auf derartigen, sehr nassen Waldböden. Foto: Geologischer Dienst NRW

Wer dem Klimawandel Einhalt gebieten will, muss die weltweite Zerstörung der Böden stoppen / Boden des Jahres 2015

Wenn man dem Klimawandel Einhalt gebieten will, muss man die weltweite Zerstörung der Böden stoppen. Denn die oberste Erdschicht, sofern sie Humus hat, zieht viel vom Klimagas Kohlendioxid aus der Atmosphäre. Darauf verweist der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft aus Anlass der Weltklimakonferenz in Paris.

Derzeit jedoch gehen unter anderem durch Erosion oder die Ausbreitung der Wüsten weltweit viele auch für die Landwirtschaft wertvolle Flächen verloren. Genauso schädigen synthetische Dünger oder Pestizide die Humusschicht, da sie das komplexe Gleichgewicht der winzigen Lebewesen stören, so der Verband in einer Pressemitteilung, in der er sich für die so genannte regenerative Landwirtschaft ausspricht.

Wie sie funktioniert, hat Íñigo Alvarez de Toledo von Ideaa Regeneration Systems erforscht und erprobt. Humus entsteht, wenn organisches Material von Bodenorganismen abgebaut wird. „Je größer der Humusanteil im Boden, desto mehr Kohlenstoff kann im Boden festgesetzt und dort für Jahrtausende gespeichert werden“, so der spanische Landwirtschaftsberater.

Neben den Klimaleistungen, die Humusböden erbringen, gibt es weitere Ökosystem-Dienstleistungen gratis dazu: Mehr Humus bedeutet mehr Nährstoffe, eine bessere Wasseraufnahme- und eine hohe Wasserbindungsfähigkeit – Voraussetzungen für stabile Erträge sowie Schutz vor Trockenheit, Überschwemmungen und Erosion; alle drei Dinge sind wichtige Ursachen für Konflikte und Migrationen weltweit.

„Bio-Bauern weltweit setzen auf Humusaufbau und Bodenfruchtbarkeit. Ökolandbau ist regenerative Landwirtschaft“, sagt Markus Arbenz, Direktor des internationalen Bio-Dachverbandes IFOAM. Dass Humusgehalte durch ökologische Methoden schnell gesteigert werden können, beweisen Bauern rund um den Globus – ob auf einem Lössplateau im Nordosten Chinas, in trockenen Berggebieten im äthiopischen Tigray oder im deutschen Oberrheingraben.

Boden des Jahres 2015: Stauwasserboden

Dabei sind die verschiedenen Typen von Böden genauso vielfältig wie das Leben, das sich auf und in ihnen abspielt. Darauf weist seit Jahren das Kuratorium Boden des Jahres hin. In diesem Jahr stellt es den so genannten Stauwasserboden heraus.

Bundesverband Ökologische Lebensmittelwirtschaft

Boden des Jahres 2015 (1, 2)

(03.12.2015)