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Kö-Bogen Düsseldorf: Naturstein wie Blätter und Stängel in der Fassade

Kö-Bogen Düsseldorf: In manchen Linien auf der Fassade kann man Blätter erkennen. Foto: Andreas Schwarzkopf / Wikimedia Commons

Der Architekt Daniel Libeskind wollte den angrenzenden Park optisch an das Shopping Center heranholen

In manchen Linien auf der Fassade kann man Blätter erkennen, und der Architekt selbst hat gesagt, dass er mit seinem Gebäude eine Verbindung zwischen dem dem Hofgarten nebenan und der Flaniermeile „Kö“ (Königsallee) auf der anderen Seite herstellen wollte. Die Rede ist vom neuen Kö-Bogen in Düsseldorf und von seinem New Yorker Architekten Daniel Libeskind.

Das Ensemble liegt am Ende des Einkaufsboulevards „Kö“ und ersetzt eine aufgeständerte Straße, die den Jan-Wellem-Platz überspannte. Für den Architekten galt als eine der Aufgaben, das ehemals wenig attraktive Gelände aufzuwerten und die umliegenden Bereiche optisch einander näher zu bringen.

Für den Architekten galt als eine der Aufgaben, das ehemals wenig attraktive Gelände aufzuwerten. Libeskind hat das durch seine - wie üblich - ungewöhnliche Fassade erreicht. Foto: Kirscher Fotografie.

Libeskind hat das durch seine – wie üblich – ungewöhnliche Fassade erreicht. Ihre Vielfalt an Linien verbirgt nicht nur das stereotype Raster der Läden und Büros dahinter. Sie stellt auch deutlich erkennbare Bezüge zur unmittelbaren Umgebung her.

Nicht nur Blätter kann man in der Fassade sehen. Die senkrechten schmalen Platten aus Naturstein könnten auch als Schilfrohr gemeint sein. Und nicht zuletzt die „Cuts“: sollen sie vielleicht an den Gärtner erinnern, wenn der mit der Heckenschere einem Gebüsch zu Leibe rückt? Foto: Herzfeld.Gregor / Wikimedia Commons

Nicht nur Blätter kann man in der Fassade sehen. Die senkrechten schmalen Platten aus Naturstein könnten auch als Schilfrohr gemeint sein. Und nicht zuletzt die „Cuts“: sollen sie vielleicht an den Gärtner erinnern, wenn der mit der Heckenschere einem Gebüsch zu Leibe rückt?

Der Bezug zur Umgebung prägt auch die beiden anderen Seiten: sie tragen schwungvolle Linien, die die Front des nebenan gelegenen Schauspielhauses aufgreifen. Foto: (li) Murphy Facade Studio, (re) Kirscher FotografieDer Bezug zur Umgebung prägt auch die beiden anderen Seiten: sie tragen schwungvolle Linien, die die Front des nebenan gelegenen Schauspielhauses aufgreifen. Der Bezug zur Umgebung prägt auch die beiden anderen Seiten: sie tragen schwungvolle Linien, die die Front des nebenan gelegenen Schauspielhauses aufgreifen. Foto: Kirscher Fotografie.

Der Bezug zur Umgebung prägt auch die beiden anderen Seiten: sie tragen schwungvolle Linien, die die Front des nebenan gelegenen Schauspielhauses aufgreifen.

Für unsere Betrachtung ist natürlich der Naturstein von besonderem Interesse. Wir haben Neil Murphy von Murphy Facade Studio aus Irland dazu befragt. Er war Berater bei dem Projekt. Zu den besonderen Anforderungen, die die Fassadengestaltung stellte, sagte er: „Es gab etliche Herausforderungen, zum Beispiel lange Elemente aus Stein, solche mit runder Form oder dreidimensionale Teile, wo der Stein um die Ecke herumgeführt wird.“

Ganz zu schweigen von den Glasflächen, von denen einige 9,60 x 2,70 m messen.

Die Öffnungen im Stein zwecks Ventilation wurden speziell für diesen Zweck entwickelt und lassen sich per Motor öffnen beziehungsweise schließen. Öffnungen im Stein zwecks Ventilation. Sie wurden speziell für diesen Zweck entwickelt und lassen sich per Motor öffnen beziehungsweise schließen. Foto: Herzfeld.Gregor / Wikimedia Commons

Eine dieser Besonderheiten wollen wir besonders erwähnen, jene Öffnungen im Stein zwecks Ventilation. Sie wurden speziell für diesen Zweck entwickelt und lassen sich per Motor öffnen beziehungsweise schließen.

Ob mit Libeskinds „Cuts“ wirklich das Grün in das Ensemble geholt wird, mag man bezweifeln. Eher handelt es sich um eine spielerische Geste, die der Bauherr seinem Star-Architekten durchgehen ließ.

Immerhin sind Schrägen in die Einschnitte eingesetzt, in denen kleine Bäumchen wachsen. Zu erreichen sind die Pflanzen allerdings nur mit dem Autokran. Foto: Murphy Facade Studio

Immerhin sind Schrägen in die Einschnitte eingesetzt, in denen kleine Bäumchen wachsen. Zu erreichen sind die Pflanzen allerdings nur mit dem Autokran.

Eher sind es die begrünten Dachterrassen, die Grün in das Ensemble hereinholen.

Und auch die offene Gestaltung des Durchgangs mit dem Innenhof macht die Anlage luftig und freundlich wie einen Park. Foto: Andreas Schwarzkopf / Wikimedia Commons

Und auch die offene Gestaltung des Durchgangs mit dem Innenhof macht die Anlage luftig und freundlich wie einen Park.

Das Ensemble trägt das LEED-Zertifikat in Platin und hat zahlreiche architektonische Auszeichnungen bekommen.

Bei dem Naturstein handelt es sich um den Römischen Travertin Pantheon, den die italienische Firma Cimep lieferte. Die Arbeiten am Stein führte die deutsche Firma Hofmann Naturstein aus.

Eine Herausforderung stellten auch die Fugen dar. Dazu schreibt die Firma illbruck auf ihrer Webpage: „Alle Fugen im Vertikalbereich der Fassade wurden mit einem matten Dichtstoff versiegelt und im Anschluss besandet. Der Quarzsand im Farbton der Travertinplatten kaschiert die Silikonfuge und verleiht ihr eine ähnlich raue Optik, wie sie das Natursteinmaterial aufweist.“

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