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Polen: Grabsteine sind nach wie vor ein besonderer Markt

Naturstein-Preis der Zeitschrift Świat Kamienia: Diesmal ging diese Ehrung an ein Grab auf einem Friedhof in der Stadt Łódź, das die Juroren als moderne Variante der klassischen Begräbnisstätten für Familien auszeichneten.Der Naturstein-Preis der Zeitschrift Świat Kamienia stellt ein außergewöhnliches Beispiel heraus / Messe Stone in Poznań

In Polen geben viele Bürger nach wie vor viel Geld für die Gräber ihrer Angehörigen aus, anders als in den meisten anderen europäischen Ländern. Der Naturstein-Preis der Zeitschrift Świat Kamienia, der alljährlich auf der Messe Stone in Poznań (18.-21. November 2015) vergeben wird, hat folglich Grabsteine als eine seiner Kategorien.

Diesmal ging diese Ehrung an ein Grab auf einem Friedhof in der Stadt Łódź, das die Juroren als moderne Variante der klassischen Begräbnisstätten für Familien auszeichneten (siehe oben): Anstelle der ehemals üblichen kleinen Kapelle wurden mächtige Steinplatten aus schwedischem Granit senkrecht gestellt. Ebenfalls mächtig sind die Blöcke aus Bardiglio Marmor, die an Särge erinnern. Sie liegen auf einem antikisierten Belfast Black Gabbro. Das Design stammt von Pracownia Rzeźbiarska Andrzeja Weremczuka.

In der Kategorie Architektur ging der Special Prize an einen historischen Stadtplan in Łódź.

In der Kategorie Architektur ging der Special Prize an einen historischen Stadtplan in der Straße 5 Politechniki ebenfalls in Łódź. Verwendet wurden 5 cm dicke Platten des Granits Nero Zimbabwe mit Einlagen aus Edelstahl. Ausführende Firma war Labradoryt Zakład Obróbki Kamienia Ludosław Wenerski. Den Entwurf fertigte Agnieszka Staszczyszyn (Group-Arch).

Mit einem Hauptpreis wurde die Architektur für die Botschaft Saudi Arabiens in Warschau ausgezeichnet.Im Inneren des Gebäudes findet man den spanischen Kalkstein Crema Ole.

Mit einem Hauptpreis wurde die Architektur für die Botschaft Saudi Arabiens in Warschau und die Residenz des Botschafters ausgezeichnet. Das Foto zeigt den Sandstein Broniów an der Fassade. Im Inneren des Gebäudes findet man den spanischen Kalkstein Crema Ole. In der Residenz, von der wir kein Foto haben, sind die Balkone mit Onyx verkleidet. Ausführende Firma war Przedsiębiorstwo Budowlane i Usług Technicznych Granit nach einem Entwurf von XY Studio.

Ebenfalls mit einem Hauptpreis ausgezeichnet wurde die Fassade des Bürohauses Royal Wilanów in Warschau.

Ebenfalls mit einem Hauptpreis ausgezeichnet wurde die Fassade des Bürohauses Royal Wilanów in Warschau. Es kamen geriffelte und polierte Platten des polnischen Sandsteins Brenna zum Einsatz. Die Steinarbeiten führte die Firma Kamieniarz Tadeusz Modliński aus. Der Entwurf kam von Jems Architekci.

In der Kategorie Skulptur ging der Special Prize an die „Krone des Himalaya”.

In der Kategorie Skulptur ging der Special Prize an die „Krone des Himalaya” von Murkam Usługi Kamieniarsko-Budowlane Leon Czerwiński. Das Kunstwerk in der Stadt Władysławowo stellt 14 Gipfel des Gebirgsmassivs und des Karakorum dar. Es handelt sich um den schwedischen Quarz Wasa in Platten von 2,5 bis 5 m Höhe. Die Künstler waren Professor Sławoj Ostrowski sowie Marzena und Jacek Bruzdowicz.

Ein buddhistischer Stupa-Tempel in Bulgarien wurde mit einem der Hauptpreise ausgezeichnet.

Ein buddhistischer Stupa-Tempel in Bulgarien wurde mit einem der Hauptpreise in dieser Kategorie ausgezeichnet. Dort hat die polnische Firma Piramida 94 t Strzegom Granit verbaut.

Ebenfalls einen Hauptpreis bekam die Herkulesfigur „Herkules Gostyniński”.

Ebenfalls einen Hauptpreis bekam die Herkulesfigur „Herkules Gostyniński”, die in Osiny nahe Gostynin aufgestellt wurde. 10 t Granit stecken in ihr. Entworfen hat sie Tadeusz Biniewicz, der sie zusammen mit Marcin Majchrzak gefertigt hat.

Messe Stone in Poznań

Die Messe verzeichnete in diesem Jahr 136 Aussteller und knapp 5000 Besucher. Diese kamen vor allem aus dem östlichen Europa, etwa den baltischen Staaten, der Tschechischen Republik, der Ukraine, Russland und der Slowakei. Auch aus Deutschland und Italien und ebenso aus Indien, Brasilien, Kanada und den USA gab es zahlreiche Gäste.

Das Programm umfasste Vorträge und unter anderem den Wettbewerb der Zeitschrift Świat Kamienia und der Firma Abra im Arbeiten mit Sandstrahl. Erstmals gab es eine Gewinnerin, nämlich Danuta Flis von der Firma Awip.

Die Zeitschrift Nowy Kamieniarz hatte wieder Studenten von Design-Hochschulen eingeladen. Prototypen einzelner Arbeiten sollen auf der Messe Arena Design (8.-11. März 2016) in Poznań vorgestellt werden. Vorträge zum Thema hielten der Designer Jarosław Koska, der selber aus dem Wettbewerb hervorgegangen war, Peter Becker von Stone-Ideas.com und Buchautor Sławomir Mazurek.

Stone Poznań, 16.-19- November 2016

Świat Kamienia

Nowy Kamieniarz

Fotos: Świat Kamienia

(07.01.2016)