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Attraktive Gestaltung der Böblinger Fußgängerzone mit Licht und Naturstein

Neugestaltung der Böblinger Fußgängerzone. Foto: Besco

Die Landschaftsplaner von Bauchplan ).( verwendeten längliche Pflastersteine in 3 Farben und 3 Größen

Auf traditionelle Baustoffe haben die Architekten bei der Neugestaltung der Bahnhofstraße in Böblingen zurückgegriffen: auf Licht und auf Stein. Wobei beide „Stoffe“ nach modernen Maßgaben eingesetzt wurden: über der Fußgängerzone gibt es eine künstliche Beleuchtung mit deutlichen Akzenten, und auf dem Boden liegt ein Pflaster aus importierten Graniten mit prägnantem Farbenspiel.

Um es gleich zu sagen: es handelt sich nicht um aus Asien importierten Stein, sondern um Sorten aus Spanien und Portugal. Die Stuttgarter Zeitung betont in einem Bericht, dass über die Pflasterung „lange debattiert“ worden war und dass die Stadt sich am Ende gegen „billigere Hersteller aus Ländern mit Kinderarbeit und Lohndumping“ entschied.

Die Landschaftsplaner vom Büro Bauchplan ).( mit Sitz in Wien und München haben die gesamte Fläche von fast 2 Fußballfeldern Größe den Passanten zurückgegeben. Foto: Clemens Franke

Rund 400 m lang ist die Verbindung zwischen Bahnhof und der historischen Altstadt, die auf einem Hügel liegt und das Deutsche Bauernkriegsmuseum beherbergt. Ehemals war die Passage dem Autoverkehr geopfert: in ihrer Mitte verlief eine Fahrspur mit Parkplätzen; die Fußgänger waren an die Seiten der Straße gedrängt.

Die Landschaftsplaner vom Büro Bauchplan ).( mit Sitz in Wien und München haben die gesamte Fläche von fast 2 Fußballfeldern Größe den Passanten zurückgegeben und so einen Stadtraum geschaffen, der als solcher wieder erlebbar ist. Der Boden ist mit länglichen Pflastersteinen belegt: bei 16 cm Dicke und 20 cm Breite haben sie Längen von 36 cm, 45 cm und 60 cm. Zusammen mit Farbtönen, zwischen beige, gelblich und grau, ergibt sich ein aufgelockertes Muster.

Das Muster war von den Landschaftsplanern exakt vorgeben. Es trennt optisch die Zonen des Gehens von denen des Verweilens. Verlegepläne dienten auch dazu, dass der Stein vorsortiert auf die Baustelle kam und dort schnell verlegt werden konnte.

Zum Verweilen laden Bänke ein – betont wird von den Landschaftsplanern, dass man sich hier setzen kann „konsumfreien Pausieren“ hinsetzen kann. Daneben gibt es Fahrradständer, in denen die Räder auch vor Regen geschützt sind, ein „Freiraumsofa“ für Jugendliche oder drehbare Sitze, um nur einige der Stadtmöbel zu nennen.

An den Fontänen am Elbenplatz am Fuß der Altstadt zeigt sich sehr schön, wie Wasser die Farbigkeit der Steine verstärkt. Foto: Besco

An den Fontänen am Elbenplatz am Fuß der Altstadt zeigt sich sehr schön, wie Wasser die Farbigkeit der Steine verstärkt. Rund um die Sitzgelegenheiten überwiegen Pflasterplatten mit Grauton.

Zusätzlich zu dem erkennbar hochwertigen Bodenbelag gibt es in der Höhe eine Lichtgestaltung, die ebenfalls über das Übliche weit hinausgeht. Foto: Clemens Franke

Zusätzlich zu dem erkennbar hochwertigen Bodenbelag gibt es in der Höhe eine Lichtgestaltung, die ebenfalls über das Übliche weit hinausgeht. Sie beginnt am Bahnhof mit senkrechten Lichtstehlen und setzt sich mit Leuchtringen über die ganze Straße fort. Entwickelt hat sie das Büro Lumen3.

So ensteht nachts eine Perlenkette von Lichtpunkten in der Höhe mit hellen Inseln auf dem Boden. Foto: Clemens Franke

So ensteht nachts eine Perlenkette von Lichtpunkten in der Höhe mit hellen Inseln auf dem Boden. Erreicht wird dieser Effekt durch zwei Arten von Lampen innerhalb der Leuchtringe.

Auch bei Tageslicht sind diese Leuchtringe sichtbar, nämlich als Schatten auf dem Boden. Foto: Besco

Auch bei Tageslicht sind diese Leuchtringe sichtbar, nämlich als Schatten auf dem Boden.

Nicht nur das bindet das Ensemble der Bahnhofstraße von Anfang bis Ende zusammen. Der markante Straßenbelag trägt zu diesem Effekt bei. Foto: Clemens Franke

Nicht nur das bindet das Ensemble der Bahnhofstraße von Anfang bis Ende zusammen. Der markante Straßenbelag trägt zu diesem Effekt bei, zumal die Pflasterung sich einige Meter in die einmündenden Straßen hineinzieht. Insgesamt handelt es sich um rund 15.000 m² Granit, den das Berliner Steincontor Besco lieferte.

Ziel der Neugestaltung war auch, den Einzelhändlern in der Straße ein besseres Umfeld zu geben. Denn nur wenige Schritte entfernt hat sich ein Einkaufszentrum angesiedelt.

Zur Neueröffnung der Bahnhofstraße im Mai 2015 schienen die Geschäftsleute mit ihrem Standort zufriedener als zuvor zu sein. Die Stuttgarter Zeitung zitiert einen Inhaber: „Wir haben nun eine der attraktivsten Fußgängerzonen weit und breit.“

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 8,5 Millionen €.

Bauchplan ).( Das Icon gehört zum Namen und symbolisiert einen menschlichen Bauch.

Lumen3

Berliner Steincontor Besco

Böblingen

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(25.02.2016)