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Italiens Natursteinexporte 2015: trotz schwieriger Zeiten eine glänzende Vorstellung

Das Land konnte wieder einmal seine Ausfuhren und den erzielten Durchschnittswert steigern / Bei den Importen kauft man weniger Rohblöcke und mehr Unmaßplatten

Angesichts der schwierigen Zeiten könnten die Zahlen beinahe nicht besser sein: Italiens Steinbranche übersprang bei ihren Exporten an Naturstein (ohne Maschinen und Werkzeuge) erstmals seit der Einführung des Euro die Marke von 2 Milliarden €. In exakten Zahlen wurden 2,064 Milliarden € erreicht, wobei, auch wenn man den Anteil an Splitt und Sand herausrechnet, der Wert immer noch über der magischen Schwelle liegt.

Die Zahlen stammen von der Internazionale Marmi e Macchine (IMM) Carrara, die diese Statistik jährlich vorlegt.

Umgerechnet in US-Dollar wurde eine Exportsumme von 2,329 Milliarden erreicht. Damit ließen Italiens Firmen sowohl die aus Brasilien als auch die aus der Türkei von neuem weit hinter sich.

Und weiter: gegenüber dem Vorjahr wurde nach Wert ein Anstieg der Exporte um (+)6,3% erreicht, dies bei einem Rückgang nach Tonnage um (-)5%. In dieser Diskrepanz verbirgt sich ein Anstieg von (+)10% beim Durchschnittspreis, der beim Verkauf erzielt wurde.

Leistungsträger von Italiens Steinbranche waren die Endprodukte aus Marmor: sie allein machten die Hälfte der Exporte aus (Wert: 1,027 Milliarden €, 915.000 t).

Auch über den Export von Graniten zeigt die Tabelle Positives.

Anhaltend gut liefen die Exporte in die USA. Um das zu erreichen, habe man auch erhebliche Anstrengungen unternommen, die Fabio Felici, Präsidentder IMM Carrara umreißt: „Die enge Kooperation mit dem Marble Institute of America und unserer Außenhandelsorganisation ICE ließ uns unter Zuhilfenahme von Software die besten US-Einkäufer und Architekten finden, die wir zu einem B2B-Event auf unsere Messe holen konnten.“

Dazu müssen wir nun eine Bemerkung machen: Das Marble Institute (MIA) kooperiert inzwischen mit etlichen nationalen Organisationen, so zum Beispiel Brasiliens Abirochas oder dem spanischen Macael-Verband, der das MIA dafür sogar schon mit einem seiner Preise auszeichnete. Zur aktuellen Messe Coverings reiste gerade eine Delegation der China Stone Material Association an, um in Gesprächen mit dem MIA Knowhow über den US-Markt und über den Umgang mit der reichen Kundenschicht zu gewinnen.

Die Geschäfte mit Deutschland, ehemals der beste Kunde Italiens, waren gleichbleibend flau: geliefert wurden 214.000 t im Wert von 157 Millionen Euro.

Auch bei den Lieferungen in die Golfstaaten gab es einen Anstieg nach Wert (+7,2%) und einen Rückgang nach Tonnage (-6%). Bester Kunde waren hier die Arabischen Emirate [United Arab Emirates] mit einem Anstieg um (+)47% nach Wert und (+)36% nach Tonnage.

Die Tabelle zeigt die Verteilung der Exporte nach Italiens Regionen.

Was die Importe betrifft, fiel der Rückgang beim Rohmaterial und der Anstieg bei verarbeiteten Produkten auf. Dahinter könnte sich ein neuer Trend verbergen, den die IMM Carrara andeutet: „Diese verarbeiteten Produkte waren jedoch Waren mit einem geringem Mehrwert, die unsere Firmen mehr und mehr im Ausland zu kaufen scheinen.“

Will heißen: das Zersägen der Blöcke, bei dem viel Abfall entsteht, überlässt man nun anderen Ländern.

Auf der Messe in Xiamen war zu hören, dass auch China sich den Abfall nicht mehr ins Land holen will.

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(06.05.2016)