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Das neue Zentrum der Natursteinbranche in Brasiliens Bundesstaat Ceará macht Schritte vorwärts

Gouverneur Camilo Santana, wie häufig ohne Schlips und Kragen, beim Abendessen mit geladenen Firmenvertretern.

Inzwischen gibt es knapp 20 Absichtserklärungen von Firmen, die sich in der Freihandelszone dort ansiedeln wollen

Als neues Zentrum der Natursteingewinnung und -verarbeitung bildet sich in Brasilien der Bundesstaat Ceará (CE) heraus. Der dortige Verband Simagran-CE hat nicht nur eine eigene Messe mit dem Namen Fortaleza Brazil Stone Fair auf die Beine gestellt, die in diesem Jahr trotz der Krise in Brasilien nicht unterging. Auch unterstützt die Landesregierung die Branche deutlich: in der Freihandelszone (Zona de Processamento de Exportação, ZPE) am Hafen von Pecém sind 300 Hektar für die Ansiedlung von Natursteinfirmen reserviert.

Diese sollen dort die Granite, Quarzite und Kalksteine aus dem Hinterland verarbeiten und von dort aus auf den Export vor allem in die USA schicken. Bisher wurde der Großteil der Rohblöcke im rund 1800 km südlich gelegenen Bundesstaat Espírito Santo verarbeitet, um danach wieder auf die Reise zu den Märkten auf der Nordhalbkugel zu gehen.

Zeichen der staatlichen Unterstützung für die Branche war auch ein Abendessen, dass der Gouverneur des Bundesstaats, Camilo Santana, anlässlich der Messe (01.-03. Juni 2016) an seinem Amtssitz für Firmen verschiedener Branchen gab. Highlight dabei war, dass der Natursteinriese Guidoni eine Absichtserklärung für eine Ansiedlung in der Freihandelszone unterzeichnete.

Shakehands nach der Unterzeichnung der Absichtserklärung (v.l.n.r.): Gouverneur Camilo Santana, Beto Studart (Federação das Indústria do Ceará), José Antonio Guidoni (Eigentümer der Mineração Guidoni), Carlos Rubens Araujo Alencar (Simagran-CE), Antonio Balhmann (zuständig für internationale Kontakte bei der Landesregierung von Ceará).

Zuvor hatten schon 17 weitere Firmen der Natursteinbranche solche Erklärungen unterzeichnet: 5 stammen aus dem Bundesstaat Ceará selbst (es sind: Granos, Imarf, Granistone, Head, Multigran) und 12 sind im Bundesstaat Espírito Santo beheimatet (Magban, Cajugram, Vitoria Stone, Wilcomex, Kopi, Bramagran, GSM, Brasigran, Ferraz do Brasil, Mameri, Nova Aurora, Vulcano Export).

Die Bedingungen in einer solchen Freihandelszone sind für die Unternehmen sehr günstig: unter anderem haben sie weniger Steuerlast zu tragen und müssen ihre Rechnungen nicht in der heimischen Währung ausstellen. Maximal 170 km beträgt die Entfernung zu den Steinbrüchen im Hinterland. Der moderne Hafen von Pecém liegt nebenan.

Gleichzeitig wächst die Steinproduktion im Bundesstaat Ceará kontinuierlich. Natursteine im Wert von gut 18,5 Millionen US-$ exportierte Ceará im Jahr 2015. Das war eine Steigerung um gut ein Drittel gegenüber dem Vorjahr. „Wir erwarten, dass im Jahr 2020 Natursteine im Wert von rund 200 Millionen US-$ über die Häfen von Ceará abgewickelt werden“, sagt Carlos Rubens Araujo Alencar, Präsident des Verbands Simagran-CE.

Zum Programm für einzelne Aussteller gehörte auch ein Besuch der Freihandelszone und des Hafens von Pecém.

Jedoch hatte die noch junge Fortaleza Brazil Stone Fair in der Landeshauptstadt von Ceará in diesem Jahr erheblich unter den politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten in Brasilien zu leiden. Hatte man im vergangenen Dezember schon 62 Aussteller für die Ausgabe 2016 zusammengebracht, fiel diese Zahl in den folgenden Monaten rapide.

Am Ende landete die 2. Ausgabe der Messe bei 35 Ausstellern (2015: 31). 4500 m² wurden gebucht.

Die kommende Ausgabe vom 01.-03. Juni 2017 wird auf 3 Tage reduziert, von denen der letzte ein Samstag ist. Damit soll den Steinmetzbetrieben ein Besuch leichter gemacht werden. Die Messe hat als Öffnungszeiten 15 bis 22 Uhr, wie es die Vitória Stone Fair im Süden vor einigen Jahren vorgemacht hat.

Zu ihr und der Branche dort sieht man sich in Ceará zumindest offiziell nicht als Konkurrenz. Gouverneur Camilo Santana betonte bei dem Abendessen, dass man „keineswegs dem Branchenzentrum im Süden die Bedeutung streitig machen, sondern nur das Aktionsfeld der Firmen erweitern will“, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Carlos Rubens Alencar äußert sich ähnlich: die Messe in Fortaleza habe bloß die Granite und Quarzite aus Ceará im Blick und wolle für sie Märkte in Architektur und Design erschließen. Diese Steine werden „Exóticos“ oder „Superexóticos“ genannt. Kennzeichen sind ihre kräftigen Farben und Strukturen, wie man es sie sonst nur bei dem – viel weicheren – Marmor oder Onyx gibt.

Fortaleza Brazil Stone Fair, 01.-03. Juni 2017

Fotos: Fortaleza Brazil Stone Fair

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(19.08.2016)