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Stonemart India: die Branche beschwört die Politik, Naturstein nicht als Luxusware steuerlich hochzusetzen

Bei einem der All India Stone Architecture Awards der vergangenen Jahre war diese Mauer aus senkrecht stehenden Natursteinscheiben prämiert worden.

Auf der Messe in Jaipur im Bundesstaat Rajasthan gab es vorbeugende Lobbyarbeit, um Schlimmes zu verhindern

Das große Thema auf der Messe Stonemart India in Jaipur im Bundesstaat Rajasthan (02.-05. Februar 2017) war die „Goods and Services Tax“ (GST). Sie wird das bisher übliche Steuersystem Indiens komplett verändern, und soll unter anderem eine Vereinfachung und Vereinheitlichung der Abgaben bringen.

Unter den Vertretern der Natursteinbranche auf der Messe gab es kaum jemand, der die Neuerung komplett abgelehnt hätte. Jedoch warnten die Offiziellen die Politiker eindringlich davor, Marmor, Granit & Co künftig als Luxuswaren einzustufen, was einen Sprung der Besteuerung von derzeit unter 5% auf künftig mehr als 20% zur Folge hätte.

Wünsche an die Politiker des Bundesstaates Rajasthan waren, den Natursteinfirmen offiziell den Status einer Industrie zu geben und einen Rat für Exportförderung (Export Promotion Council) einzurichten, so vorgetragen von Shri Ashok Dhoot, Vize-Vorsitzender des Center for Development of Stones (CDOS).

Einen freundlichen Tonfall schlug bei der Eröffnung der Industrieminister von Rajasthan, Rajpal Singh Shekhawat, an. An die Adresse der Architekten appellierte er eindringlich: „Ich fordere meine Architekten-Freunde auf, mehr zu verwenden von dem magischen Material Stein, das flüstert, ein Echo gibt und eine Seele hat.“

Ähnliches war auf dem Jaipur Architecture Festival zu hören, das zum 2. Mal an drei Messetagen stattfand. Leitgedanke bei den Vorträgen und Diskussionen war, dem Naturstein in der Regierungs-Initiative „100 Smart Cities“ eine Rolle zu geben. Dafür solle der umweltfreundliche Charakter des Materials und seine Langlebigkeit herausgestellt werden.

Wie es hieß, könnte hier die Tatsache besonders wirkungsvoll sein, dass Gebäude aus Stein auch ohne Klimaanlage erträgliche Temperaturen aufweisen.

In Umwelt-Horn bliesen übrigens auch die indischen Produzenten von Engineered Stone. Viele von ihnen stellten in ihren Informationen heraus, dass im Kern ihres Materials die Wiederverwendung von Abfall aus der Natursteinbranche steht.

Wie üblich wurden auf der Messe die „All India Stone Architecture Awards“ (AISAA) vergeben, und fand der Shilpgram-Pavillion statt, wo 30 Künstler und Kunsthandwerker ihre Arbeiten präsentierten.

Die Messe Stonemart India wird alle 2 Jahre vom Center for Development of Stones (CDOS) in Kooperation mit der Federation of Indian Chambers of Commerce & Industry (FICCI) veranstaltet. Wichtigster Sponsor ist die Rajasthan State Industrial Development & Investment Corporation Ltd (RIICO). Diesmal gab es über 460 Austeller und 25.000 Besucher, davon 15.000 Fachgäste. 1200 von ihnen kamen aus 60 Staaten im Ausland.

Eine 2. Steinmesse von Bedeutung über Indiens Grenzen hinaus gibt es in Bangalore. Sie findet jährlich statt und wird vom gesamtindischen Verband Federation of Indian Granite and Stone Industry (FIGSI) organisiert. (MdOS)

StoneMart India

Jaipur Architecture Festival

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(03.03.2017)