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Brasiliens Natursteinexporte 2016: mehr verkauft, weniger verdient

Auf der Messe in Xiamen 2017 präsentierte sich Brasilien mit einem sehr offenen Stand. Der Wirkung kam entgegen, dass der Teppich auf dem Messeboden beinahe denselben Gelbton hatte wie der Landesname.

Weltweit scheint es eine Überproduktion an Granit und Marmor zu geben, die einen Verfall der Verkaufspreise nach sich zieht

Weltweit scheint es ein Überangebot an Naturstein zu geben. Jedenfalls deuten die Statistiken von Brasiliens Steinbranche in diese Richtung: zwar gingen 2016 die Exporte (hauptsächlich Granit) nach Tonnage gegenüber dem Vorjahr um +5,82% % in die Höhe. Beim Wert dieser Verkäufe verzeichnete man jedoch ein Minus um (-)5,85%.

Das heißt im Klartext: Brasilien verkaufte knapp 6% mehr, verdiente aber mit dieser größeren Menge um genauso viel weniger.

Der erzielte Durchschnittswert pro Tonne fiel entsprechend um (-)11%.

Für Brasilien hält dieser Trend bereits seit einigen Jahren an. Ähnliche Zahlen gibt es auch für die Türkei, bei der es jedoch um Marmor und Travertin geht (Link siehe unten).

China hat kürzlich etliche Granit-Steinbrüche in der Provinz Fujian geschlossen. Als Grund wurde genannt, dass es sich um illegale Produktionsstätten handelte (Link siehe unten).

Zahlen aus Indien liegen uns nicht vor.

Die Situation Brasiliens wird ausführlich analysiert im Magazin „Informe“ (1/2017), herausgegeben vom landesweiten Verband Abirochas. Das Zahlenwerk stammt vom Expertenbüro Kistemann & Chiodi Assessoria e Projetos.

Auch wenn die Verkaufsergebnisse schlecht sind, waren es dennoch vor allem die Exporte, die Brasiliens Steinbranche am Leben hielten, schreiben die Experten. Denn im Inland liegt die Wirtschaft derzeit darnieder wie in den schlimmsten Jahren.

Das zeigt sich auch an den Importen von Steinprodukten im Jahr 2016: Sie fielen gegenüber dem Vorjahr nach Wert um (-)24,6 % (auf 31,9 Millionen US-$) und nach Tonnage um (-)19,7% (auf 58,9 Millionen t).

Hier rutschte der erzielte Durchschnittspreis um (-)6,1% nach unten. Bei Kunststein waren es gar (-)16%.

Zurück zu den Exporten: In den USA, Brasiliens wichtigstem Abnehmer mit einem Anteil von 62,8% an den Ausfuhren, sackte der erzielte Durchschnittswert ebenfalls um fast (-)10% ein: anstelle der im Jahr 2015 erzielten 750 $ pro Tonne kam man diesmal nur noch auf 690 $.

Zwar blieben die Lieferungen nach Masse gegenüber dem Vorjahr weitgehend gleich. Aber auch hier fiel der erzielte Gesamtertrag, und zwar um (-)9,7% auf 751 Millionen $.

Noch einem weiteren Problem muss sich Brasiliens Steinbranche stellen: das Land hat, vor einigen Jahren schon, die Zollbefreiung für Exporte bestimmter Steinprodukte in die USA verloren.

Bisher konnte man mit der daraus resultierenden Verteuerung der Produkte beim Kunden in Nordamerika leben.

In der Zukunft aber könnte es schwierig werden: Denn ausgerechnet im Markt für große Bauprojekte wie Hotels oder Wohnanlagen, den man vorrangig erobern wollte, wird man nun Importzölle zahlen müssen.

Nach China stiegen die Exporte Brasiliens zwar wieder kräftig an (nach Wert: +25,8%, nach Tonnage: 31,3%, in Zahlen: 131 Millionen $, 746,3 Millionen t). Jedoch war der erzielte Durchschnittswert bei solchen Lieferungen von Rohblöcken sehr gering: er betrug nur 180 $ pro Tonne (zum Vergleich, Lieferungen in die USA: 690 $).

Eine Chance sehen Kistemann & Chiodi für die Schiefersorten Matacão und bestimmte Quarzite. Beide haben sich in verschiedenen Ländern gut verkauft.

Wir zeigen einige Sorten des Matacão-Schiefers (Ardósia Matacão). Seine Besonderheit besteht darin, dass er sich nicht in dünne Platten spalten lässt, sondern nur in dicken Scheiben gewonnen werden kann. Das gibt ihm unter anderem günstige thermische Eigenschaften. Bisher ist er zum Beispiel das Standardmaterial für Billardtische. (pebe)

Abirochas Informe (1/2017) portugiesisch

Exportstatistik der Türkei

Steinbruchschließungen in China

Matacão-Schiefer. Foto: Kistemann & ChiodiMatacão-Schiefer. Foto: Kistemann & Chiodi

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(09.04.2017)