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Frankreichs Kultur und Lebensstil als Exportgut in Naturstein „eingearbeitet“

Eines der Projekte, für die GLS Stone Products die Dekorelemente geliefert hat.

Die Firma GLS Stone Products bringt französischen Kalkstein in Blöcken nach China und fertigt daraus Dekorelemente für luxuriöse Bauvorhaben dort

In den 1980ern hat mal jemand gesagt, dass bis zum Jahr 2020 Europa zu einer Art von Freizeitpark geworden wäre: seine Industrien wären nach in Asien abgewandert, und von dort kämen dann zahlungskräftige Touristen nach Rom, London oder Paris, um sich an der Geschichte und Kultur der Alten Welt zu berauschen.

Das ist so nicht passiert, weil die Europäer sehr auf Forschung und die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen gesetzt haben. Allerdings gibt es interessante Firmenkonzepte, die den vorhergesagte künftige Entwicklung zu einem schon heute funktionierenden Geschäftsmodell umgebaut haben.

GLS Stone Products mit Sitz am Stadtrand von Xiamen ist solch eine Firma: sie bedient den chinesischen Markt mit Naturstein aus Frankreich und verkauft den Stein als eine Art von Souvenir. „Viele Chinesen reisen durch die ganze Welt … und bringen in ihren Köpfen Bilder auch aus Frankreich mit, und diese Erinnerungen setzen wir für sie in französischem Kalkstein um“, umreißt Firmengründer Laurent Sebban das Geschäftsmodell.

Arbeiten von GLS Stone Products.

Die Firma hat die Reichen in China als Zielgruppe, „einen der 10 reichsten Männer in China“, wie Claude Sebban einen Kunden umschreibt, der sich etwa Palast „mit 220.000 m² Stein für die Bodenfläche oder 3000 m³ Stein für die Fassadenverkleidung“ geleistet hat.

Die Vorbilder für solche Bauvorhaben sind die Skulpturen in Versailles, die Dekors an den Mauern des Louvre oder die eleganten Kalkstein-Fassaden entlang der Straßen von Paris, um nur einige zu nennen.

Arbeiten von GLS Stone Products.

Laurent Sebban konzentriert sich aber nicht auf die Bodenbeläge oder Fassadenverkleidungen, sondern nur auf die Details, die zum Original gehören.

Hier zeigt sich der 2. zentrale Kernpunkt seines Konzepts: er führt nur das Rohmaterial nach China ein, ausgearbeitet werden die Skulpturen oder Ornamente von seiner Firma vor Ort in Xiamen.

Damit umgeht er zweierlei Probleme, die der Westen im Handel mit China hat: das sind zum einen die hohen Importzölle auf Fertigprodukte aus Naturstein, zum anderen die Gefahr, dass ein nach China ausgeführter Rohblock am Ende zum Beispiel als fertige Küchenarbeitsplatte zurückkommt.

Arbeiten von GLS Stone Products.

„Ich verkaufe die französische Kultur“, stellt Laurent Sebban klar. Was er ausliefert, sind Steinprodukte, die mit den Erinnerungen der Reisenden sozusagen imprägniert sind.

Aber findet Laurent Sebban in China die Fachkräfte für die komplizierten Arbeiten etwa an Ornamenten oder Reliefs? „Ich musste meine Leute selber qualifizieren“, sagt er.

Inzwischen hat er ein Team von rund 20 Mitarbeitern zusammen. Dazu gehören Bildhauer und Steinmetze. Der Maschinenpark ist auf dem neuesten Stand.

Laurent Sebban am französischen Gemeinschaftsstand auf der Messe in Xiamen 2017. Den Stand hatte Sebban gestaltet. Foto: Peter Becker

Laurent Sebban wuchs in Paris auf. Von dort ging er nach Südfrankreich und dann nach Los Angeles, war er einen Onkel hatte, der Steinmetz war. 2004 startete mit einem Partner ein eigenes Unternehmen in China. Seit 2008 hat er die eigene Firma in Xiamen. „Es war anfangs nicht einfach“, spielt er den Ablauf der Dinge herunter. „Aber wenn ich etwas mache, krieg’ ich es hin – wenn nicht heute, dann morgen.“

Die französische Fachzeitschrift Pierre Actual hatte in einem Bericht über GLS Stone den Weg umrissen, wie Europa nicht bloß zum Freizeitpark wird: „Einmal mehr profitiert hier der französische Naturstein von der Raffinesse und der Qualität, die unser Land um Allgemeinen und Paris im Besonderen auszeichnet.“

GLS Stone Products (http://www.glsstoneproducts.com)

Fotos: GLS Stone Products

(15.05.2017)