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„La Via della Seta“ (Die Seidenstraße) von Budri auf dem Salone del Mobile stellte den Weg über die uralte Handelsroute künstlerisch nach

Budri: „La Via della Seta“.

An den Wänden gab es Inlays und Mosaike, wie man sie noch nicht gesehen hatte

Eine mehr als außergewöhnliche Präsentation zeigte die italienische Firma Budri auf der Messe Salone del Mobile (04.-09. April 2017) in Mailand, dies sowohl unter künstlerischen als auch unter Naturstein-Aspekten. Das Unternehmen mit Sitz unweit von Modena hatte „La via della Seta“ (Die Seidenstraße) als Thema seines Messestands gewählt. Dabei wurde der Weg über die uralte Handelsroute von Fernost nach Europa und ein Aufenthalt unterwegs bei einer fremden Kultur abstrakt dargestellt.

Der Zugang erfolgte über einen dunklen Tunnel mit besonderen Steinen. Auf dem Boden lag der Verde Lapponia mit einer heftigen Wellenstruktur, an den Wänden war es Nero Marquina. Dessen Oberfläche trug typische Damastmuster. Damast wird aus hochwertigen Fäden gewebt, zum Beispiel aus Seide.

Der Zugang erfolgte über einen dunklen Tunnel mit besonderen Steinen. Foto: Peter Becker

Nach ein paar Schritten betrat man einen Innenraum – vielleicht das Gästezimmer bei einem reichen Händler, vielleicht einen Festsaal in einer Karawanserei…

Jedenfalls war es ein Ort, der symbolisch zum Verweilen und Ausruhen einlud: auf dem Boden lagen Kissen wieder aus teurer Seite, dahinter standen exotische Objekte, zum Beispiel Gefäße aus Nautilus-Schalen. Diese Meerestiere aus dem Indischen und Pazifischen Ozean hatten, als Händler vom 16. Jahrhundert an sie in größerer Menge nach Europa brachten, die Fantasie der Menschen in Aufregung versetzt.

An Budris Stand war es vor allem der Hintergrund in diesem Raum, der Kenner der Natursteinbearbeitung in Aufregung versetzte: die Wände und der Boden trugen Inlays, wie man sie noch nicht zuvor gesehen hatte.

An Budris Stand war es vor allem der Hintergrund in diesem Raum, der Kenner der Natursteinbearbeitung in Aufregung versetzte: die Wände und der Boden trugen Inlays, wie man sie noch nicht zuvor gesehen hatte. Sie brachten die Reise über die Seidenstraße sozusagen zum Ziel: Dargestellt war ein Seidenschal, wie er nach unten schwebt, wenn man ihn vielleicht über einen Stuhl geworfen hat.

Federn waren eines der Motive auf dem Schal. „Sie sind im Moment groß in Mode“, sagte uns Alessandra Malagoli Budri, von der die Idee zur Via della Seta stammt.

Die Federn waren als Inlays aus verschiedenen Marmorsorten, Halbedelsteinen und Bronzeelementen gefertigt.

Damit nicht genug: ganz im Gegensatz zur Leichtigkeit der Federn trug ein Teil der Wand ein Mosaikmuster in schwarz-weiß. Dieses bestand aus mehr als 3000 einzelnen Stücken, von denen jedes seine eigenen Winkel hatte.

Die Spezialisten von Budri hatten das Mosaik nicht einfach vergrößert auf eine Wand übertragen, sondern diese Wand auch noch um die Ecke geführt beziehungsweise auf den Boden verlängert.

Denn, nun kommen wir zu einer weiteren Besonderheit: Die Spezialisten von Budri hatten hier ein Mosaik nicht einfach vergrößert auf eine Wand übertragen, sondern diese Wand auch noch um die Ecke geführt beziehungsweise auf den Boden verlängert.

Warum hatte Budri sich diese zusätzlichen Schwierigkeitsgrade gegeben? „Anders wäre es zu einfach gewesen“, entgegnete Alessandra Malagoli gelassen.

Zwei Dinge sind noch zu erwähnen: die Bodenfläche mit den exotischen Gefäßen war etwas erhöht ausgeführt. Das wiederum bezog sich auf die japanischen Tatami-Tische, um die herum man auf Knien hockt. Japan gewissermaßen als die Welt jenseits des Endes der Seitenstraße.

Und: Das Licht im Stand wechselte die Stärke und den Farbton und gab so den Steinen immer wieder andere Nuancen.

Budri

Fotos: Budri

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(08.07.2017)