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Tag der Offenen Baustelle im Berliner Schloss am 24. und 25. Juni 2017: ein Teil der Fassade ist in den historischen Farben zu sehen

An der Nordseite mit Dom und Lustgarten ist die historische Farbgebung der Fassade wiederhergestellt.

Highlights sind unter anderem das Foyer mit der Innenseite des Eosanderportals, der Durchgang durch das Gebäude und der Schlüterhof

Passend zum Tag der Offenen Baustelle (24. und 25. Juni 2017) ist am Humboldt Forum im Berliner Schloss zum ersten Mal die historische Fassade wieder zu sehen. Weitere Höhepunkte sind die Innenseite des Eosanderportals mit dem Foyer und die Ergebnisse eines Kinderprojekts, in dem 2 Berliner Grundschulklassen den Neubau begleiten.

Der Neubau in einer Grafik der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss: links innerhalb des Gebäudes der Schlüterhof (offen mit Steinpflasterung auf dem Boden), rechts daneben der Durchgang (der 24 Stunden offen sein wird), weiter rechts das Foyer (überdacht mit dem Eosanderportal ganz rechts). Die rote Markierung zeigt die Stelle mit dem farbigen Fassadenteil auf der Seite von Dom und Lustgarten.

Daneben kann man einen Grundgedanken des Architekten Franco Stella live erleben: er wollte mit dem Schloss der Stadt auch Leben auf neuen öffentlichen Plätzen geben – im Schlüterhof und im Durchgang von der Breiten Straße zu Unter den Linden zeigt ein Besuch schon jetzt, wie das nach der Eröffnung Ende 2019 aussehen wird.

Auf der Nordseite ist oberhalb des Erdgeschosses die künftige Farbgebung zu sehen: Ockergelb ist der Grundton, von den Gewänden der Fenster in Sandstein ausgehend werden in den Zwischenräumen die Farbtöne heller.

Auf der Nordseite mit Dom und Lustgarten sind in einem Teil der (verputzten) Fassade die Gerüste abmontiert. Dort ist oberhalb des Erdgeschosses die künftige Farbgebung zu sehen: Ockergelb ist der Grundton, von den Gewänden der Fenster in Sandstein ausgehend werden in den Zwischenräumen die Farbtöne heller. In aufwändigen Versuchen war diese Gestaltung erarbeitet worden, wie Hans-Dieter Hegner, Vorstand Bau bei der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, bei einer Presseführung sagte.

„Kein ,dunkler Kasten’ wie auf historischen Fotos (entsteht hier), sondern ein heller, fröhlicher, barocker Neubau“, heißt es in den Presseunterlagen.

„Cafe au Lait“ hatten die Berliner diese Farbgebung ehemals getauft.

Großartig ist die Raumwirkung im Foyer.

Sensationell ist die Raumwirkung im Foyer, in dem die Innenseite des Eosanderportals wiederhergestellt ist. 33 m hoch sind die gewaltigen Sandsteinsäulen. Zwischen ihren Kapitellen gibt es einen Adler und 2 geflügelte Famen, die in der antiken und barocken Kunst einem Held oder Herrscher voraneilten, um von seinem Ruhm zu künden.

Später kommen noch die historischen Götterstandbilder hinzu.

Links die historische Fama, stark beschädigt, rechts die wieder hergestellte (noch ohne Posaune).Die neue Fama, noch ohne Posaune, aber schon mit dicken Backen für den Trompetenstoß.

Die Fama auf der linken Seite ist ein Original; sie war in einer Kleingartenkolonie gefunden worden. Ihr fehlen die Arme, weshalb sie auch nicht mit einer Posaune ausgestattet wird wie das Pendant auf der anderen Seite.

Die 3 anderen Seiten dieses Raumes, der einmal das Foyer sein und durch ein noch prächtigeres Portal auf der Außenfassade zu erreichen sein wird, sind ganz nüchtern gestaltet.

Für die modernen Fassaden wurde extra ein Kunststein mit Anteilen von gemahlenem Sandstein entwickelt.

Die Verkleidung der Betonmauern ist ein spezieller Kunststein mit Sandsteinmehl, der speziell für die modernen Fassadenteile innen und außen entwickelt wurde.

Im Schlüterhof soll ein Stadtplatz entstehen. Hier ein Blick von innen auf das Portal I.

Im Schlüterhof stehen noch die Gerüste, wie unser Foto von dem Portal I dort zeigt.

Bislang kann man nur ahnen, welche barocke Pracht besonders die Längsseite hier einmal haben wird. Eine der Figuren oben auf den Säulen an dieser Seite wird der ca. 3 m hohe Antinous sein, der zum Tag der Offenen Baustelle auf einem Podest präsentiert wird.

Das Programm enthält zahlreiche Punkte, die auf der Website des Humboldt Forums aufgezählt sind. Herausheben wollen wir ein Projekt mit Kindern zweier Berliner Grundschulen. Die jungen Rechercheure der Klassen eins bis vier präsentieren unter anderem ihre eigenen Fassadenentwürfe und werden „die Schlossfassade medial zum Tanzen bringen“, wie es in den Presseunterlagen heißt. Die Kinder arbeiten unter Anleitung der Agentur Salapanga – Kinder.Kunst.Kultur.

Zum Stand der Bauarbeiten und der Finanzen sagte beim Pressetermin der Vorstandssprecher der Stiftung, Johannes Wien, dass man „im Zeit- und Kostenplan“ liege. Für die historische Gestaltung des Fassadendekors seien bisher 63 Millionen € an Geld und zahlreiche Sachspenden zusammengekommen. Er sei zuversichtlich, dass die noch ausstehende Summe von 20 Millionen für die historischen Fassaden zusammenkomme.

Das ist die Sache des Fördervereins unter der Leitung des unermüdlichen Wilhelm von Boddien.

Ein Beispiel für eine – darüber hinausgehende – Sachspende ist die Innenseite des Eosanderportals, für die Privatleute Mittel bereitgestellt haben. Weiteres Geld wird benötigt unter anderem für die noch fehlenden 6 von 8 Großfiguren für den Schlüterhof, zu denen auch der Antinous gehört.

Die Natursteinarbeiten an den Außenfassaden sind weitgehend abgeschlossen. An den Portalen sind sie in vollem Gange. Dort sind viele und aufwändige Dekorelemente anzubringen.

Zum Tag der Offenen Baustelle präsentieren sich am Nordzugang mit Dom, Lustgarten und nun auch der farbigen Fassade die Stiftung und die Schlossbauhütte. Letztere hat die Fassadendekors aus Stein gearbeitet beziehungsweise die Vorlagen für sich wiederholende Elemente geschaffen, die jetzt mit CNC-Maschinen produziert werden.

Portal Auf! Tage der Offenen Baustelle im Humboldt Forum im Berliner Schloss, 24. und 25. Juni 2017

Förderverein Berliner Schloss e.V.

Themenwechsel: Just am Tag der Presseführung jährte sich der Geburtstag von Wilhelm von Humboldt (22. Juni 1767), der zusammen mit seinem Bruder Alexander Namensgeber für das Humboldt Forum ist. Das Leben des Bildungsreformers und Gründers der Berliner Universität hat Dorothee Nolte, Redakteurin beim Tagesspiegel, gegen den Strich gelesen und in den Archiven nach unterhaltsamen kleinen Geschichten über den Großen Mann gesucht: „Wilhelm von Humboldt. Ein Lebensbild in Anekdoten“ (Dorothee Nolte, Eulenspiegel Verlag, 9,99 €, ISBN 978-3-359-01733-2, auch als e-Book).

Das Portal V (links neben dem farbigen Fassadenteil) zeigt die reiche Natursteinzier über den Zugängen. In der Schlossbauhütte stellten Steinbildhauer die besonderen Elemente wieder her.Von der Humboldt-Box aus kann man noch sehen, wie die Fassade aufgebaut ist: vor der Betonwand des Gebäudes befindet sich eine Klinkermauer, in die die Sandsteinelemente eingemauert sind. Das Gesims ist auf diese Mauer aufgesetzt.

See also:

 

 

 

 

(23.06.2017)