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Wearable Stone (Tragbarer Naturstein): Veromarmo ist ein neuer Stoff, der für Textilien verwendet werden kann

Tragbarer Naturstein: Veromarmo.

Aus Marmorpulver und Harz wird ein Mikrofilm hergestellt, der auf eine Textilschicht aufgeklebt wird

Wearables sind ein großes Thema. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Solarzellen, die eine Mütze bedecken, oder Computer, die in die Kleidung integriert sind. Mit Forschungen an der Polytechnischen Hochschule (Politechnico) Mailand ist das Thema nun auch in der Natursteinbranche angekommen.

Ausgangspunkt war die Masterarbeit von Alice Zantedeschi: Sie sollte sich überlegen, wie man die Stadt Verona mittels Mode bekannter machen könnte.

Sie identifizierte 4 Felder, für die Verona heute im Bewusstsein der Öffentlichkeit steht: Wein, Romeo und Julia, Literatur und natürlich Marmor.

Der nächste Schritt des Nachdenkens war, den roten Veroneser Marmor tragbar zu machen. Durch viel Materialforschung entstand als Ergebnis der Masterarbeit der Stoff „Veromarmo“.

Nun kommt noch Francesca Pievani dazu. Beide kannten sich von der Masterarbeit, und beide sind eigentlich Designerinnen.

Tragbarer Naturstein: Veromarmo.

Folglich gibt es inzwischen eine Kollektion mit Veromarmo-Regenjacken für die Dame.

Tragbarer Naturstein: Veromarmo.

Der Stoff fühlt sich wie Gummi an und ist wasserabweisend, windundurchlässig, atmungsaktiv und feuerbeständig. Er basiert auf Marmorpulver, das mit Harz vermischt wird. Am Ende wird daraus ein sehr dünner Mikrofilm gemacht, der wiederum mit speziellem Kleber auf einem Textilgewebe befestigt wird.

Zwei Sorten Marmor wurden bisher verwendet: der Rossa Verona, wie man ihn auf den Straßen der Innenstadt findet, und eine dunkle Sorte namens Nero Ebano. Daraus ergeben sich die Farben für die Regenjacken.

Die Eigenschaften von Veromarmo basieren auf der Materialmischung: das Steinpulver sorgt für die Widerstandsfähigkeit, die eine Regenjacke braucht; das Harz hält die Kristalle zusammen und macht den Stoff elastisch.

Tragbarer Naturstein: Veromarmo.

Die Kollektion besteht aus 4 Jacken für Damen – schick geschnittene Kleidung, klar, nicht Ölzeug für Fischer oder Wattwanderer! Kennzeichen des Designs sind „einfache und klare Linien“, das Ganze ist „hergestellt in Handarbeit und mit großer Aufmerksamkeit für die Details sowohl in der Gestaltung als auch beim Material“, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Die Jacken eignen sich für jede Jahreszeit.

Zur Vermarktung haben die beiden 2014 die Firma Fili Pari gegründet. Der Name besteht aus den Spitznamen, die die beiden als Kinder hatten: Fripi und Ali. Wenn man mit deren Buchstaben spielt, also ein Anagramm bildet, kommt man zum Firmennamen. Dabei passt sehr schön, dass „Fili“ im Italienischen auch Strickgarn bedeutet.

Entwicklungen wie die der beiden sind von großer Bedeutung für die gesamte Steinbranche. Denn sie lassen Naturstein in einem neuen Licht erscheinen, nämlich als modernes Material, das viele Verwendungsmöglichkeiten bietet.

Fili Pari

Fotos: FABJØph.y

(27.06.2017)