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EFBZ-Veranstaltungen im 1. Halbjahr 2017: Workshops, Symposium und Fachwissen

Die Teilnehmer eines der Kreativworkshops mit ihren Arbeiten.

Am Europäischen Fortbildungszentrum für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk (EFBZ) war im 1. Halbjahr 2017 wieder viel los

Sehr beliebt ist der „Kreativkurs für Anfänger und Fortgeschrittene“, den die Natursteinschule in Wunsiedel im Monat Juni gleich zwei Mal anbot. Jeweils 3 Tage
lang widmeten sich die Teilnehmer dem Stein und lernten am Europäischen Fortbildungszentrum für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk (EFBZ) die Grundlagenwissen des Steinmetzhandwerks. Unter der Leitung und Betreuung von Steinmetz- und Steinbildhauermeister Jürgen Richter entstanden so aus Weichgestein fantasievolle Skulpturen.

Üblicherweise reisen viele Teilnehmer schon mit Entwürfen und Ideen an, was sie aus ihrem rohen Steinquader machen wollen.

Die nächsten Kreativworkshops finden im Juni 2018 statt.

Die Künstler des Symposiums zusammen mit Landrat Dr. Karl Döhler (links) und Erwin Hornauer, Leiter des EFBZ (Mitte).

In der letzten Juniwoche fand das 24. Internationale Bildhauersymposium statt. Sieben Künstler fertigten dabei nach eignen Entwürfen eine Skulptur. Es waren in diesem Jahr:

– Giorgia Redoano kommt aus Italien; sie studiert momentan an der Kunsthochschule in Carrara; zuvor absolvierte sie ein Studium an der Paul-Klee-Kunsthochschule in Genova.
– Evrim Kilic ist aus der Türkei; sie machte ihren Bachelor-Abschluss an der Mimar Sinan Kunsthochschule in Istanbul und ihren Master an der Kunsthochschule in Carrara; sie erhielt viele Auszeichnungen und nahm an Einzel- und Gruppenausstellungen sowie zahlreichen Symposien in der Türkei sowie in anderen Ländern teil.
– Nazih Ahmed Rashid ist aus Ägypten; er studierte Bildhauerei an der Kunstakademie in Kairo; er ist Dozent an der Kunstakademie in Mansoura in Ägypten; er nahm an verschiedenen Symposien in Finnland, Dänemark, Frankreich, der Schweiz teil; er war an mehreren Einzelausstellungen in Ägypten und auf internationaler Ebene sowie an mehreren Gruppenausstellungen beteiligt; viele seiner Stücke stehen in Museen.
– Ekaterina Chakhalova kommt aus Russland; sie studierte Bildhauerei an der Sankt Petersburger staatlichen und industriellen Akademie von Alexander von Stieglitz; des Weiteren studierte sie die Werktechnik von Keramik an der Irkutsk Kunstschule und bildete sich in Kunstgeschichte weiter; sie stellte im In- und Ausland aus.
– Álex Ara Sánchez ist aus Spanien; er absolvierte Weiterbildungen und Studien zur Bildhauerei, Polychromie und Holzbildhauerei an unterschiedlichen Schulen; er nahm an Symposien in Tschechien, der Schweiz, Spanien, Canada teil und war an verschiedenen Einzel- und Gruppenausstellungen in Spanien, Taiwan, Frankreich beteiligt.
– Bhupat Ram stammt aus Indien; nach seinem Studium der Malerei in Jodhpur mit Bachelorabschluss und in Udaipur mit Masterabschluss nahm er an verschiedenen Symposien und Workshops sowie Einzel- und Gruppenausstellungen in Italien, Indien, den Niederlanden, Frankreich, Tschechien, Deutschland teil.
– Giulia Berrettoni ist aus Italien; sie studiert momentan noch an der Kunsthochschule in Carrara; sie absolvierte verschiedene Workshops und Ausstellungen in Italien.

Die Kunstwerke werden auf dem Gelände des Fortbildungszentrums ausgestellt. Sie dienen als Anschauungsobjekte für Schüler des Steinzentrums und können das ganze Jahr über auch von interessierten Steinfreunden besichtigt werden. Einige Skulpturen der vergangenen Jahre sind in Wunsiedel aufgestellt, denn es gibt immer wieder Bildhauer, die dem Landkreis ihr Kunstwerk zur Verfügung stellen.

Das Bildhauersymposium findet seit 24 Jahren regelmäßig statt und zählt zu den ältesten solchen Veranstaltungen in Europa. „Es ist nicht nur ein fachlicher Austausch mit den Bildhauern, es entstehen dadurch auch Freundschaften und gefördert wird das Verständnis für andere Länder und Kulturen“, so Erwin Hornauer, Leiter des Fortbildungszentrums.

Studenten des Masterstudiengangs Denkmalpflege – Heritage Conservation.

Im März dieses Jahres hatten am Zentrum 30 Studenten des Masterstudiengangs Denkmalpflege – Heritage Conservation zusammen mit Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Restaurator Univ. Ralf Kilian Theorie und Praxis im Umgang mit Naturstein gelernt. Gesteinskunde behandelten sie im Deutschen Natursteinarchiv vor Ort, daneben gab es eine Einführung ins Mikroskopieren.

In der Werkstatt wurden die historischen Steinmetzwerkzeuge und die Steinbearbeitung in den unterschiedlichen Stilepochen erläutert. Danach arbeiteten die Studenten und ihr Professor selber handwerklich am Stein. Der Unterricht wurde mit praktischen Vorführungen, wie der Verbleiung oder aktueller Steinbearbeitung mit CNC ergänzt.

Studenten des Masterstudiengangs Denkmalpflege – Heritage Conservation.

Zahlreiche weitere Bildungsangebote gibt es auch im kommenden Halbjahr am EFBZ. Eine Übersicht findet man auf der Webpage des Zentrums.

Quelle: EFBZ

(11.07.2017)