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DNV-Geschäftsbericht 2016: Grüter und Krug putzten Klinken bei 12 Ministerien der Bundesländer

Der Vorstand des DNV: (v.l.n.r.) Heinrich-Georg Hofmann, Dr. Torsten Zech, Katharina Killing, Wolfgang Thust, Frank Peffekoven, Hermann Graser jun., Joachim Grüter, Thomas Hippelein, Josef Kusser, Horst Lulay, Dr. Birger Wolske, Albrecht Lauster (nicht auf dem Foto: Heiner Rinsche, Martin Picard, Rainer Krings, Ulrich Klösser).

Ziel war, Entscheider über Nachhaltigkeit als Stärke des Natursteins zu informieren / Vergleichsstudie zu Bodenbelägen in Arbeit

Der Deutsche Naturwerkstein-Verband (DNV) will das Thema Nachhaltigkeit stärker spielen. Denn: Fragen der Energie- und Kohlenstoffbilanz eines Materials werden beim Bauen und in der Öffentlichkeit immer wichtiger, und Zweifel sind angebracht, ob wirklich auch die Verbraucher wissen, dass Naturstein hier nachweislich hervorragend abschneidet.

Also haben Verbandspräsident Joachim Grüter und Geschäftsführer Reiner Krug im vergangenen Jahr 12 Bauministerien der Bundesländer besucht, um bei den Entscheidungsträgern vor Ort für das eigene Material zu werben. Dabei arbeiteten sie Aspekte wie die heraus, dass Naturstein von Natur aus da ist und in der Gewinnung kaum Primärenergie verbraucht, dass er ein ausgezeichneter Wärme- beziehungsweise Kältespeicher ist, dass seine Haltbarkeit weit über 100 Jahre beträgt und dass heimische Sorten wegen geringer Transportwege noch bessere Ökobilanzen als ausländische Steine aufweisen.

Bei der Mitgliederversammlung im Juni 2017 in Berlin erwähnte Präsident Grüter das Klinkenputzen bei den Ministerien als eine der Aktivitäten des Verbands im Jahr 2016.

Um dasselbe Thema geht es auch bei dem Bemühen, Stein & Nachhaltigkeit im öffentlichen Bewusstsein als Synonyme zu verankern: hierzu wird eine Studie über die Ökobilanz von Naturstein-Bodenbelägen erstellt. Diese schließt an die wissenschaftliche Expertise zu Glasfassaden im Vergleich zu Steinfassaden an, die der DNV vor einigen Jahren herausbrachte.

Diesmal aber wird nicht ein privates Institut die Untersuchungen ausführen, sondern eine Universität, nämlich die Uni Stuttgart mit ihrem Institut für Werkstoffe im Bauwesen. In der Öffentlichkeit sei die Expertise einer Hochschule besser angesehen als eine aus privater Hand, so Grüter. Die neue Nachhaltigkeitsstudie soll Ende 2017 vorliegen.

Außerdem stellte Grüter in seinem Rechenschaftsbericht die Bedeutung der kommenden Stone+tec (13.-16. Juni 2018) für die Branche heraus und forderte die Betriebe auf mitzutun. Auch verwies er auf die Staatliche Berufsschule Eichstätt mit ihrem Dualen Studiengang Naturwerksteinmechaniker mit Bachelor Bauingenieurwesen.

Was die DNV-Ausstellung über den Deutschen Natursteinpreis angeht, verwies er auf die Firma Carl Picard aus der Pfalz: sie hat die Ausstellung in den Räumen der Kaiserslauterner Architekturgalerie gezeigt und mit weiteren Aktivitäten kombiniert (Link siehe unten).

Im Geschäftsbericht sind die weiteren Aktivitäten detailliert nachzulesen, auch die der Kommissionen für Bautechnik (Vorsitz: Heinrich-Georg Hofmann, Hofmann Naturstein), Werbung und Öffentlichkeitsarbeit (Frank Peffekoven, Quirrenbach Natursteinwerke), Friedhof und Grabmal (Josef Kusser, Granitwerke Kusser) und Berufsbildung (Reiner Krug, DNV).

Die für die Mitgliederversammlung anstehenden Entscheidungen, etwa zum Geschäftsbericht 2016 und zum Haushaltsplan für das laufende Jahr, wurden ohne Gegenstimmen durchgewinkt.

Auch die turnusmäßige Neuwahl des 12-köpfigen Vorstands ging ohne Gegenstimme über die Bühne. Thomas Hippelein (Schön + Hippelein Natursteinwerk) schied aus dem Präsidium aus. Verbandspräsident Grüter lobte ihn als „Vorbild“ bei der gemeinsamen Arbeit.

Vizepräsidenten sind für die nächsten 4 Jahre Hermann Graser jun. (Bamberger Natursteinwerk Graser) und Josef Kusser.

Die Mitgliedsbeiträge bleiben 2017 wie im Vorjahr, jedoch soll eine Arbeitsgruppe sich mit dem Thema beschäftigen.

Schauplatz der Mitgliederversammlung war ein Hotel am Gendarmenmarkt in Berlin, denn in der Stadt gibt es die Naturstein-Großbaustelle des Humboldt-Forums im Berliner Schloss. Vor dem Besuch auf der Baustelle am Nachmittag referierte Professor Dr. Bernd Wolfgang Lindemann, Mitglied der Expertenkommission für das Vorhaben, über die Geschichte des Gebäudes und erzählte einige Schmankerl.

Zum Beispiel über die Kronen und Adlerköpfe, die massenweise die Fassaden zieren: sie erinnern daran, dass Preußen Königtum geworden war, von Friedrich I. (zuvor: Kurfürst von Brandenburg) mit viel Diplomatie und noch mehr finanziellem Aufwand realisiert. Auf Grund von rechtlichen Problemen mit dem neuen Titel war er jedoch offiziell nicht König von Preußen, sondern nur König in Preußen.

Friedrich II. (der Große), der auf den Soldatenkönig folgte, gefiel sich zwar in der Rolle eines Herrschers auf gleichem Niveau wie die Konkurrenten in Dresden oder Versailles, schimpfte aber zeitlebens, dass für das Erreichen der Königswürde viel zu viel Aufwand getrieben worden sei, so Lindemann.

Deutscher Naturwerkstein-Verband (DNV)

Der DNV war auch an dem Wettbewerb „Neue Wege auf dem Friedhof“ zusammen mit dem BIV beteiligt.

Wie die Firma Picard die DNV-Ausstellung nutzte

(13.07.2017)