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Dialogue House von Wendell Burnette Architects in Phoenix Arizona: weite Blicke über die Landschaft und in den Himmel

Wendell Burnette Architects: Dialogue House.

Für das neu gestaltete Hauptbadezimmer in dem Haus wurde italienischer Kalkstein Avorio Bianco der Firma Grassi Pietre verwendet

Die Geschichte, die diesmal zu erzählen ist, ist die einer wunderbaren Liebe von 3 Leuten zu einem Haus, das zunächst außerhalb der finanziellen Reichweite von zweien dieser drei lag, das diese dann doch kaufen konnten und in dem sie zuletzt das Hauptbadezimmer erneuern ließen. Dabei verwendeten sie Naturstein, und das hat auch uns zu dem Projekt gebracht.

Wendell Burnette Architects: Dialogue House.

Das Dialogue House liegt am Rand der Stadt Phoenix im US-Bundesstaat Arizona, unterhalb des Echo Mountains und damit am Rand des Phoenix Mountains Schutzgebiets. Seinen Namen bekam es von dem Architekten Wendell Burnette, der es in den späten 1990ern baute: die beiden Teile des Hauses sind jeder für sich spektakulär und sehr gegensätzlich, wobei beide auch viel gemeinsam haben.

Es war das Obergeschoss des Wohnhauses, das Laura und Thomas Hyland, die heutigen Besitzer, schon 2004 begeistert hatte. Eigentlich handelt es sich bei diesem Obergeschoss um eine Box, deren eine Seite offen ist und von der man einen atemberaubenden Blick über Downtown Phoenix auf die Bergkette der Sierra Estrella und den South Mountain hat.

Damals fuhren die beiden gerne am Wochenende mit Freunden zum Fuß des Echo Mountain, um ihnen ihren Traum zu zeigen, wie es in einem Bericht des Magazins „Dwell“ heißt.

In die finanzielle Reichweite der beiden – er inzwischen Unternehmensberater und sie bei einem großen Konzern im Vertrieb tätig – kam das Dialogue House aber erst, als nach der Immobilienkrise die Preise gefallen waren.

Als ersten Schritt nach dem Kauf im Herbst 2010 kontaktierte das Ehepaar den Architekten und zog ihn bei den notwendigen Renovierungen zu Rate, die nach einigen schwierigen Jahren für das Anwesen mit viel Vernachlässigung auszuführen waren.

Damit kommt die 2. Liebesgeschichte in unsere Erzählung, nämlich die des Architekten zu seinem Erstlingswerk für einen privaten Auftraggeber. Welch ein Glücksfall: Laura und Thomas Hyland wollten, dass das Anwesen wie ursprünglich geplant wiederhergestellt werden sollte.

Wendell Burnette Architects: Dialogue House.Wendell Burnette Architects: Dialogue House.

Zum Beispiel der Swimming Pool, der im Gebäudeensemble die Rolle des „Dialogpartners“ für das Obergeschoss spielt: es handelt sich ebenfalls um eine Box, nur wenige Schritte tiefer am Hang gelegen – auch bei ihr ist eine Seite aufgeschnitten, nur öffnet sich diese Seite nach oben in den Himmel.

Knapp 4 m hoch sind die weiß verputzten Wände, versehen nur mit ein paar kleinen Fenstern zum Blick über die Stadt, vollständig offen aber zum Eintauchen in die Unendlichkeit im Blau darüber.

Auch das Obergeschoss im Wohngebäude inszeniert mit seiner Innenarchitektur die Weite: Küche, Esszimmer und Wohnzimmer sind in einem großen Raum untergebracht, wobei die Gerätschaften – Herd, Kühlschrank, Fernseher – an die Wände gerückt sind.

Das Hauptschlafzimmer ist durch eine Wand abgetrennt.

Wendell Burnette Architects: Dialogue House.Wendell Burnette Architects: Dialogue House.Wendell Burnette Architects: Dialogue House

Ganz anders und wiederum ungewöhnlich ist das Hauptbadezimmer, ebenfalls auf der oberen Ebene: es hat nur 7 m² (75 sq.ft.), ist also für amerikanische Verhältnisse winzig.

Bei der Renovierung sollte es optisch größer gemacht werden, weshalb der helle italienische Kalkstein Bianco Avorio ausgewählt wurde. Thomas Hyland nennt weitere Gründe für die Materialwahl: „Erstens wollten wir den Naturstein, weil er dem Raum Wärme gibt. Zweitens fühlten wir, dass die Farbe und besonders die Einheitlichkeit der Färbung das Raumgefühl ,leicht’ machen würde. Schließlich lieben wir die Oberfläche des Steins… er fasst sich sich wunderbar an.“

Auch auf dem Boden liegt Bianco Avorio. Die italienische Firma Grassi Pietre hat ihn geliefert. Das Waschbecken ist eine spezielle Anfertigung aus Beton.

Naturstein findet man auch auf dem Boden im Wohnzimmer und rund um den Pool. Es handelt sich um 2 verschiedene Farbtöne des Kalksteins Gascogne Blue aus Portugal.

Im Erdgeschoss im Wohnhaus liegen Arbeitsräume, weitere Zimmer und noch 2 Bäder. Auch die Garage befindet sich hier. Insgesamt hat das Haus eine Fläche von 237 m² (2545 sq.ft.).

Einen Bezug zur Landschaft stellt die Bepflanzung dar, so wie ursprünglich vom Architekten vorgesehen. Der Putz an den Außenfassaden erinnert an jenen mineralischen Überzug, den das Klima hier den Felsen aufprägt.

Wendell Burnette Architects: Dialogue House.Wendell Burnette Architects: Dialogue House.

Wo der Architekt seine Inspiration gefunden hatte, kann man auf seiner Website nachlesen: Es wird Bezug genommen auf das Buch „The Desert – Further Studies in Natural Appearances“ von John Dyke aus dem Jahr 1907. Darin geht es vielfach um das Licht, das die Wüste von anderen Landschaften unterscheidet, heißes Licht beim Geradeaus-Blick tagsüber und kaltes Licht nachts beim Blick in die Sterne. Auch von „farbiger Luft“ ist die Rede.

Wendell Burnette Architects

Dwell Magazine

Grassi Pietre

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(14.07.2017)