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Alasdair Thomson: Textilien aus Marmor, die auf einem Kleiderbügel hängen

Alasdair Thomsen: „Ruby“.

Der schottische Künstler führt mit Naturstein und anderen Materialien den Betrachter in die Irre

Alasdair Thomson antwortet auf unsere Fragen zu seinen Arbeiten: „Es hat mich immer fasziniert, wie bei einem hängenden Gewebe die Formen fallen, und ich bemühe mich darum, diese Strukturen mit Marmor möglichst exakt wiederzugeben.“

„Es ist immer ein Spaß, ein hartes Material zu benutzen, um ein Objekt ganz weich aussehen zu lassen.“

Alasdair Thomsen: „No. 5“.

„Ich bin immer ganz aufgeregt, wenn ich sehe, wie die Leute auf meine Arbeit reagieren, und es macht mir größte Freude, mit den Erwartungen der Betrachter zu spielen.“

Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen, bis auf ein paar eher technische Information zu ihm und seiner Kunst.

Alasdair Thomson lebt und arbeitet als Bildhauer in Schottlands Hauptstadt Edinburgh. Er studierte an der Universität Kunstgeschichte mit Schwerpunkt auf der Renaissance der 1400er Jahre und fand dabei Interesse an der Steinbildhauerei.

Nach dem Abschluss suchte er sich einen erfahrenen Bildhauer als Lehrmeister und wechselte für ein paar Jahre in die USA. Um sich weiter zu professionalisieren, schrieb er sich anschließend in ein Studienprogramm an der Scuola Edile in Siena ein und schloss es mit einem Diplom in Bildhauerei ab.

Alasdair Thomsen: „For Display Only“.

Carrara Marmor ist sein liebstes Material, auch wenn er zum Beispiel mit Marmor aus Schottland oder anderen Natursteinen arbeitet. Wenn es dem Werk dient, nimmt er auch andere Materialien hinzu, wie im Fall von „For Display only“, wo die Jahresringe im Holz dem Objekt etwas Menschliches geben und so die Wirkung der Marmor-Kleidung noch verstärken.

Gelegentlich setzt er den Materialmix auch ein, um die Irreführung des Betrachters perfekt zu machen. Etwa wenn ein Unterrock in Stein von einem ganz normalen Kleiderbügel gehalten wird.

Alasdair Thomsen: „Georgia’s Shoes“.

Die Ideen findet er im Alltag. Teils kommen auch Kunden mit eigenen Wünschen, die er dann in langen Gesprächen mit den Auftraggebern umsetzt. Ein Beispiel dafür sind die Kinderschuhe „Georgia’s Shoes“, die Eltern zum 21. Geburtstag ihrer Tochter bestellten.

Alasdair Thomson

Fotos: Alasdair Thomson

Alasdair Thomson.

(25.09.2017)