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Feuchtwangens Stadtmauer wird weiter restauriert

Stadtmauer FeuchtwangenEin Zeugnis mittelalterlicher Befestigungskunst ist Feuchtwangens Stadtmauer. Das Foto zeigt den intakten Teil Hintere Spitzenberg. Foto: Tilman2017/ Wikimedia Commons

Aktuell geht es um Nachfundamentierung und -gründung sowie die Errichtung von Hilfsfundamenten und Betonlisenen

In Feuchtwangen im Landkreis Ansbach wird derzeit die Stadtmauer restauriert. Sie wurde etwa 1395 bis 1450 unter Einbeziehung der älteren, sogenannten öttingischen Veste angelegt. Von der Stadtmauer sind vor allem auf der West-, Nord- und Ostseite größere Bereiche erhalten. Besonders eindrucksvoll ist die nördliche, der Geländetopographie folgende Stadtmauerecke.

Die Mauer ist hier in ihrer vollständigen Höhe erhalten, ihr Aufbau lässt sich hier von den charakteristischen Fundamentbögen bis hin zum Wehrgang besonders gut nachzuvollziehen. Einen besonderen Akzent erhält dieser Stadtmauerabschnitt beim sogenannten Nixelareal durch den auf einem Strebepfeiler ruhenden runden Eckturm.

Massive konstruktive Schäden an der Mauer haben zu einer deutlichen Schrägstellung von bis zu 7 Grad geführt, so dass dieser Abschnitt akut einsturzgefährdet ist. Fortschreitende Rissbildung im Mauerwerk sowie mangelhafte Gründung ergänzen das Schadensbild. Die Schäden wurden erkannt, nachdem vor vier Jahren Holzschuppenanbauten abgebrochen und die Mauer freigelegt wurde. Im Jahr darauf erfolgten die notwendigen Bauuntersuchungen, so dass nun die konstruktive Sicherung der gefährlichen Schrägstellung beginnen kann.

Dabei geht es um Nachfundamentierung und -gründung sowie die Errichtung von Hilfsfundamenten und Betonlisenen. Die Denkmalbehörden haben mit der Stadt als Eigentümerin und ihren Planern alle Alternativen geprüft und halten einzig die Lösung mit den Betonlisenen, die an der künftig öffentlich begehbaren Maueraußenseite errichtet werden sollen, für gangbar – an die Innenseite der Mauer grenzen Privatgrundstücke, die nicht gefährdet sind, da die Mauer nach außen schräg steht.

Das Anwesen des sogenannten Nixelareals wurde der Stadt 2002 vererbt. Es beinhaltet neben Freianlagen ein Wohnhaus, eine Scheune und weitere Nebengebäude. Die zu fördernde Maßnahme ist Bestandteil eines großen Bauabschnitts, durch den auch der historische Stadtmauerabschnitt von außen zugänglich wird. Unmittelbar daneben nutzt die Stadt die mitgeerbte Scheune als Schlechtwetterbühne für die beliebten Feuchtwanger Kreuzgangspiele. Auch dieses Areal soll für diese Nutzung ausbaut werden.

Feuchtwangen entstand aus dem zum Säkularkanonikerstift mit Augustiner-Chorherren umgewandelten Benediktinerkloster St. Salvator. Die Stauferkaiser gründeten die Stadt im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts, fünfzig Jahre später ist Feuchtwangen bereits Reichsstadt.

Die Denkmalschutzstiftung stellte kürzlich 50.000 € für die Wiederherstellung der Stadtmauer zur Verfügung. Das Geld stammt aus Spenden und Mitteln der GlücksSpirale sowie der Rentenlotterie von Lotto.

Quelle: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

(12.10.2017)