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In der Friedenskirche in Potsdam wird das Mosaik in der Apsis und der Marmor auf dem Fußboden restauriert

Der Marmorfußboden in der Friedenskirche im Potsdamer Park Sanssouci. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Das Gotteshaus ist ein Beispiel par excellence für das Lebensgefühl von Preußens Oberschicht zu Zeiten der Industrialisierung

Die Friedenskirche im Potsdamer Park Sanssouci ist ein Beispiel par excellence für den Geschmack von Preußens Oberschicht in der Mitte des 19. Jahrhunderts: sie steht in einer romantischen Landschaft, das Gebäude selbst ahmt Bauten aus Norditalien nach. Während sich die Welt damals in einem radikalen Umbruch befand und die Industrialisierung das Arbeiten und Wohnen auf den Kopf stellte, suchte König Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) die Versenkung in einer paradiesischen Traumwelt.

Berühmt ist die Kirche unter anderem für die vielfältigen Marmorsorten, mit denen das Innere gestaltet ist. Derzeit wird das Dach, das Mauerwerk und der Putz saniert. Auch sind Teile der Natursteinmuster im Fußboden brüchig.

Altar und Apsis in der Friedenskirche. Foto: Ra Boe / Wikimedia Commons

Danach steht in einem zweiten Bauabschnitt bis Herbst 2018 die Restaurierung des Mosaiks in der Kuppel der Apsis an: der König hatte es aus einer zum Abriss bestimmten Kirche bei Venedig gekauft und nach Potsdam bringen lassen. Nun muss die Oberfläche gereinigt und das Mörtelbett stabilisiert werden. Gelockerte Steinchen sind zu sichern.

Dafür werden mehr als sechs Millionen € und für diese Summe Unterstützer benötigt, weshalb die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zu Spenden aufgerufen hat.

Die evangelische Friedenskirche liegt im Marly-Garten im Park Sanssouci gleich am Grünen Gitter. Auf Wunsch und unter Beteiligung des künstlerisch begabten Königs wurde sie nach Plänen des Hofarchitekten Ludwig Persius gebaut, wobei der König mehrfach die Entwürfe zurückwies.

Die Friedenskirche. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Die Kirche ist eine dreischiffige Säulenbasilika ohne Querhaus mit einem 42 Meter hohen Campanile. Das 13,5 Meter hohe Hauptschiff überragt die halb so breiten Seitenschiffe. Rundbogenarkaden zeigen den Übergang an. Der Komplex der Friedenskirche und ihrer Nebenbauten ist oberitalienischen Klosterbauten nachempfunden.

Als Vorlage diente ein idealisierter Kupferstich von San Clemente in Rom. Die Grundsteinlegung erfolgte am 14. April 1845, die Weihe fand am 24. September 1848 statt. An den Nebenanlagen wurde noch bis 1854 gebaut.

Spendenkonto für die Friedenskirche:
IBAN: DE71 500 400 500 400 500 400; BIC: COBADEFFXXX
Kennziffer: 1009998Xfriedenskirche

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

(26.11.2017)