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Neues Geld für die Natursteinarbeiten am Westturm des Freiburger Münsters

Das Freiburger Münster in einer Aufnahme zwischen 1890 und 1900. Quelle: Wikimedia Commons / The Library of Congress

Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt 107.340 € zur Verfügung / Turm durch witterungsbedingte Schäden gefährdet

Am Westturmhelm des Freiburger Münsters gehen die Natursteinarbeiten weiter. Für die restauratorische Instandsetzung im Galeriebereich und am Turmhelmkranz stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) 107.340 € zur Verfügung. Das Geld stammt aus zweckgebundenen Spenden, der Lotterie GlücksSpirale und von der Michael-Schepelmann-Stiftung, wie es in einer Pressemitteilung der DSD heißt.

Das Freiburger Münster ist ein herausragendes Beispiel für das bürgerliche Selbstbewusstsein und den Kunstsinns des Mittelalters. Zwischen 1200 und 1513 entstand in dem Bestreben, die jeweils modernste Stilrichtung zu übernehmen, ein Bauwerk mit vielen architekturhistorischen und künstlerischen Höhepunkten.

Die über drei Jahrhunderte währende Bauzeit lässt sich an den Hauptteilen ablesen: dem spätromanischen Querhaus, dem hochgotischen Langhaus mit vorgestelltem Westturm und dem spätgotischen Langchor mit Umgang und Kapellenkranz.

Natursteinarbeiten am Westturm des Münsters. Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Der 1330 fertiggestellte Westturm ist der erste Maßwerkturm des Mittelalters. Er ist in einen dreigeschossigen unteren Teil und einen achteckigen oberen Teil mit Maßwerkhelm, einem vollkommen durchbrochenen Steinhelm, gegliedert.

Nach Fertigstellung dieses 116 Meter hohen Westturmes gehörte das Münster über ein Jahrhundert zu den höchsten Gebäuden der Welt. Kunsthistoriker rühmen das Münster Unserer Lieben Frau zu Freiburg als Bau, der den „schönsten Turm der Christenheit“ trägt, den ersten vollkommen durchbrochenen Steinhelm in der Geschichte der Gotik – ein Dach, durch das die Sonne immer scheint.

Der filigran durchbrochene, steil aufwärtsstrebende Turm ist seit Jahren immer wieder durch witterungsbedingte Schäden gefährdet. Zeitweise bestand sogar Einsturzgefahr. Einzelne Steine sind bereits abgefallen – Risse, schadhafte Fugen und Eisenkorrosion bedrohen das Wahrzeichen der Stadt.

Da Freiburg seit 1827 Bischofssitz ist, wäre die Kirche heute formell eine Kathedrale, wird aber aus Tradition „Münster“ und nicht „Dom“ genannt.

Quelle: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

(21.12.2017)