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Jens Trimpin im Museum Deutschhof, Heilbronn: Quader aus massivem Stein, die eine (Kipp-)Bewegung zu haben scheinen

Jens Trimpin, Ohne Titel, 2015, Syenit.

Das Museum zeigt noch bis zum 28. Januar 2018 Arbeiten des Bildhauers aus 40 Schaffensjahren

Jens Trimpin, Jahrgang 1946, ist bekannt für seine Steinskulpturen mit den Grundformen Würfel, Quader oder rechteckige Stelen. In 40 Schaffensjahren blieb er dem Material Stein treu, mit dem Fokus auf Marmor, Granit und Syenit. Das Museum im Deutschhof in Heilbronn zeigt noch bis zum 28. Januar 2018 einen Überblick von den frühen, noch grob behauenen Skulpturen, bis hin zu aktuellen Arbeiten sowohl aus Marmor als auch aus Granit.

Der Künstler studierte in den 1960er-Jahren an der Freien Akademie Mannheim und im Anschluss an der Nürnberger Akademie der Bildenden Künste. Im Laufe der 1970er-Jahre vollzog er den Schritt von dem Figürlichen in die Abstraktion und wandte sich ganz hin zu den geometrischen Grundformen.

Trimpin arbeitet ohne Vorzeichnung oder plastischem Entwurf direkt in den Stein (taille directe).

Blick in die Ausstellung. Im Hintergrund die älteste Arbeit, ein Kopf aus Kalkstein aus dem Jahr 1972, im Vordergrund die jüngste Arbeit, ein Marmorwürfel aus dem Jahr 2017.

Auf der Webpage des Museums heißt es: „Souverän gelingt es ihm, Bewegung in das harte und schwere Material Stein zu bringen. Dies erreicht er in den frühen 1980er-Jahren, indem er jede Seite des Steins in Teilflächen zerlegt, die er dann dyna¬misch zusammenfasst. Ferner – und das gilt für bei¬nahe alle Werke – nimmt Trimpin seinen Skulp¬turen die sichere, durchgehende Standfläche. Indem er ausgerechnet in diesem Be-reich Material reduziert, suggeriert er ein Kippen der Skulp-tur und verweist so auf deren Gewicht und die Wirkung der Schwer¬kraft auf den Stein.“

Jens Trimpin, „Kleiner Kopf“, 1972, Kalkstein.

„In den 1990er-Jahren werden die Skulp¬turen kompakter, die Mini¬mierung der Stand¬fläche hin¬¬gegen treibt Trimpin an die Grenze des bildhau¬erisch Möglichen. Seit etwa 2000 werden seine Skulpturen insgesamt formal gleichförmiger und stehen sicher auf ihren Sockeln. Die Bewegung geht jedoch nicht ver-loren. Stand- und Deckfläche der Skulptur werden gegenläufig zueinander gedreht, so dass der ganze Block in eine leichte Torsion versetzt wird.“

Blick in die Ausstellung. Im Vordergrund die Skulptur „Ohne Titel (Christoph Voll zum Gedenken)“, roter schwedischer Granit aus dem Jahr 2002, im Hintergrund Ohne Titel, 1988-90, Marmor.

Trimpins Skulpturen lassen sich nicht auf einen Blick erfassen, alle Seiten des Blocks – auch die Stand¬fläche – sind unterschiedlich gestaltet. Also ist auch der Betrachter ist ge¬zwungen, in Bewegung zu setzen, um den Werken näher zu kommen.

Dauerausstellungen im Museum Deutschhof sind „Salz, Sand, Saurier“, Heilbronner Naturgeschichte; „Tasse, Teller, Tafel“, Meisterwerke aus der Sammlung; Heilbronn am Neckar – Entwicklung einer Stadt am Fluss; Archäologie im Heilbronner Land.

Städtische Museen Heilbronn

Jens Trimpin

Fotos: Frank Kleinbach, Stuttgart

Links: Jens Trimpin, Ohne Titel, 2012/13, Marmor; Rechts: Jens Trimpin, Ohne Titel, 1991, Koelgar Marmor.

(12.01.2018)