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Cheops-Pyramide: gibt es in der kürzlich entdeckten Kammer den „Eisernen Thron“ für die Himmelsreise des Pharaos?

Die Pyramiden von Gizeh, im Vordergrund das Bauwerk für Pharao Cheops. Foto: Giulio Magli

Giulio Magli vom Politechnico di Milan hat eine Erklärung für einen „Großen Leerraum“ inmitten der gewaltigen Kalkstein-Masse vorgelegt

Anfang November 2017 veröffentlichten Mehdi Tayoubi (Hip Institute, Paris) und Kunihiro Morishima (University of Nagoya, Japan) Ergebnisse ihres Scan-Projects an der Cheops-Pyramide: bei Messungen, wie Elementarpartikel (Myonen) die gewaltige Masse aus Kalkstein durchdringen, waren sie im Inneren auf einen „Großen Leerraum“ mit wenigstens 30 m Länge und 8 m Höhe gestoßen.

Giulio Magli, Direktor der Abteilung für Mathematik und Professor für Archäoastronomie an der Polytechnischen Hochschule in Mailand hat nun die erste Erklärung für die geheimnisvolle Kammer vorgelegt. „Die Cheops-Pyramide aus den Jahren um 2550 v. Chr. ist eines der größten und komplexesten Bauwerke der Architekturgeschichte. Die Räume im Inneren sind durch schmale Tunnel erreichbar. Einer davon öffnet sich zur Großen Galerie, an die sich der Zugang zur Grabkammer anschließt. Genau über dieser Galerie liegt die neuentdeckte Kammer. Fest steht, dass diese Kammer keine statische Bedeutung hat. Denn die darunterliegende Galerie hat als Decke ein Gewölbe, das die Lasten von oben ableitet.“

Was also könnte die Funktion des „Großen Hohlraums“ sein?

Professor Magli hat für seine Erklärung die uralten Texte über Ägyptens Begräbniskultur herangezogen. In diesen heißt es im Bezug auf die Pyramiden, dass der Pharao, bevor er bei den Sternen am Nordhimmel sein Weiterleben findet, durch „Die Tore des Himmels“ gehen muss. Dafür soll er auf einem „Eisernen Thron“ Platz nehmen.

Schnitt in Nord-Süd-Richtung durch die Cheops-Pyramide. Der angebliche „Große Hohlraum“ ist wolkig gekennzeichnet. Quelle: Giulio Magli

Nun gibt es in der Cheops-Pyramide 4 enge Schächte mit der Weite etwa eines Handtuchs, die auf die Sterne ausgerichtet sind. Zwei dieser Öffnungen münden in der Außenhaut des Bauwerks, 2 andere enden in schmalen Türen. Einer dieser Gänge, ist ohne Ergebnis häufiger untersucht worden. Der andere in Richtung Norden ist noch unberührt und versiegelt.

Möglicherweise führen diese Gänge zu den „Toren des Himmels“, und vielleicht führt die kürzlich entdeckte langgezogene Kammer genau zu der Tür in Richtung auf die nördlichen Sterne. Die neu entdeckt Kammer könnte unter der Spitze der Pyramide den „Eisernen Thron“ beherbergen.

Hinweise auf diesen Sitz kann der Thron von Königin Hetepheres geben. Sie war Cheops’ Mutter. Ihr Sitz für die Himmelsreise war in Bruchstücken entdeckt und von Wissenschaftlern der Harvard Univeristy rekonstruiert worden.

Es handelt sich um einen niedrigen Sitz aus Zedernholz, der mit Gold und Fayencen geschmückt ist.

Im Fall von Cheops könnte der Schmuck aus Eisen sein. Denn bekannt ist wiederum aus den alten Schriften, dass die Ägypter Meteoriteneisen kannten und um das Schmelzen und Bearbeiten wussten. Es galt ihnen als himmlisches Metall.

Der Schwachpunkt an dem Erklärungsversuch zu den neuen Messungen ist, dass die Bilder ungenau sind. Man kann sie mit Röntgenaufnahmen vergleichen, die man nur versteht, wenn man weiß, wie man sie lesen muss.

Ägyptische Spezialisten jedenfalls haben schon Zweifel an der Theorie von Professor Magli angemeldet. Untersuchungen vor Ort soll es bis auf Weiteres nicht geben.

(17.01.2018)