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Neue Theorie: Oolith wurde mithilfe von Mikroben gebildet, nicht von Ablagerungen rund um Körner auf dem Meeresboden

Ooide im Rogenstein-Oolith. Foto: ANU

Simulationen internationaler Wissenschaftler erklären, wie Biofilme vor bis zu 340 Millionen Jahren mineralisiert wurden

Der Kalkstein Oolith besteht fast vollständig aus millimetergroßen Karbonat-Kügelchen, die nach dem griechischen Wort für Ei „Ooide“ genannt werden. Er kommt weltweit vor und ist von alters her ein beliebter Baustoff.

Eine neue Studie unter Federführung von Wissenschaftlern der Australian National University (ANU) hat nun herausgefunden, dass die winzigen Kügelchen sich aus Microfilmen vor bis zu 340 Millionen Jahren gebildet haben. Das widerspricht der derzeit gängigen Schneeball-Theorie, wonach die Ooide aus mineralischen Bestandteilen entstanden, die in der Wellenbewegung auf dem Meeresboden rollten und Lagen von Sediment an sich anlagerten.

„Die von uns entwickelten mathematischen Modelle erklären die Lagenstruktur im Ooid und sagen auch voraus, dass es nur bis zu einer bestimmten Maximalgröße wachsen kann“, sagt Professor Murray Batchelor von der ANU.

Details der Mineralisierung sind im Online-Wissenschaftsmagazin IFL beschrieben: danach begann der Prozess mit einem Biofilm aus Einzellern, dessen einzelne Bestandteile unter günstigen Bedingungen sehr dick werden konnte. Wann immer diese Biofilme abstarben, setzte die Mineralisierung ein. Ablagerungen von Kalziumkarbonat aus dem Wasser zementierten diese Teilchen zu festen Kalkstein zusammen.

Ooide im Rogenstein-Oolith. Foto: ANU

„Viele Oolithe geben ausgezeichnete Steine fürs Bauen ab,“ sagt Dr. Burne von der ANU. „Mississippi-Oolith aus Indiana wurde für Teile des Pentagon und ebenso des Empire State Building verwendet. Englischer Oolith aus dem Jura kam beim Buckingham Palace zum Einsatz, ebenso in großer Menge in der Stadt Bath, beim British Museum oder der St. Paul’s Cathedral“.

Und: „Unsere Studie zeigt, welche große Rolle die winzigen Einzeller auf der Erde und für unser Leben spielen“, so Burne.

Weitere Forscher aus dem internationalen Team waren Professor Bruce Henry (University of New South Wales), Dr. Fei Li (Southwest Petroleum University, China) und Professor Josef Paul (Geowissenschaftliches Zentrum der Universität Göttingen).

Die Studie wurde in den Scientific Reports veröffentlicht.

Australian National University

IFL Science

Dr. Bob Burne (sitzend) und Professor Murray Batchelor. Foto: Lannon Harley, ANU

(20.02.2018)