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NEOM am Golf von Akaba: Saudi Arabien plant die Zukunft

NEOM am Golf von Akaba. Quelle: NEOM

Auf einem riesigen Gelände soll unter anderem umweltfreundlich gebaut werden, also müsste Naturstein gute Chancen haben

Laut der grob umrissenen künftigen Bauvorschriften müsste Naturstein viel Verwendung finden in NEOM, einem der aktuellen Megaprojekte in Saudi Arabien: „Von Regelungen, die Häuser mit Null-Kohlenstoff-Freisetzung zum Standard machen“ ist die Rede in einer Presseerklärung von Kronprinz Mohammed bin Salman, der das Vorhaben im Oktober 2017 der Öffentlichkeit vorstellte.

Schließlich sind Marmor, Granit & Co als Baustoffe einfach vorhanden, verbrauchen also keine Primärenergie in der Herstellung. Und außerdem sind die Transportkosten gering: von Ägypten über Palästina und Jordanien bis nach Oman oder in die Türkei gibt es in diesem Teil der Welt entwickelte Steinbrüche und Verarbeitungswerke.

NEOM soll im Nordwesten Saudi Arabien wachsen, genauer gesagt: am Ufer des Golfs von Akaba mit Ägyptens Sinai-Halbinsel auf der anderen Seite des Meeresarms und Jordanien im Norden. Teile des Projektes sollen sich bis in die beiden Länder ausdehnen. Bisher gibt es dort entlang der Küstenlinie von 465 km Länge und einer Bergkette mit Höhen bis zu 2500 m nur wenig von wirtschaftlichem Interesse.

Ein ideales Terrain also, um richtig groß zu planen. Etwa 26.500 km² soll NEOM umfassen, das ist etwa die Fläche des US-Bundesstaates Massachusetts.

Auch die Vision verspricht Großes: Dort „soll das nächste Kapitel der Menschheitsgeschichte geschrieben werden“, wie es in einem Video auf der Webpage des Projektes heißt.

Ein paar Schlagworte aus den Beschreibungen: die Energie wird von Sonne und Wind kommen, die Alltagsabläufe werden digital organisiert, in den Fabriken übernehmen Roboter die Routinearbeiten und alle Produktion ist umweltfreundlich.

In NEOM sollen die Klügsten aus der ganzen Welt Quartier sich ansiedeln und die Produkte der Zukunft entwickeln, unter anderem in den Bereichen Biotechnologie, Mobilität, Energie, Wasser, Medien und Unterhaltung.

„Erträglich sind die Temperaturen dort aufgrund der ständigen Brise“, wird in der Pressemitteilung ausdrücklich erwähnt.

Interessant auch ein politscher Aspekt: „NEOM wird – bis auf die Souveränität – unabhängig von dem staatlichen Rahmen des Königreichs sein“, heißt es kryptisch. Die Presse vermutete dazu, dass der Kronprinz hier einen liberalen und modernen Islam in Kraft setzen will.

Die stattliche Summe von 500 Milliarden US-$ soll in den kommenden Jahren investiert werden. Das Geld kommt vom saudischen Public Investment Fund Saudi Arabian Public Investment Fund und von Investoren.

Das Projekt steht im Rahmen des National Transformation Plan und der „Vision 2030“. Danach soll das Königreich den Reichtum aus der Ölförderung nutzen, um eine moderne Wirtschaft aufzubauen, die die internationalen Fachkräfte anzieht und mit hochwertigen Produkten die internationalen Märkte erobert.

Die Lage am Gold von Akaba ist günstig: durch den Suezkanal und das Rote Meer geht laut NEOM-Pressemitteilung rund ein Zehntel der internationalen Warenströme. Vom Golf können per Flugzeug 70% der Weltbevölkerung in weniger als 8 Stunden erreicht werden.

NEOM

Saudi Arabia’s Vision 2030

(23.02.2018)