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Draenert: zum 50. Jubiläum ein neues Exemplar für die Art Edition des Unternehmens

Draenert Art Edition: „Marble Wing“, Entwurf: Hadi Teherani.

Der bekannte Architekt Hadi Teherani hat für die deutsche Firma für exklusives Möbeldesign die Chaiselongue „Marble Wing“ kreiert

Zum 50. Firmenjubiläum hat die Firma Draenert auf der Messe IMM Cologne (15.-21. Januar 2018) wieder einmal ein Möbelstück für ihre Art Edition vorgestellt. Es handelt sich um Hadi Teheranis Chaiselongue „Marble Wing“, die aus einem massiven Block aus Carrara Marmor gefertigt wurde. Weiter unten mehr dazu.

Draenerts Art Edition realisiert ein besonderes Geschäftsmodell: es werden renommierte Architekten oder Designer eingeladen, ein Möbelstück zu entwerfen – es ist deren Name, der dem Stück und natürlich auch dem Auftraggeber und seiner Fertigung Aufmerksamkeit bringt.

Manche Leute betreiben mit dem Kauf solcher Objekte sogar Geldanlage.

Dr. Patric Draenert (rechts) auf der IMM Cologne 2018 im Gespräch mit Hadi Teherani.

Die Tatsache, dass das Stück nur in limitierter Auflage produziert wird, treibt die Preise nach oben, und es ist häufig eine Art von Fangemeinde, die die Arbeiten eines Stars sammelt.

Schließlich: Für die Firma selbst bringen außergewöhnliche Projekte wichtige neue Impulse. Indem sie, wie es in der Draenert-Pressemitteilung heißt, „sich in Grenzbereiche wagen“, wo sie die „Themen der Architektur, der Literatur und der Bildenden Kunst“ zusammenführen.

Ron Arads Sessel für die Draenert Art Edition steht im Metropolitan Museum of Art in New York.

Einige Stücke aus Draenerts Art Edition haben inzwischen den Weg in die berühmten Museen der Welt geschafft. Das natürlich war auch dem auch Markennamen dienlich.

An dieser Stelle müssen wir, bevor wir uns endlich Hadi Teheranis Chaiselongue zuwenden, ein paar Takte zur Firmengeschichte verlieren.

Firmengründer Dr. Peter Draenert.

Dr. Peter Draenert, der Vater des heutigen Unternehmenschefs, war von Haus aus studierter Germanist und Kunstgeschichtler. Sein Berufsziel lautete Journalist, besser: Chefredakteur, Verleger oder so.

Es wird die Geschichte erzählt, dass er in den 1960ern zusammen mit seiner Ehefrau Karin die Wohnung einrichten wollte, dass die beiden aber keinen Tisch fanden, der ihnen gefiel. Irgendwann stießen sie zufällig auf der nahen Alb auf eine Platte von Ölschiefer mit einem spektakulären Ammoniten drin.

Draenert: Tisch „Primus“.

Damit war die Platte für den Tisch „Primus“ ausgeguckt, klar. Die Beine aus verchromtem Metall zu fertigen war nicht viel schwerer, denn Ehefrau Karin stammte aus einem galvanischen Betrieb, wo man Erfahrung auch mit gerundeten Formen hatte, wie sie zuvor Ehemann Peter entworfen hatte.

Freunde waren begeistert, und so zogen diese Möbel jenseits der Massenware schnell Kreise. Immer stand das Wertvolle im Mittelpunkt, sowohl von der Formgebung als auch von den Materialien her.

Patric Draenert aus der nächsten Generation, der seinen Doktortitel in Betriebswirtschaft absolvierte, steuerte nach der Firmenübernahme zwar selber nur wenige Entwürfe bei. Jedoch war er es, der die mechanischen Ansätze zum Ausziehen der Esstische weiter verfeinerte und neue Funktionen entwickeln ließ.

Diese Mechaniken sind inzwischen zu einem weiteren Markenzeichen der Firma geworden. Erwähnen wollen wir nur den Tisch „Fontana“, der sich mit geringfügigem Anstoß quasi selber auszieht, oder „Tadao“, ein runder Tisch mit einem drehbaren Innenkreis. Wir wissen, die Gegend zwischen Schwarzwald und Bodensee war ehemals das Terrain der Feinmechaniker.

Draenert: Tisch „Barcode“.

Gelegentlich wurden in der Art Edition auch aktuelle Themen umgesetzt, zum Beispiel beim Tisch „Barcode“, der aus Naturstein-Reststücken (inklusive verborgenem Tragegestell) besteht.

Draenert Art Edition: „Marble Wing“

Nun endlich „Marble Wing“ von Hadi Teherani. Die Chaiselongue ist zweigeteilt, so dass man Oberteil (250 kg) und Unterteil (350 kg) separat transportieren kann. Um solch ein Gewicht zu tragen reichen ein paar Leute, die sonst Klaviere und Flügel ausliefern. Das Unterteil ist ausgehöhlt, natürlich.

Zwecks Standsicherheit sind beide Teile ineinandergesteckt.

Extrem ist der Kontrast: während das Oberteil fein poliert ist, kommt das Unterteil grob bearbeitet daher.

Draenert Art Edition: „Marble Wing“. Foto: Peter Becker

Schließlich: Jeder Sockel trägt das Signet des Architekten sowie eine Plakette mit dem Draenert-Logo und der Nummer aus der Gesamtauflage von 15 Exemplaren.

Der Kostenpunkt beträgt übrigens 82.000 €. Bis zur IMM Cologne im Januar 2018 war ein Exemplar schon verkauft und waren für 2 weitere die Verträge so gut wie unterzeichnet. Für solche Stücke besucht der Kunde natürlich den Steinbruch und sucht sich dort den Block seiner Wahl aus.

Auch andere Steinsorten als Marmor sind möglich.

Draenert

Hadi Teherani

Fotos: Draenert

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(12.03.2018)