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Es geschah bei Temperaturen zwischen 840 und 890° C, dass die Säulen des Giant’s Causeway entstanden

Der Giant’s Causeway, eine Touristenattraktion an der nordirischen Küste etwa 80 km von Belfast.

Eine Studie der Universität Liverpool bringt neue Erkenntnisse zu den geometrischen Formen, die man eigentlich nur auf Titanen der Mythologie zurückführen kann

Eine neue Studie von Wissenschaftlern der Universität Liverpool hat herausgefunden, bei welchen Temperaturen Lava strenge geometrische Säulen formt, wie man sie vom Giant’s Causeway an der Küste Nordirlands und von vielen anderen Touristenattraktionen weltweit kennt. Was man bisher nur wusste, das sie aus heißer Lava entstanden sein müssen – unklar war jedoch, ob sich dieses Phänomen der Geometrie in der Natur im heißen oder im kalten Zustand der Lava vollzog.

Die Forscher der Liverpooler School of Environmental Sciences haben nun nachgestellt, wie sich beim Abkühlen Stress in dem Gestein ansammelt, bis das Material in den ungewöhnlichen Formen zerbricht. Die Studie wurde ausgeführt mit Basaltsäulen des Eyjafjallajökull Vulkans auf Island.

Wissenschaftler und Studenten konstruierten einen Apparat, in dem Lava unter definierten Bedingungen abkühlen kann. Es stellte sich heraus, dass die Temperaturen dafür um 90 bis 140° C unter jenen 980° C liegen, bei denen das flüssige Magna zu Fels erstarrt.

Damit sind die Grenztemperaturen für die Entstehung der Säulen nun bekannt: sie liegen in Bereich zwischen 840 und 890° C.

Felssäulen in Island.

Yan Lavallée, Professor für Vulkanologie an der Universität Liverpool und Leiter der Studie, kommentiert: „Die Herausforderung lag darin, sich das richtige Experiment einfallen zu lassen.“

Dr. Anthony Lamur, der mit seiner Doktorarbeit an den Experimenten beteiligt war, fügt hinzu: „Die Versuche waren eine sehr komplex, dokumentieren aber die Kraft und die Bedeutung des thermalem Zusammenziehens für die Entstehung von Gestein.“

Dr. Jackie Kendrick, Post-doc Forscher in der Arbeitsgruppe, sagt: „Wir haben hier neue Erkenntnisse zur Zirkulation von Flüssigkeiten in heißen Gestein und zur Entstehung von Rissen gewonnen. Das kann man vielleicht auch für Wärmegewinnung aus Bruchzonen im Untergrund nutzen. Auch für die Vulkanologie ergeben sich Folgerungen.“

Wichtig für Vorhersagen etwa über die Stabilität von Vulkanwänden ist nämlich zu wissen, wie das Gestein sich in der Abkühlung verhält und wie Risse entstehen.

Die Studie wurde in Nature Communications veröffentlicht doi:10.1038/s41467-018-03842-4.

University of Liverpool

Quelle: University of Liverpool

(23.04.2018)