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Phidias’ Göttinnen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. waren Inspirationen für Rodins „Der Kuss“ von 1882

Auguste Rodin: „Der Kuss“, breite Version, nach 1898, Gips, Abformung von der 1. Version in Marmor. © Musée Rodin

Der französische Bildhauer bewunderte die antike griechische Kunst und besonders die Arbeiten am Parthenon, so eine Ausstellung im British Museum

Auguste Rodin (1840 – 1917) war einer der größten und wichtigsten Bildhauer der jüngeren Vergangenheit. Jedoch war bisher wenig bekannt, dass er viele Inspirationen für seineAarbeiten von dem antiken Künstler Phidias bezog, der die Skulpturen am Parthenon geschaffen hatte. Das British Museum zeigt bis zum 29. Juli 2018 die Ausstellung „Rodin and the art of ancient Greece“ (Rodin und die Kunst des antiken Griechenlands), bei der Arbeiten von Rodin mit antiken Stücken in Beziehung gesetzt werden.

Die Ausstellung, die von der Bank of America Merrill Lynch unterstützt wird, arbeitet heraus, wie Rodin regelmäßig nach London fuhr, um im British Museum Anregungen zu finden und Skizzen anzufertigen.

Jedoch: Rodin hatte nie zum Ziel, einfach nur Kopien der antiken Meisterstücke anzufertigen.

In einer Kooperation mit dem Musée Rodin in Paris werden über 80 Arbeiten in Marmor, Bronze und Gips gezeigt, zusätzlich dazu einige Skizzen von Rodin. Die Ausstellungsmacher haben sich von Rodins Studio in Meudon bei Paris inspirieren lassen, und zum 1. Mail seit der Eröffnung 2014 wird der Sainbury Flügel in London an beiden Enden von natürlichem Licht
erhellt.

Sowohl in Meudon als auch in Paris zeigte Rodin antike Stücke in herausgehobener Präsentation.

Göttinnen in durchsichtigen Gewändern, Figuren L und M vom östlichen Giebel des Parthenon, etwa 438-432 v. Chr. © The Trustees of the British Museum.Göttin, die aufsteigt, Figur K vom östlichen Giebel des Parthenon, etwa 438-432 v. Chr. © The Trustees of the British Museum.
Gezeigt wird, wie Rodins Werk „Der Kuss“ (1882) in Verbindung steht zu der Figur zweier Göttinnen vom östlichen Giebel des Parthenon. Eine der Figuren lehnt sich dabei sehr sinnlich an die andere an.

Das British Museum stellt diese Skulptur einer Kopie von Rodins „Der Kuss“ gegenüber. Es handelt sich um eine Gips-Kopie des Originals in Marmor, die Rodin selber in vielen Ausstellungen zeigte und von der später weitere Kopien angefertigt wurden. Sowohl die Göttinnen vom Parthenon als auch Rodins Werk sind einem Block Marmor herausgearbeitet. Bei beiden scheinen die Figuren miteinander zu verschmelzen.

Rodin in seinem Museum Antiker Kunst in Meudon, etwa 1910. Foto: Albert Harlingue. Bild: © Musée Rodin

Es war 1881 als Rodin zum 1. Mal London und das British Museum besuchte. Die Ausstellung dort beeindruckte in sehr, vor allem die antiken Skulpturen vom Parthenon. Später machte er sich immer wieder an die Themse auf und sagte einmal: „In meiner freien Zeit spuke ich im British Museum herum.“

Gezeigt werden auch Skizzen von Rodin, darunter welche vom Parthenon. Für einige benutzte er das Notizpapier des Thackeray Hotels. Das lag gegenüber des Museums und Rodin stieg dort gerne ab.

British Musuem: Rodin and the art of ancient Greece

The Guardian

Auguste Rodin, die Skizzen zeigen die Figur K vom östlichen Parthenon und eine Metope vom der südlichen Seite, 20. Februar 1905. Grafit auf Papier. © Musée Rodin Auguste Rodin: Pallas (Athena) mit dem Parthenon, 1896 Marmor und Gips. © Musée RodinnJugendliche, die sich auf einen Reiterumzug vorbereiten, vom nördlichen Fries des Parthenon, etwa 438–432 v. Chr., Marmor. © The Trustees of the British MuseumAuguste Rodin: „Das Eherne Zeitalter“, 1877. Bronze. Abguss in Sand vor 1916 © Musée Rodin

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(06.05.2018)