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Das oberste indische Gericht fordert die Regierung auf, Hilfe auch aus dem Ausland zum Schutz des Marmors am Taj Mahal heranzuholen

Das Taj Mahal im Jahr 2017. Foto: Toni Hütz

Der einst elfenbeinfarbene Naturstein wird seit einiger Zeit gelb und bekommt nun auch noch grüne und braune Flächen

Der oberste Gerichtshof von Indien hat die nationale Regierung angewiesen, sich um neue Expertenhilfe zu bemühen, damit die voranschreitende Verfärbung des Taj Mahal gestoppt werden kann. Dabei heißt es ausdrücklich, dass diese Hilfe auch aus dem Ausland kommen kann.

Lokale Medien zitieren die Vorwürfe der Richter an die Regierung: „Falls Sie über das Knowhow zur Problemlösung verfügen, haben Sie es bisher nicht angewendet. Vielleicht kümmert Sie die Sache aber auch nicht wirklich.“

Neu sind die Probleme mit dem einst elfenbeinfarbenen Marmor am Weltkulturerbe nicht. Während 3 Jahrzehnten hatte der Anwalt MC Mehta schon ein Verfahren durch alle Instanzen getrieben. Darin ging es darum, die Umweltverschmutzung in der Umgebung zu reduzieren. Im Jahr 1996 siegte er vor dem obersten Gericht, und zahlreiche Firmen in der unmittelbaren Umgebung wurden geschlossen oder zogen weg.

Aber die Dinge wurden nicht besser. Diesmal hat der Gerichtshof Fotos von Umweltschützern ausgewertet, die zeigen, dass der jetzt gelbliche Grundton sich in Bereichen zu grün und braun gewandelt hat.

Experten vermuten die Verschmutzung des Yamuna Rivers als Ursache: in dessen schlammigen Wassern brüten Insekten in extremer Zahl, die dann auf dem Marmor ihre Exkremente hinterlassen würden, wie internationale Medien berichten.

Schon lange machen auch Pilze dem Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert zu schaffen. Der Atem von rund 70.000 Besuchern täglich schafft ideale Lebensbedingungen für die Pilze, dies besonders in der Gruft mit den Särgen von Erbauer Shah Jahan und seiner 3. Ehefrau Mumtaz Mahal.

Bereits seit 2015 versucht die Verwaltung des Taj Mahal, mit Bleicherde dem Gelbschleier Herr zu werden. Deshalb befinden sich aktuell Teile der Anlage unter Gerüsten. Diese Reinigung wird wenigstens bis Ende dieses Jahres andauern.

BBC

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(03.05.2018)