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Die mächtigen Sandsteinpfeiler an den Bloomberg-Headquarters in London könnten wie Atlas sogar die Erdkugel tragen

Foster + Partners: Bloomberg Headquarters, London.Stararchitekt Norman Foster entwarf für den Medienkonzern ein Gebäude, das Festigkeit und Verlässlichkeit ausdrückt

Sehr massiv wirkt das neue Bloomberg-Gebäude, das Stararchitekt Norman Foster in London gebaut hat. Vielleicht wollte der US-amerikanische Medienkonzern als Auftraggeber damit zeigen, dass er im Geschäft mit Information ein dauerhaftes und verlässliches Unternehmen ist.

Erzielt wird der Eindruck vor allem durch die mit Sandstein verkleideten Pfeiler, die über 8 Stockwerke in die Höhe ragen und bei denen man auch zutrauen würden, wie weiland Atlas die ganze Erdkugel zu tragen. Verstärkt wird das noch durch die Querstreben zwischen den Glasflächen.

Deren Dreiecksform greifen die „Kiemen“, so Foster + Partners, vor den Fenstern auf. Sie tragen auf der Vorderseite Bronze als ein weiteres prägendes Material der Fassade. Sie dienen dem Lärmschutz und der Verschattung, vor allem aber sind sie Teil eines energiesparenden Belüftungssystems.

Foster + Partners: Bloomberg Headquarters, London.

Dieses ist der wichtigste Bestandteil der baulichen Maßnahmen, mit denen das Gebäude in der britischen BREEAM-Zertifizierung das Niveau „Outstanding“ (Herausragend) erreicht hat. Laut Büro Foster hatte das zuvor noch kein anderes Bürogebäude in Großbritannien geschafft.

Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Zertifizierung waren die rund 9.600 t Sandstein, die aus der englischen Grafschaft Derbyshire ganz in der Nähe kommen. Die Bronzeplatten wurden in Japan gefertigt.

Foster + Partners: Bloomberg Headquarters, London.

Laut Architekt will das Gebäude, genutzt übrigens als Europa-Headquarters von Bloomberg, sich in die Umgebung der Londoner City einpassen. Das angrenzende Magistratsgebäude aus Victorianischen Zeiten trägt denselben Stein, und nicht weit entfernt liegt die Saint Paul’s Cathedral als herausragendes Bauwerk mit Portland Kalkstein.

„Wir wollten etwas perfekt Modernes und erkennbar Britisches schaffen, das die Londoner Traditionen respektiert“, resümiert der Architekt.

Foster + Partners: Bloomberg Headquarters, London.

So macht das Gebäude auch ein wenig vom alten Londoner Stadtplan wieder sichtbar, der mit Neubauten aus den 1950ern verloren gegangen war: 2 bislang überbaute uralte Straßen wurden in Form eines Durchgangs durch den Bloomberg-Komplex wiederbelebt. Entlang der Passage befinden sich Geschäfte und Restaurants.

Norman Foster: Bloomberg Headquarters

Noch mehr Geschichte gibt es auf der Fläche über einen kompletten Straßenblock: ganz früher verlief nämlich das Flüsschen Walbrook auf der Linie der Passage; es ist schon lange verrohrt und im Untergrund verschwunden. Im neuen Durchgang erinnern 3 Brunnen an diesen Wasserlauf. Es sind Becken mit starker Strömung und reichlich Pflanzenwuchs wie in einem echten Wildbach. Entworfen hat sie die spanische Künstlerin Cristina Iglesias.

Bemerkenswert im Inneren des Gebäudekomplexes ist unter anderem die Rampe, die über 6 Geschosse nach oben führt. Die Verkleidungen an den Decken orientieren sich an Mustern aus der Natur. Sie tragen die Beleuchtung, dämpfen den Schall und spielen eine Rolle bei der Belüftung.

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Foster + Partners: Bloomberg Headquarters, London.

(15.05.2018)