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Königliche Hochzeit in der St. George’s Chapel: auf dem Dach halten seltsame Kreaturen Wache

Seltsame Kreaturen schauen vom Dach der St. George’s Chapel herab. Foto: Aurelien Guichard / Wikimedia Commons

Die Queen’s Beasts sind Löwen, Einhörner, Drachen, Antilopen und viele andere und erinnern an die Wurzeln des Königshauses

Wenn am 19. Mai 2018 der britische Prinz Harry und die US-amerikanische Schauspielerin Meghan Markle die St. George’s Chapel von Schloss Windsor zu ihrer Hochzeitszeremonie betreten, werden ihnen vom Dach der Kirche 67 seltsame Steinfiguren zuschauen. Es handelt sich um Löwen, Einhörner, Drachen, Antilopen und viele andere und diese stellen die Wurzeln des Königshauses dar.

Oftmals werden sie als King’s Beasts oder Queen’s Beasts bezeichnet, was Verwirrung hervorruft – denn in den Kew Gardens und am Hampton Palace in London kann man 10 weitere solche Skulpturen in Stein finden.

Wir erklären, was es damit auf sich hat.

Exotische Tiere zu besitzen galt seit alters her als schick. Sie waren Symbole für die Macht der Herrscher und sollten deren weltweiten Einfluss dokumentieren. Auch dienten sie zur Unterhaltung des Hofstaates. Der Tower in London beherbergte ehemals 60 solcher Royal Beasts, denen es aber oft nicht gut ging.

Noch heute stehen Adler, Löwen und Bären oder mystische Kreaturen wie Einhörner oder Drachen für die Macht von Staaten.

Als Elisabeth II, die Großmutter von Prinz Harry, 1953 gekrönt wurde, standen 10 phantastische Kreaturen Wache vor der Westminster Abbey. Der Bildhauer James Woodford hatte sie geschaffen, aus Gips und jede 1,80 m groß.

Es waren unter anderem: Der Löwe von England, der Rote Drache von Wales, das Einhorn von Schottland, der Weiße Löwe von Mortimer, der Weiße Greyhound von Richmond und das Weiße Pferd von Hannover.

Die King’s Beasts vor dem Hampton Court Palace. Fotos: Philip Halling (links), Duncan Harris (rechts) / Wikimedia CommonsDie King’s Beasts vor dem Hampton Court Palace. Fotos: Man vyi / Wikimedia Commons

Für diese Queen’s Beasts hatte der Künstler sich von älteren Steinskulpturen vor dem Londoner Hampton Court Palace inspirieren lassen. Sie bezeugten die Herkunft von König Henry VIII und seiner 3. Ehefrau Jane Seymour.

Der Haupteingang zum Hampton Court Palace. Foto: Eliott Brown / Wikimedia Commons

Ihre Bezeichnung ist The King’s Beasts und sie stehen noch heute dort.

Da die Beasts nach der Krönung von Elisabeth nicht draußen verbleiben konnten, wurden sie im Windsor Castle untergestellt. Später fiel die Entscheidung, sie an ein Land des Commonwealth zu verschenken. Kanada nahm das Angebot 1959 an.

Heute können die Originale der Queen’s Beasts im Canadian Museum of History in Quebec bewundert werden. Anders als bei der Krönung sind sie inzwischen vollständig bemalt.

Allerdings hatte wiederum James Woodford im Jahr 1956 Kopien in Portland Kalkstein von den Originalen angefertigt. Spender war der Chef der Distillers Company in Edinburgh.

Kopien der Queen’s Beasts vor dem Palmenhaus in den Kew Gardens. Foto: Stephen Boisvert / Wikimedia Commons

Diese Beasts stehen heutzutage vor dem Palmenhaus der Kew Gardens in London.

Noch eine Geschichte zur Fassade der St. George’s Chapel: Kürzlich musste mal wieder eine der dortigen Grotesken erneuert werden. Das Wetter hatte sie über die Jahrhunderte zerstört, und es gab keine Aufzeichnungen zum Original. So wurde eine Skulptur nach moderner Kunst erstellt, und diese wurde im Jahr 2016 mit einem der Natural Stone Awards der Britischen Stone Federation ausgezeichnet (siehe Link).

So viel zum Äußeren der Kirche. Auch im Inneren gibt es Beispiele im Überfluss für die Verwendung von Natursein, wie Webseiten berichten.

Schließlich: Windsor Castle selber ist ein Schmuckstück aus Naturstein.

Die Hochzeitszeremonie in der St. George’s Chapel

Touristische Informationen über die St. George’s Chapel

Natural Stone Awards 2016

(19.05.2018)