www.stone-ideas.com

Steinbildhauer: mit Scanner und CNC die eigenen Arbeiten selber kopieren und vermarkten

Das Kopieren von Kunst bietet auch interessante Aspekte für die Künstler selber.

Die neuen Naturstein-Technologien bieten Künstlern Möglichkeiten, mit ihren Werken mehr Geld zu verdienen

Vor einigen Jahren hatten wir über den US-amerikanischen Bildhauer Walter Arnold berichtet, der von seinen Wasserspeiern oder Monsterfiguren Abgüsse macht und diese verkauft (Link siehe unten). Das gibt ihm ein zusätzliches Geschäftsfeld.

Mit den neuen Technologien der Steinbearbeitung hat sich nun eine weitere Variante des gewinnbringenden Kopierens der eigenen Werke aufgetan: statt aufwändige Abgussformen herstellen zu müssen, kann der Bildhauer mit dem 3D-Scanner und der CNC-Maschine schnell und kostengünstig Kopien in beliebiger Zahl herstellen.

Voraussetzung ist natürlich, dass er Zugang zu einem Betrieb hat, der über diese Techniken verfügt. Für den Betrieb besteht die Möglichkeit, seine Anlagen besser auszulasten.

Welche Produkte aus Bildhauerhand kommen für so etwas in Frage?

Zum einen natürlich die mittelgroßen Werke. Neu ist die Idee nicht: Auguste Rodin zum Beispiel hat in seinen Ateliers durch angestellte Bildhauer Kopien seiner Originale anfertigen lassen.

Grafische Arbeiten oder Druckwerke werden schon immer in limitierte Anzahl reproduziert.

Wichtig bei Arbeiten in Marmor, Granit usw ist, dass das Original erkennbar bleibt, weil es aus der Hand des Meisters stammt – zum Beispiel durch ein Zertifikat oder mit einem RFID-Chip als Sicherheit, der in den Stein eingesetzt ist. In Bibliotheken funktioniert diese Technik bestens.

Zum anderen ist das Kopieren auch interessant für Produkte, die als Dekorationen für den Alltag gedacht sind. Das können kleine Skulpturen sein, wie die von Walter Arnold.

Hier sind die Künstler gefordert, Produkte für den Massenmarkt zu entwickeln. Ein paar Beispiele:

* In China arbeiten ganze Heerscharen von Bildhauern daran, Tierfiguren in Stein herzustellen. Dabei handelt es sich meist nur um ungelenke Kopien der Natur – die Natur aber künstlerisch zu bearbeiten, ist die eigentliche Herausforderung.

Schöne Tierfiguren, künstlerisch bearbeitet, haben ihren Markt.Schöne Tierfiguren, künstlerisch bearbeitet, haben ihren Markt.

Wir zeigen Skulpturen, die wir auf verschiedenen Messen gesehen hatten.

* Gartenmauern haben oft Pfosten, zwischen denen der Zaun gespannt ist, und auf diesen Pfosten gibt es reichlich Platz für Skulpturen.

Die Ebene oberhalb des Erdbodens, zum Beispiel auf Mauern und Pfosten, haben Künstler bisher nur wenig im Blick.

Wir zeigen eine Schule in Berlin-Schöneberg, wo die Ergebnisse aus einem Keramikkurs die Passanten von oben herab grüßen.

* In jüngster Zeit schießt eine neue Familie von Einrichtungshäusern aus dem Boden: sie bieten Dinge für den Alltag an, die man eigentlich nicht braucht, die aber aufgrund ihres Design schön anzuschauen sind und die sich deshalb verkaufen. Inzwischen gibt es diese Geschäfte in allen großen Städten. Ihre Zielgruppe sind oft Touristen.

Zum Beispiel: Pylones aus Frankreich (http://www.pylones.com), Artek aus Finnland (https://www.artek.fi), Flying Tiger aus Dänemark (https://www.flyingtiger.com) oder Promobo aus Deutschland (http://www.promobo.de), um nur einige zu nennen.

Bemerkenswert aus Naturstein-Sicht hierbei ist: unter dem Schnickschnack in diesen Geschäften findet alles mögliche, nur (fast) nichts aus Naturstein.

Im Luxus-Bereich hingegen ist Naturstein präsent, zum Beispiel auf der Webpage der New Yorker Designerin Kelly Wearstler. Man findet hier unter anderem Fressnäpfe aus Marmor für noble Hunde
http://www.kellywearstler.com/.

Mit Industriedesign, also der Massenfertigung mit Maschinen, könnten Künstler und Designer auch auf diesen Markt Geld verdienen.

(24.05.2018)