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Inlands-Natursteinmarkt in China: die Augen richten sich auf den privaten Kunden aus der Mittelschicht

Zou Chuansheng bei seinem Vortrag auf dem World Stone Congress während der Stone Fair in Xiamen 2018.Auf dem World Stone Kongress während der Messe in Xiamen referierte der ehemalige Verbandspräsident über Herausforderungen für die Branche

Chinas Natursteinfirmen müssen sich auf gravierende Veränderungen im heimischen Markt einstellen. In den kommenden Jahren wird die größte Nachfrage nach Naturstein weniger aus großen Bauprojekten des Staates oder zum Beispiel von Hotelketten kommen, sondern von der Mittelschicht, die ihre Häuser und Wohnungen aufwerten will. Das sagte Zou Chuansheng in seinem Vortrag auf dem World Stone Congress während der Stone Fair in Xiamen (06.-09. März 2018).

Der große alte Herr von Chinas Steinbranche, mehr als 20 Jahre lang Präsident des nationalen Verbandes CSMIA und seit kurzem im Ruhestand, brach seine Analyse auf zwei zentrale Punkte herunter: im Umgang mit dem privaten Kunden wird von den Firmen eine neue Kommunikation und eine neue Qualität im Service und bei den Produkten gefordert.

Natürlich bezog Zou Chuansheng die Kommunistische Party in seine Ausführungen ein, aber das klang keineswegs wie eine Pflichtübung. Er verwies auf den 19. Nationalkongress im Oktober 2017, bei dem „ein besseres Leben“ für die Bevölkerung als eines der Ziele der Politik für die kommenden 5 Jahre definiert worden war. Wie Zou sagte, haben vor allem die Städter neue Ansprüche „an Bildung, an das Reisen, ans Essen und vor allem ans Wohnen“.

Hier sieht er die Chancen für die Branche, denn: „Naturstein kann zum Wohlgefühl im Haus beitragen.“

World Stone Congress in Xiamen 2018.Seiner Ansicht nach ist es „höchste Zeit“ zu einer „Transformation der Branche“ – interessant auch, dass Zou ausdrücklich und warnend auf die Bemühungen der Keramik- und Kunststeinbranche um die Mittelschicht hinwies.

Faszinierend war wie üblich bei Zous Vorträgen, dass er Zahlen vorlegte, um das von ihm postulierte Marktvolumen abzuschätzen. Er sprach von 1,69 Milliarden Quadratmetern an Wohnfläche, die im Jahr 2017 verkauft wurden – das war ein Anstieg um 7,7 % gegenüber dem Vorjahr. Hier sieht er eine enorme Nachfrage nach Modernisierung von Wohnraum. In ähnlichen Dimensionen schätzt er die Nachfrage nach neu gebautem privaten Wohnraum ein.

Um das Wachstum der chinesischen Mittelschicht zu veranschaulichen, benutzte Zou das Bild einer Olive: oben gebe es wenige Reiche, unten wenige Arme, dazwischen eine breite Mittelschicht, die Geld habe und dies ausgeben wolle.

„Der Natursteinmarkt wird sich bald zu einem Markt für besseres Wohnen entwickelt haben“ postulierte er.

Bisher sei dieser Trend jedoch den meisten Unternehmen vorbeigegangen. Dazu legte er Zahlen aus einer Befragung von großen Steinfirmen vor.

Als Gegenbeispiele nannte er die Gao Shi Group und Chengdu Pengji Stone, die sich inzwischen beinahe ganz auf das private Segment verlegt hätten.

Zou Chuansheng.

Gebraucht wird seiner Ansicht nach „mehr Kommunikation und mehr Qualität“. Der private Kunde erwarte nicht nur Gespräche vor der Auftragsvergabe, sondern auch „after-sales services“ (Service nach dem Kauf). Überhaupt: „Service ist wahrscheinlich der Schlüssel für die Transformation.“

Auch müssten für diese neuen Kunden neue Produkte entwickelt werden.

Schließlich: „Wir müssen dem Kunden deutlich machen, was das Besondere an Stein ist.“

Aus dem weiten Feld der Unternehmen sollten sich einige führende Firmen herausbilden, die ihrerseits sich zu Marken entwickelten und die gesamte Branche repräsentieren könnten. (Anmerkung der Redaktion: in der Automobilbranche, zum Beispiel, hat jedes Land solche Marken.)

Abschließend wünschte er sich ein Institut, „das den privaten Natursteinmarkt untersucht“. Auf den Steinmessen sollte es zu dem Thema regelmäßige Foren geben.

World Stone Congress 2018

CSMIA (chinesisch)

Fotos: Xiamen Stone Fair

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(29.05.2018)