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Neue Werkhalle II am Steinmetz-Fortbildungszentrum in Wunsiedel fertiggestellt

EFBZ Werkhalle II
Das EFBZ will sein Profil in den Bereichen Gestaltung und CNC-Maschinen stärken / 25. Bildhauersymposium vom 25. bis 30. Juni

In Wunsiedel im Fichtelgebirge wurde 1901 die erste Steinmetzschule in Deutschland gegründet. An diese Geschichte knüpft das dortige Europäische Fortbildungszentrums für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk an, das mit einer Feierstunde am 19. Mai 2018 seine neue Werkhalle II in Betrieb genommen hat. In dem zweistöckigen Gebäude mit 1250 qm Fläche gibt es nun 16 Arbeitsplätze für Steinbildhauer, einen Maschinenraum mit Fräsroboter sowie Theorie- und Sozialräume. Daneben finden sich auch Werkstätten für die Metall-, Holz- und Gipsbearbeitung.

Damit hat das EFBZ sein Profil vollendet. Gab es bisher im Wesentlichen die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung, Steinrestaurierung und die handwerkliche Denkmalpflege, Gesteinskunde und Dienstleistung für Betriebe, Sachverständige, Institute und Hochschulen, werden nun die Themen Kunsthandwerk, Design und Natursteinmechanik eine größere Rolle spielen. „In den neuen Räumen wird künftig schwerpunktmäßig dreidimensionales Formen, Zeichnen, Malen, Modellieren, Bildhauerei, Übertragungstechniken, 3-D Scannen und Drucken, CNC Steuerung von Steinbearbeitungsmaschinen unterrichtet“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Der Bau war 2013 begonnen worden und kostete knapp 5,4 Millionen Euro. Für die Maßnahme hat der Zweckverband des EFBZ laut Pressemitteilung „eine Förderung von 60% vom Bund und 30% vom Freistaat Bayern erhalten“. Am Ende lagen die Kosten sogar unter der zuvor veranschlagten Höhe.

Die Bedeutung, die der Erweiterungsbau nicht nur für das Zentrum selbst, sondern auch für die Stadt und für das ganze Fichtelgebirge hat, zeigte sich auch daran, dass der Bayerische Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer zur Eröffnung erschienen war. Er betonte in seiner Begrüßung unter anderem die Bedeutung des Handwerks für die Wirtschaft, wie die Zeitschrift „Naturstein“ berichtete: „Wir brauchen Master, aber wir brauchen vor allem mehr Meister“, zitiert sie ihn. Das EFBZ sei für ihn „ein Kraftzentrum des Steinmetzhandwerks“.

Natürlich war auch der Architekt der Halle anwesend, Peter Kuchenreuther mit Büro im nahen Marktredwitz. Er berichtete von seinem eigenen beruflichen Werdegang, der im Steinmetzhandwerk begann: vor rund 30 Jahren hatte er an der Berufsschule in Wunsiedel seine Gesellenprüfung abgelegt. Seine Sympathie für die Arbeit im Handwerk drückte er mit den Worten aus: „Man sieht, was man mit den eigenen Händen gemacht hat“, wie ihn die Frankenpost in einem Bericht zitiert.

Die Architektur reiht sich mit den ausgewählten Materialien in die Bauweise der Gegend ein: der Sockel der Halle ist mit Krustenplatten aus Kösseine Granit verkleidet. Das Obergeschoss trägt Schiefer, wie in der Gegend üblich. Kuchenreuther will sich mit der Werkhalle in diesem Jahr beim Bayerischen Architekturpreis bewerben.

„Den Außenbereich gestaltete Landschaftsarchitektin Marion Schlichtinger mit Werkstücken, die beim Bildhauersymposium mit internationalen Künstlern entstanden sind“, schreibt die Frankenpost weiter.

EFBZ Bildhauersymposium

Übrigens: das nächste öffentliche Bildhauersymposium auf dem Gelände des EFBZ findet vom 25. bis 30. Juni zum 25. Mal statt.

Die lange Liste der Gäste entnahmen wir der Frankenpost: „Hermann Rudolph, Landesinnungsmeister des Steinmetz-Handwerks und Vorsitzender des Zweckverbands für das EFBZ, freute sich bei der Einweihung der neuen Werkhalle über viele Ehrengäste. Außer Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer kamen aus der Politik Andreas Kepper vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Dr. Corinna Boerner von der Regierung von Oberfranken, Landtagsabgeordneter Martin Schöffel, Landrat Dr. Karl Döhler, viele Vertreter der Städte und Gemeinden im Landkreis sowie einige Mitglieder des Kreistages. Die evangelische Kirchengemeinde vertrat Pfarrer Jürgen Schödel und die katholische Pfarrer Günter Vogl. Auch der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Oberfranken, Thomas Koller, die Geschäftsführerin Nina Pörtner und das Vorstandsmitglied Markus Steininger vom Berufsbildungswerk des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks waren gekommen. Aus dem Zweckverband für das EFBZ nahmen die Mitglieder im Aufsichtsgremium Johanne Arzberger, Rainer Beck, Kai Hammerschmidt und Gerhard Kuchenreuther sowie als Vertreter der Geschäftsführung, Stefan Pommerenke, mit Team teil. Aus dem Kreis der am Bau Beteiligten kamen Architekt Peter Kuchenreuther, Landschaftsarchitektin Marion Schlichtiger und Mitarbeiter der Handwerksbetriebe. Aus dem Steinzentrum waren der Leiter Erwin Hornauer, Stellvertreter Jürgen Richter, Ausbildungsmeister Klaus Heinl und die Fachbetreuer Reinhard Kögler, Carolin Pfeuffer, Lisa Tauer sowie Sekretärin Barbara Harz anwesend.“

Europäisches Fortbildungszentrums für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk (EFBZ)

(10.06.2018)