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Naumburg plant ein Weltkulturerbe-Zentrum als zentrale Anlaufstelle für Besucher

Naumburger Dom

Sachsen-Anhalt betont, dass es nun mit 5 solchen Stätten auf 100 km Entfernung eine Dichte wie kein anderes deutsches Bundesland hat

Nach der Ernennung zum Weltkulturerbe soll am Naumburger Dom ein Weltkulturerbe-Zentrum als zentrale Anlaufstelle für Besucher entstehen. Es soll 2023 fertiggestellt sein und zwischen 7 bis 8 Millionen € kosten, wie die Vereinigten Domstifter mitteilen. Daneben wird eine der ersten Maßnahmen die Sanierung der Domkurie sein. Das ist ein Wohn- und Wirtschaftsbau im Umfeld der Kathedrale. Dafür sind 4 Millionen € vorgesehen.

Mit der Aufnahme des Naumburger Doms in die Liste des Weltkulturerbes verfügt Sachsen-Anhalt über 5 solche Stätten. Es sind neben dem Naumburger Dom die Altstadt von Quedlinburg mit Schloss und Stiftskirche, das Gartenreich Dessau-Wörlitz, die Lutherstädte Wittenberg und Eisleben und die Bauhaus-Stätten, die im kommenden Jahr 100. Gründungsjubiläum feiern. Damit habe das Bundesland ein ganz besonderes Alleinstellungsmerkmal, wie Kulturminister Rainer Robra sagte: nirgendwo sonst lägen auf 100 Kilometern Entfernung so viele Weltkulturerbestätten.

Künftig soll es deshalb entlang der Autobahn A 9 Schilder geben, die darauf hinweisen, dass der Verkehr auf einer „Weltkulturerbe-Autobahn“ fließt.

Auch will die Stadt besser werden bei Führungen in Fremdsprachen, wie die lokale Presse vermeldet.

Naumburger Dom

Zweimal war in den Jahren 2015 und 2017 Naumburg mit seiner Bewerbung gescheitert. Den ersten Antrag hatten die Unesco-Verantwortlichen als zu wissenschaftlich abgelehnt, und auch der zweite Versuch hatte eine Abfuhr bekommen. Damals war unter dem Titel „Der Naumburger Dom in der Kulturlandschaft an den Flüssen Saale und Unstrut“ die gesamte Region hinzugenommen worden. Das Urteil des Unesco-Komitees lautete, eine neue Bewerbung sollte sich besser allein auf den Dom beschränken.

Die steinerne Naumburger Kathedrale zählt jährlich um die 140.000 Besucher. Sie wurde um 1230 errichtet und gilt als herausragendes Beispiel der Spätromanik und Gotik. Eine der Besonderheiten des Bauwerksist, dass es bis heute weitgehend unverändert blieb.

Weltberühmt sind die Stifterfiguren, darunter Uta von Naumburg. Geschaffen hat die 12 Skulpturen der Naumburger Meister, von dem man nicht wirklich viel weiß. Bekannt ist nur, dass er das Handwerk als, modern formuliert: Steinbildhauer an den Kathedralen in Frankreich lernte, dann über Mainz nach Naumburg kam und später nach Meißen weiterzog.

Die Figuren wie auch der Dom sind aus Sandstein gefertigt.

Aufgenommen in die Liste des Weltkulturerbes in Deutschland wurde auch der Archäologische Grenzkomplex Haithabu und Danewerk in Schleswig-Holstein.

Förderverein Welterbe an Saale und Unstrut

Vereinigte Domstifter

Video „Der Naumburger Dom in der Kulturlandschaft an den Flüssen Saale und Unstrut“

Eine großartige Quelle über die Region ist das Buch „Natur – Stein- Kultur – Wein“ (Hrsg von Siegfried Siegesmund, Michael Hoppet und Klaus Epperlein, Mitteldeutscher Verlag), das in anschaulichen Texten mit reicher Bebilderung von den Natursteinen über die Tier- und Pflanzenwelt bis hin zum Wirken der Menschen ein Panorama über das Zusammenspiel vielfältiger Faktoren zeichnet.

Eine Doktorarbeit mit dem Titel „Der Naumburger Meister in der deutschen Kunstgeschichte“ aus dem Jahr 2009 an der Ludwig-Maximilians-Universität München gibt Details zum Dom und zu den Stifterfiguren.

Die deutschen Weltkulturerbestätten

(06.07.2018)