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Neuer Verein will die biologische Vielfalt auf Friedhöfen stärken und den Einsatz heimischer Grabsteine fördern

Friedhöfe sind Lebensräume für Tiere und Pflanzen und auch ein Ort für den Mensch.

Die Anregung zur Gründung von „Biodiversität auf Friedhöfen e.V.“ ging von Fair Stone aus

Biodiversität auf Friedhöfen e.V. ist der Name eines im Juli 2018 gegründeten Vereins, der sich für mehr Vielfalt von Flora und Fauna auf Begräbnisstätten stark macht. Steinmetze und Firmen der Steinbranche sind ausdrücklich zum Mittun aufgefordert, denn: „Aus ökologischen und kulturellen Gründen (sollten) vor allem Grabsteine aus der Heimat gewählt werden“, heißt es im Gründungsprotokoll. Und: bei importierten Steinen sollte zumindest deren faire Herkunft zertifiziert sein,.

Die Anregung ging von Fair Stone aus, das nicht nur die Arbeitsbedingungen in den Lieferländern verbessern will, sondern sich insgesamt für die Verwendung von Naturstein stark macht. So hatte es zum Anfang dieses Jahres eine Pressekonferenz in Berlin gegeben, an der auch Reiner Krug vom Deutschen Natursteinverband (DNV) als Präsentator der heimischen Steine teilnahm.

Ökologie könnte für den Friedhof ein Überlebensthema sein: Beim Friedhofskulturkongress auf der Stone+tec 2018 hatten die Referenten betont, dass Begräbnisstätten der Zukunft „Leuchttürme im Umweltschutz“ sein müssten, also in ihren „grünen“ Maßnahmen weit über das Übliche hinausgehen sollten. Zum Beispiel könnten die kommunalen Verwaltungen regelmäßig Umweltberichte vorlegen, hieß es (Stone-Ideas.com wird berichten).

Als Beispiel für eine lobenswerte Initiative nennen die Gründungsmitglieder des neuen Vereins die Ornithologische Bestandaufnahme, die im Jahr 2017 auf dem Eliasfriedhof in Dresden gemacht worden war. Die Liste der Vögel nennt 20 Arten (ohne Nahrungs- und Wintergäste), die man jedoch bei näherer Betrachtung hierzulande häufig finden kann.

Allerdings: der Eliasfriedhof liegt inmitten einer städtischen Bebauung in der Altstadt, und so war es doch sehr überraschend, dass dort zum Beispiel Bachstelze, Buchfink, Rotkehlchen und Zilpzalp vorkommen. Vermutlich ist der Friedhof für sie eine Insel in einem Terrain, in sie dem eigentlich keine Überlebenschance haben.

Im Gründungsprotokoll des neuen Vereins heißt es dazu: „Es wurde festgelegt, dass die Friedhofsgärtner und Steinmetze sowie ihre Verbände eingeladen sind, dem Verein beizutreten und für jene Friedhöfe, die sie betreuen, Umweltschützer finden, die sich an den lokalen Initiativen beteiligen.“

Für 20 € Jahresgebühr kann jeder Bürger Mitglied im Verein werden, gewerbliche Mitglieder zahlen 100 €.

Verein Biodiversität auf Friedhöfen e.V.

Eliasfriedhof, ehemaliger Friedhof der Frauenkirche Dresden

Autor: Suzanna Multhaupt

(02.08.2018)