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In Lindlar im Land der Bergischen Grauwacke gibt es am 29. September 2018 wieder eine Steinbruchführung

Der Steenkühler Brunnen in Lindlar. Foto: MoSchle / Wikimedia Commons

Regelmäßig gibt es auch Führungen über den Steinhauerpfad oder eine Fossiliensuche

In Lindlar im Bergischen Land etwa 30 km östlich von Köln wird seit über 300 Jahren Grauwacke abgebaut. Die Touristik-Organisation der Stadt mit rund 20.000 Einwohnern nutzt das Potenzial dieses Wirtschaftszweiges und bietet Besuchern Führungen durch die Steinbrüche oder Gelegenheiten zum Fossiliensammeln.

Am 29. September 2018 findet die nächste Steinbruchführung statt.

Thema ist die Arbeit der Steinhauer und auch die damalige und moderne Technik der Steingewinnung. „Wie haben die Menschen es ehemals geschafft, die Bergische Grauwacke aus den Steinbrüchen abzubauen und wie wurde sie dann weiterverarbeitet?“ ist einer der Fragen, auf die zertifizierte Führer Antworten geben. „Tauchen Sie ein in die Welt des Steinhauers und erfahren Sie Wissenswertes rund um sein Leben und Leiden“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Lindlar hat auch einen Steinhauerpfad, der seit 40 Jahren existiert. Er beginnt am Steenkühler Brunnen im Ort und ist 6,2 km lang. Steenkühler kommt von Steinkuhle – das ist ein altes Wort für Steinbruch. Bei den Führungen hier wird unter anderem erklärt, welche Aufgabe den Steinräumern, Steinstößern und Steinkippern in der Gewinnung und Verarbeitung zukam.

Den teils schmalen Steinhauerpfad kann man auch auf eigene Faust erwandern. Zahlreiche Informationstafeln liegen am Weg, sie wurden in den letzten Jahren mit Audiostationen erweitert. Unter den „24 Bergischen Streifzügen“ hat der Steinhauerpfad in Lindlar die Nummer 8.

Bei der Steinbruchführung sind auch die Arbeitsschritte der Verarbeitung ein Thema. Foto: Lindlar-Touristik

Zu den Attraktionen im Freizeitangebot zählt für Gäste und Einheimische auch die Fossiliensuche im Steinbruch. Denn Lindlar lag vor mehr als 300 Millionen Jahren etwa auf der Höhe des Äquators, wo es ein tropisches Meer gab, und viele der Lebewesen mit Kalksteinschalen wurden in den Sand und Schlamm am Meeresboden eingelagert. Der versank in der Tiefe, wurde unter Druck und Hitze zu Stein verbacken und kam viel später als Grauwacke wieder an die Erdoberfläche.

Zahlreiche Sensationsfunde gab es schon, etwa versteinerte Überreste eines Waldes – sie sind das älteste derartige Zeugnis weltweit. Auch Reste von Riesenfarnen hat man schon gefunden.

Die Touristik-Information schreibt zur Wirtschaftsgeschichte der Ortschaft: „Das ,steinreiche Lindlar’ war und ist geprägt von den Gesteinen… Grauwacke, ein graubraunes bis graugrünliches Sedimentgestein, … wird gern zur Herstellung von Bodenplatten, Fenstergewänden, Mauer- und Pflastersteinen genutzt und ist weit bis über die örtlichen Grenzen hinweg bekannt. Zahlreiche historische Gebäude in und um Lindlar sind damit erbaut. Das bekannteste Beispiel ist die St. Severin Kirche im Lindlarer Ortskern.“

Drei aktive Steinbrüche mit 160 Beschäftigten gibt es zurzeit. Firmen sind BGS Vitar, Quirrenbach, Schiffarth und Bergische Grauwacke.

Die nächsten Termine:
29. September 2018: Steinbruchführung
06. Oktober 2018: Steinhauerpfad-Führung
16. Oktober 2018: Fossiliensuche

Lindlar-Touristik

24 Bergische Streifzüge

(13.09.2018)