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Das schwedische Designerpaar Jenni und Andreas Kullaro lässt sich von geologischen Vorgängen inspirieren

Kullaro: „Watchman”.Kullaro: „Watchman”.

Material für die Einrichtungsgegenstände und Möbel ist der schwarze Diabas / Präsentation auf der London Design Fair im schwedischen Pavillon

Sie wollten „diesen Stein auf die nächste Stufe heben”, sagen die schwedischen Designer Jenni und Andreas Kullaro in einem Video auf ihrer Webpage. Gemeint ist damit, dass, nachdem viele Generationen den pechschwarzen Diabas aus einem Steinbruch von Lönsboda für die Bildhauerei oder am Bau verwendet haben, er nun auch im Produktdesign eine Rolle spielen soll. Ihre neuesten Ideen zeigten sie auf der London Design Fair (20.-23. September 2018) im schwedischen Pavillon.

Eine ist die Stehlampe „Wächter”. Hier besteht der Fuß aus Stein und auch der Kopf der Lampe wurde aus dem Diabas ausgehöhlt. Als Lichtquelle dienen LED-Leuchten. Entwickelt wurde das Einrichtungsstück zusammen mit dem deutschen Unternehmen BITSz Electronics GmbH.

Kullaro: „Magic Vei”.Kullaro: „Magic Vei”.

Erstmals gezeigt wurde in London auch der Beistelltisch „Magic Vei”. Wieder ist Diabas das Material für die Tischplatte, wieder dient Metall für den Unterbau des Möbelstücks. Bei genauerem Hinsehen jedoch ist dieses Design arg verstörend, denn durch die Tischplatte zieht sich ein Riss. Der ist mit Hammer und Meißel herbeigeführt; die Bruchstelle wurden danach gebürstet und sandgestrahlt.

Das Designerpaar wollte damit der Entstehungsgeschichte des schwedischen Diabas’ Rechnung zollen: er entstand aus heißem Magma, das von unterirdischen Quellen durch schmale Klüfte an die Oberfläche gepresst wurde, wie in den Pressemitteilungen zu lesen ist.

Das „Vei” im Produktnamen Magic Vei ist die Abkürzung von Volcanic Explosivity Index. Diese Zahl von 1 bis 8 beschreibt – ähnlich wie die Richterskala für Erdbeben – die Stärke eines Vulkanausbruchs.

Kullaro: „Tekton Valley”.Kullaro: „Tekton Ridge”.

Auch bei den Tischen „Tekton Valley” und „Tekton Ridge” haben die Designer geologische Vorgänge aufgegriffen. Hier geht es um die Plattentektonik in der Erdkruste, die tiefe Gräben in den Meeresgrund reißt und gleichzeitig woanders Ketten von Vulkanbergen auftürmt. Auch hier sind die Oberflächen gebürstet und sandgestrahlt.

Kullaro: „Arches of Kullaro”.

Die Vase „Arches of Kullaro” (Die Bögen von Kullaro) hingegen kommt ohne Feuer und Schwefel daher. Wie in der Stehlampe ist hier eine schwarze Metallstruktur mit einem Fuß aus Diabas zusammengebracht. Die beiden Materialien kontrastieren wirkungsvoll (leicht gegen massiv).

Hier hat das Studio Kullaro mit der Designerin Lisa Hilland zusammengearbeitet. Diese sagt: „Die Vase wie eine Skulptur ist schön, egal ob sie das Bouquet eines Floristen enthält oder nur eine Ranke von Efeu aus unserem Garten.”

Kullaro

Fotos: Kullaro

Autor: Peter Becker

Jenni und Andreas Kullaro.

(08.10.2018)