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Beim Erdbeben von Palu in Indonesien verursachte eine Bodenverflüssigung schwere Schäden

Erdbeben von Niigata, Japan 1964. Quelle: Japan National Committee on Earthquake Engineering, Proceedings of the 3rd World Conference in Earthquake Engineering / Wikimedia Commons

Die Erdstöße lösten den Zusammenhalt im Untergrund auf, was sogar Häuser in der Tiefe versinken ließ

Beim Erdbeben am 28. September 2018 mit der Stärke 7,5 in der Region um die Stadt Palu in Indonesien gab es schwere Schäden auch durch Bodenverflüssigung: dort begann der Untergrund plötzlich zu fließen; alles was dort gebaut war, ging im Schlamm unter. Das Phänomen ist lang bekannt und gut verstanden; es kommt auch bei bestimmten Schiffsladungen vor und wird wohl auch in der Bibel beschrieben.

Bodenverflüssigung gibt es nur, wenn der Untergrund zum einen aus Sand besteht und zum anderen mit Wasser gesättigt ist, das Grundwasser also hoch steht. Normalerweise ist es die Reibung zwischen den Sandkörnern, die den Boden so stabil sein lässt, so dass er sogar Gebäude tragen kann.

Zwischen den Sandkörnern befindet sich auch Wasser. Wird nun von oben eine Last auf den Boden gesetzt, muss das Waser diesen Druck kompensieren – normalerweise steigt es nach oben und fließt dort ab.

Man kennt das Phänomen, wenn man im Wattenmeer durch den Schlamm stapft.

Ein Erdbeben aber kann die Situation verändern: seine Stöße setzen den Untergrund extremen Kräften aus – am Ende kann deren Energie nicht mehr über das Wasser abgeführt werden, worauf der Zusammenhalt zwischen den Sandkörnern verloren geht.

Dann wird der Sand lose und kann zu fließen beginnen.

Das Zeitraffer-Video zeigt, wie in Palu die Erde in Bewegung gerät und wie Bauwerke an der Oberfläche plötzlich im Untergrund verschwinden.

Das Phänomen der Bodenverflüssigung wurde in Kalifornien im Jahr 1918 anlässlich der Probleme mit dem Calaveras Damm untersucht. Auch bei den Erdbeben im Jahr 1964 im japanischen Niigata und in Alaska gab es das Naturphänomen. Auch bei den Beben in Christchurch, Neuseeland im Jahr 2011 wurden dadurch große Schäden angerichtet.

Dasselbe Phänomen kann auch bei Frachtschiffen auftauchen, wenn diese Erze oder Sand geladen haben. Die International Maritime Organization hat deshalb Vorschriften erlassen, wie hoch der Anteil von Wasser in solcher Fracht maximal sein darf.

Ein ähnliches Phänomen steckt hinter dem Treibsand. Er wurde in Filmen und Abenteuergeschichten aus den 1960ern zu einer überall außerhalb der Zivilisation lauernden Gefahr aufgeblasen.

Zu extreme starker Bodenverflüssigung kam es während eines der Beben in Christchurch im Jahr 2011. Quelle: Martin Luff / Wikimedia Commons

Bei einer Bodenverflüssigung kann auch Sand aus dem Untergrund wie in einem Brunnen an die Oberfläche hochgepresst werden.

Vielleicht wird das Phänomen sogar in der Bibel beschrieben. Im 4. Buch Moses 16 wird von Korah berichtet, der zusammen mit 250 Anhängern sich gegen Moses’ Führerschaft auflehnt. Korah beklagt, dass Moses die Israeliten aus den gar nicht so schlechten Lebensumständen in Ägypten in das Elend und die Not in der Wüste geführt habe.

Das Ende der Rebellion liest sich in der Lutherbibel von 1912 folgendermaßen: „Und als er (Moses) diese Worte hatte alle ausgeredet, zerriss die Erde unter ihnen und tat ihren Mund auf und verschlang sie (die Rebellen) mit ihren Häusern, mit allen Menschen, die bei Korah waren, und mit aller ihrer Habe; und sie fuhren hinunter lebendig in die Hölle mit allem, was sie hatten, und die Erde deckte sie zu, und kamen um aus der Gemeinde.“

Reuters

US Geological Survey

Website aus Christchurch, Neuseeland

Video

Autorin: Alexandra Becker

(09.10.2018)