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Erforschung des Himalayas mit Methoden der Planetengeologie

Das Foto eines Tempels im Nubratal im indischen Ladakh gibt einen Eindruck von der Höhe und den steilen Hängen in diesem Teil des Himalayas. Foto: Wendy Bohon

Wissenschaftler nutzen den Erdbeobachtungssatelliten Terra, um die Gesteinsstruktur in abgelegenen Gebieten zu erkennen

Das Himalaya zählt zu den jüngsten und spektakulärsten Gebirgen der Erde. Jedoch ist über die Geologie von bestimmten schwer zugänglichen Regionen kaum etwas bekannt. Nun haben Forscher solche Zonen mit Methoden untersucht, die ursprünglich für die Planetengeologie auf dem Mars entwickelt wurden.

„Die Steinsorten dort sind ein wichtiges Teilstück des tektonischen Puzzles und helfen dabei zu verstehen, wie das Gebirge entstanden ist“, sagt Dr. Wendy Bohon.

Bohon und ihre Kollegen arbeiteten mit Wissenschaftlern der Mars Space Flight Facility an der Arizona State University zusammen. Sie benutzten Daten des Erdbeobachtungsatelliten Terra auf diejenige Art und Weise, wie die Kollegen aus Arizona die Daten des Marssatelliten Odyssee auswerteten.

Grundlage dieser Art von Fernerkundung ist, dass jedes Gestein, das Licht reflektiert, dies in einem bestimmten Spektralbereich tut. Dieser Bereich entspricht exakt der Minerale, aus denen das Gestein besteht.

Um nun die verschiedenen Gesteinsarten leicht zu unterscheiden, transformierten die Forscher die Signale in Rot/Grün/Blau-Bilder, die die gewünschten Informationen lieferten.

Zur Kontrolle wurden Steine von zugänglichen Stellen entnommen und mit den Satellitendaten abgeglichen.

Erste Erkenntnisse aus den Farbkarten sind: es zeigten sich „Nahtzonen, bei denen es sich um ehemaligen Meeresboden handelt, der beim Zusammenstoß des heutigen Indiens und Eurasiens in die Höhe gedrückt wurde und an die Oberfläche kam; es gibt leichte Unterschiede in den granitischen Bergen, aus denen sich Hinweise auf deren Entstehung ableiten lassen.

Auch zeigte sich die Schnittlinie zweier gewaltiger Verwerfungszonen, des Karakorums and der Longmu Co Faults. „Mehr dazu zu wissen ist wichtig, um den Zusammenstoß zwischen Himalaya und Tibet zu verstehen“, so Bohon.

Die Forschungsergebnisse wurden auf der Webpage der Geological Society of America veröffentlicht.

(21.10.2018)