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Belgien geht mit seinen „Botschaftern des heimischen Steins“ in die 2. Runde

Die „7 neuen Botschafter des heimischen Steins“ bei der Präsentation im September 2018.

Architekten und Künstler lassen sich in die Kampagnen des Natursteinverbands einspannen und gewinnen dafür im Gegenzug Popularität

Latest news: Arbeiten der „Botschafter des heimischen Steins“ sind noch bis zum 11. Januar 2018 im Espace de Wallonie in Eupen zu sehen.
 

Seit 2 Jahren macht der belgische Natursteinverband Pierres et Marbres de Wallonie seine Öffentlichkeitsarbeit mit so genannten „Ambassadeurs de la Pierre locale“ (Botschafter des lokalen Steins). Es sind Architekten oder Bauingenieure, Landschaftsplaner oder Gärtner sowie Künstler, die allesamt bei ihren Arbeiten ein Faible für die Steine des Landes gezeigt haben. Die Botschafter erlauben dem Verband, ihre Namen bei seinem Marketing zu verwenden, umgekehrt bekommen sie dadurch öffentliche Aufmerksamkeit für ihre Arbeiten.

2017 waren die ersten 3 Botschafter(innen) benannt worden. Eine war die Künstlerin Florence Fréson, die unter anderem mit der Gruppe „Lithos“ Musik auf Instrumenten aus Stein macht. Neben ihr hatten auch Architekt und Bauingenieur Daniel Dethier und Landschaftsarchitekt Serge Delsemme für ein Jahr die Botschafterrolle übernommen.

Eine der Aktivitäten war die Präsentation der heimischen Steine als „Juwelen der Natur“ gewesen, wo jeder der Botschafter in einem kurzen Interview zu Wort kam.

Im Juni 2018 ging die Initiative in die 2. Runde, diesmal schon mit 7 Botschaftern. Sie wurden bei einem Pressetermin im Sandstein-Steinbruch Waimes der Firma Tra-Ge-Co der Öffentlichkeit vorgestellt. Es sind:
* Steinmetzin Sandrine Brasseur,
* Künstlerin Anne-Marie Klenes,
* Künstlerin und „Schieferfrau“ Anne Jones,
* Künstler Lambert Rocour
* sowie die Architekten Norbert Nelles, Éric Grondal und Jean-François Crahay.

Verbandspräsident Pierre Dethier bei der Präsentation im Steinbruch von Ra-Ge-Co.

Die Botschafter-Initiative steht in Zusammenhang mit weiteren Marketingmaßnahmen, die der Verband in den letzten Jahren realisiert hat. Eine davon war „Pierre Locale“ („Heimischer Stein“), die eine Aktion der Holzbranche aufgriff. Beide Branchen arbeiten nun zusammen mit dem Ziel, das Augenmerk des Verbrauchers weg von billigen Importen zu lenken. Schlagwort der Kampagne ist „Notre sous-sol a du bon“ (Unser Untergrund hat Gutes).

Dabei will man nicht die Importe schlecht machen. Vielmehr geht es darum, die Vorzüge der heimischen Materialien herauszustellen. Dazu gehören die bessere CO2-Bilanz aufgrund kürzerer Transportwege genauso wie der Appel an das Nationalgefühl.

Eine andere Initiative ist „Objectif Blue Stone“ („Ziel Blaustein“, OBS), die mit Förderung der EU den heimischen Pierre Bleue fördern will. Das ist ein Kalkstein, der ehemals unter dem Namen „Petit Granit“ vermarktet wurde.

Der Verband Pierres et Marbres de Wallonie zählt 29 Mitglieder mit 36 Steinbrüchen. Deren Umsätze werden derzeit auf jährlich insgesamt 100 Millionen € geschätzt. Die Branche bietet rund 800 direkte und 2400 indirekte Arbeitsplätze.

Wallonien ist der südliche Teil Belgiens, hat laut Wikipedia rund 3,6 Millionen Einwohner und etwa eine Fläche wie Paris mitsamt der Metropolregion [metropolitan area]. Etwa 15 Natursteinsorten werden dort abgebaut.

Belgien zählt seit Jahren zu den Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Verbrauch an Naturstein. 2017 lag es wie schon im Vorjahr weltweit an 3. Stelle hinter der Schweiz und Saudi-Arabien, wie es im Statistik-Jahrbuch von Dr. Carlo Montani („XXIX World Marble and Stones Report 2018“, Aldus Edizioni, Carrara) heißt.

Die Messe Marmomac in Verona hatte in ihren Vorab-Pressemitteilungen zur Ausgabe 2018 angekündigt, ebenfalls „ein Netzwerk an Botschaftern für Marmor“ ins Leben rufen zu wollen.

Pierres et Marbres de Wallonie

XXIX World Marble und Stones Report 2018“

Fotos: Pierres et Marbres de Wallonie

Autor: Marcelo de Oliveira

Der Steinbruch Waimes von Tra-Ge-Co. Foto: Firma