www.stone-ideas.com

Dr. Carlo Montani sagt der Steinbranche für die Jahre bis 2025 ein anhaltendes Wachstum voraus

Dr. Carlo Montani (links). Rechts neben ihm Daniele Canali, Verlagschef von Aldus Casa di Edizioni.

Seine Kritik: zu viel Abfall, zu wenig Marketing / Montani empfiehlt, Naturstein als Material des Friedens zu propagieren

Dr. Carlo Montani sieht die Aussichten für die Natursteinbranche in den kommenden Jahren sehr positiv: ausgehend von einem Anstieg des internationalen Handels mit Stein-Produkten von 2016 auf 2017 um +8,3%, sagt er für den Zeitraum von 2020 bis 2025 ein jährliches Wachstum um +4,0% voraus. Damit würde die Summe des internationalen Austauschs von knapp 58 Millionen t (2017) auf gut 65 Millionen t (2020) und auf gut 79 Millionen t (2025) steigen.

Quelle: „XXIX Rapparto marmo e pietre nel mundo 2018 / XXIX Report Marble and Stones in the World 2018“.

Nachzulesen sind diese Daten im Statistikjahrbuch „XXIV Rapporto marmo e pietre nel Mundo 2018 / XXIX marble and stones in the world report 2018“, das der Altmeister der Zahlen für die Steinbranche wieder auf der Marmomac (26.-29. September 2018) vorstellte.

Es ist die 29. Ausgabe dieser Sammlung von rund 25.000 Daten, und also verfügt Montani inzwischen über Erkenntnisse aus fast 3 Jahrzehnten Beobachtung der Branche. Insofern kann man seinen Analysen Glauben schenken, zum Beispiel wenn er konstatiert, dass die Steinbranche mit ihrem prozentualen Wachstum in der Vergangenheit kontinuierlich über dem der gesamten Weltwirtschaft gelegen habe und dass sie sogar durch die großen Krisen der jüngeren Vergangenheit besser hindurchgekommen sei als andere Zweige der Wirtschaft.

Naturstein sei halt ein ganz besonderes Material, pflegt Montani bei seiner jährlichen Pressekonferenz in die vielen Zahlenkolonnen einzuflechten, um danach gleich Kopfnüsse an die Branche zu verteilen: zum Beispiel weil sie in der Gewinnung und Verarbeitung ihres Materials sehr viel Abfall produziere und weil sie mit der Verwertung dieser Reststoffe nicht recht vorankomme.

Genauso verlangt er gebetsmühlenartig, dass die Branche mehr für ihr Marketing tun müsse.

In diesem Jahr flocht er eine politische Bemerkung in seine Darlegungen ein: weltweit erreiche die Militärwirtschaft einen Umsatz von rund 1700 Milliarden US-$ pro Jahr, sagte er und stellte dem die Natursteinbranche mit ihren etwa 40 Milliarden US-$ gegenüber – und trotz dieser vergleichsweise geringen Summe trage Naturstein jedoch wirkungsvoll zum Frieden bei, indem er „die internationale Zusammenarbeit fördert“, lautete seine Erkenntnis. „Stein ist seit alters her ein Material des Friedens.“

Quelle: „XXIX Rapparto marmo e pietre nel mundo 2018 / XXIX Report Marble and Stones in the World 2018“.Quelle: „XXIX Rapparto marmo e pietre nel mundo 2018 / XXIX Report Marble and Stones in the World 2018“.

Zwei Tabellen wollen wir herausgreifen: die obere behandelt die Rolle, die einzelne Länder im Export spielen (Anteile am Weltexport nach Wert); die untere betrachtet den Wert pro Tonne, den die Beteiligten (mit Endprodukten) dabei erzielten.

Nur eine Betrachtung: nach Anteil machte die Türkei seit 2001 einen gewaltigen Sprung nach vorne, Italien hingegen musste einen starken Rückgang hinnehmen. Jedoch weiterhin nach erzieltem Wert pro Tonne (Zahlen von 2016 und 2017) lagen Italiens Firmen mit ihrem „Made in Italy“ nach wie vor souverän an der Spitze.

Die Türkei hingegen bleibt deutlich hinter China und auch hinter Indien zurück.

Und Brasilien ist bei den Gesamtexporten inzwischen abgeschlagen, jedoch behauptet es sich bei den erzielten Preisen tapfer im Mittelfeld.

Generell geht Montani davon aus, dass Indien und die Türkei in den kommenden Jahren in ihrer Bedeutung auf dem Weltmarkt zu China aufschließen werden. Deshalb im Folgenden die Tabellen, die die Entwicklung der beiden Länder einzeln darstellen:

Quelle: „XXIX Rapparto marmo e pietre nel mundo 2018 / XXIX Report Marble and Stones in the World 2018“.Quelle: „XXIX Rapparto marmo e pietre nel mundo 2018 / XXIX Report Marble and Stones in the World 2018“.

Wie üblich gibt es in dem Buch zahlreiche Tabellen zu einzelnen Ländern. Montani empfahl bei der Pressekonferenz, den Blick unter anderem auf Mazedonien, Palästina oder Thailand zu richten.

Ganz unten eine Tabelle über die Weltproduktion der Natursteinbranche seit 1926. Interessant zu sehen ist auch, wie sich seitdem die Verteilung zwischen Kalkgestein, Silikaten und anderen Sorten verschoben hat.

Das Buch „XXIX Rapparto marmo e pietre nel mundo 2018 / XXIX Report Marble and Stones in the World 2018“ ist zweisprachig (Italienisch und Englisch), hat gut 260 Seiten und ist bei Aldus Casa di Edizioni, Carrara erschienen.

Es kann für 30 € als pdf von der Webpage des Verlages heruntergeladen werden.

Aldus Casa di Edizioni

Quelle: „XXIX Rapparto marmo e pietre nel mundo 2018 / XXIX Report Marble and Stones in the World 2018“.

Autor: Peter Becker

(16.11.2018)