www.stone-ideas.com

Künstlicher Boden vom Mars hilft Forschern auf der Erde, künftige Aufenthalte auf dem Roten Planeten zu planen

Der Canyon Valles Marineris, der entlang des Äquators auf dem Mars verläuft. Er ist 4500 km lang, 200 km breit und 11 km tief und damit 10mal länger, 7mal breiter und 7mal tiefer als der Grand Canyon in Arizona. Quelle: NASA / JPL-Caltech / USGS / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>

Update: Wissenschaftler der TU Berlin fertigen erstmals Keramiken aus simuliertem Marsboden
 

Die University of Central Florida verkauft derzeit solchen Fake-Staub vom Himmelskörper für 20 US-$ pro kg plus Transport

Die University of Central Florida verkauft falschen Marsstaub zum Preis von 20 US-$ pro kg plus Transport. Bei dem Material handelt es sich um einen so genannte Nachahmer (simulant), den ein Team von UCF-Astrophysikern zusammengemixt hat. Ausgangspunkt war die Analyse der Proben von Marsboden, die der Rover Curiosity eingesammelt hat.

Die Nachfrage nach solchen Nachahmern kommt von Organisationen oder Firmen, die sich mit Planungen für Besuche auf dem Mond, auf Planeten oder auf Asteroiden beschäftigen. Das unechte Material soll dabei helfen, die Umstände für einen Landung oder einen Aufenthalt dort durchzuspielen.

So hat die Nasa ein Programm, mit dem in den 2030ern Menschen zum Roten Planten fliegen sollen.

Die NASA ist nicht allein bei solchen Aktivitäten. Der Milliardär Elon Musk, Gründer von SpaceX und der Autofirma Tesla, verfolgt ähnliche Pläne. Von der niederländischen Non-Profi-Organisation Mars One gibt es Ideen, Freiwillige zur Kolonialisierung auf den Mars zu schicken, dies ohne Ticket für einen Rückflug.

Um den Planeten nachhaltig zu besiedeln, müssten Astronauten sich das Notendige dort beschaffen. Ein Transport von der Erde wäre viel zu teuer. Die wichtigste Frage dreht sich dabei um die Ernährung der Kolonisten. Das Thema wurde bereits im Film „Der Marsianer“ im Jahr 2015 durchgespielt.

Nachgeahmter Marsboden, wie ihn die University of Central Florida verkauft. Foto: UCF

Forscher der University of Central Florida und der NASA sind nun dabei, sich Gedanken über die Gewinnung von Metallen aus dem Marsboden zu machen. Daraus könnten man mit 3D-Druckern Wohngebäude, Apparaturen oder Ersatzteile für Raumschiffe herstellen.

Es geht dabei um die Elektrolyse von geschmolzenem Regolith, die man sich ähnlich der Gewinnung von Metallen aus irdischen Erzen vorstellen kann. Der Marsboden, Regolith genannt, würde dabei in eine Kammer gegeben und auf fast 1650 Grad Celsius erhitzt. Die Elektrolyse würde die Metallschmelze von dem Sauerstoff drin trennen – beide Substanzen wären von zentraler Bedeutung für ein Überleben von Menschen auf dem Mars.

Andere Forscher wollen Simulant von Asteroiden einsetzen, um den Bergbau auf solchen Himmelskörpern zu planen.

Quelle: University of Central Florida (1, 2, 3)

(18.11.2018)