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Von 2020 an könnten die Überseetransporte von Naturstein teurer werden

Was bedeuten die neuen IMO-Regeln für den internationalen Containertransport per Schiff? Foto: Mgunn / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commons</a>

Die International Maritime Organization (IMO) hat festgelegt, dass der Schwefelanteil im Treibstoff deutlich reduziert werden muss

In den Übersee-Transport mit Containerschiffen kommt wieder einmal Bewegung, und das könnte auch Auswirkungen auf die Natursteinbranche haben: Die International Maritime Organization (IMO) hat festgelegt, dass von 2020 an alle Schiffe ihren Schadstoffausstoß reduzieren müssen. Das heißt in der Praxis, dass der Schwefelanteil im Treibstoff nur noch 0,5% betragen darf. Bisland sind es 3,5%.

Für die Schifffahrt in küstennahen Bereichen (Sulphur Emission Controlled Areas, SECA) gelten schon länger noch niedrigere Grenzwerte. Die neue Reduzierung regelt aber auch die 200-Meilen-Zonen und damit den Überseeverkehr.

Die neuen Regeln stellen für die Reeder technisch kein unlösbares Problem dar. Jedoch laufen sie auf Kostensteigerungen hinaus. Damit könnte insgesamt eine Ära in der Schifffahrt zu Ende gehen: denn wie die Royal Academy of Engineering in einer Studie über alternative Antriebe festgestellt hat, drehte sich seit den 60ern und 70ern alles allein um Billig-Transporte.

Üblicherweise fahren Hochseeschiffe heutzutage mit einer Mischung aus dem üblichen Diesel und einem Schweröl. Das Schweröl ist ein Abfallprodukt aus den Raffinerien und enthält viel Schwefel. Der führt zu Saurem Regen.

Eine Alternative dazu ist der so genannte Marinediesel. Er enthält weitaus weniger Schadstoffe, ist jedoch deutlich teurer.

Eine andere Möglichkeit sind so genannte Scrubber. Sie werden in die Schornsteine eingehängt und filtern die Schadstoffe aus den Abgasen. Ihre Anschaffungskosten würden sich schon nach wenigen Jahren amortisieren. Allerdings ist fraglich, ab die weltweite Handelsflotte innerhalb von 2 Jahren damit ausgerüstet werden kann.

Zu den alternativen Treibstoffen zählt auch verflüssigtes Erdgas. Auch es ist teurer als das heute übliche Antriebsöl. Zudem gibt es nur in wenigen Häfen Terminals, wo die Kapitäne es tanken können.Container Shipping

Langfristig könnte die Brennstoffzelle eine Möglichkeit sein. Bisher jedoch befindet sie sich lediglich im Versuchsstadium. In Test laufen bisher nur kleine Einheiten, die immerhin den Bordstrom etwa für die Klimaanlagen oder die Elektrik liefern.

Wir haben bei der weltweit größten Reederei für Containerschiffe, dem dänischen Maersk-Konzern, nachgefragt. Dort heißt es: einen Teil seiner Schiffe will das Unternehmen mit einer neuen Scrubber-Technologie ausrüsten, „wir glauben aber, dass die beste Lösung in besseren Kraftstoffen liegt.“

Der Konzern habe kürzlich einen Vertrag mit einer niederländischen Raffinierie geschlossen, die schon ca 20% des weltweiten Bedarfs von Maersk für verbesserte Dieselöle liefern wird. Und: „Wir suchen weitere Lieferanten.“

International Maritime Organization, Marpol Anex IV

Royal Academy of Engineering

Autor: Peter Becker

(23.11.2018)