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Neue Dauerausstellung „Bernstein“ im Geowissenschaftlichen Museum der Universität Göttingen

Bernstein, wie man ihn an den Stränden der Ostsee findet. Foto: Sinikov / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commonsa>

Einblick in die Funde in dem urzeitlichen Baumharz und Überblick über die weltweit wichtigsten Vorkommen

Bernstein ist seit Jahrtausenden in Alltag, Kunst und Forschung begehrt. Warum das so ist, zeigt die neue Ausstellung „Bernstein“ im Geowissenschaftlichen Museum der Universität Göttingen. Sie präsentiert unter anderem bedeutende Bestände der „Königsberger Bernsteinsammlung“, die nach mehr als 70 Jahren erstmals im Rahmen der Sonntagsspaziergänge jeden Sonntag von 10 bis 16 Uhr an der Goldschmidtstraße 3 zu sehen sind.

Die Bernsteinsammlung aus Königsberg (heute Kaliningrad) wurde 1944 nach Niedersachsen evakuiert; sie gehörte zum Bestand der Albertus-Universität Königsberg, die partnerschaftlich mit der Universität Göttingen verbunden war. Eingelagert im Kaliwerk Volpriehausen und in britischen Kunstgutlagern konnte der gerettete Bestand im Jahr 1958 der Göttinger Universität übergeben werden. „Neben einzigartigen Einschlüssen befinden sich in diesem Sammlungsteil bedeutende ur- und frühgeschichtliche sowie jüngere archäologische Funde, auch Bernsteinkunsthandwerk aus verschiedenen Jahrhunderten“, so der Kustos des Museums, Dr. Alexander Gehler.

Armreif aus Bernstein mit verschiedenen Farben. Raulfj / <a href="https://commons.wikimedia.org/"target="_blank">Wikimedia Commonsa>

Seit dem 18. Jahrhundert wird in Göttingen Bernstein gesammelt. Bekanntlich handelt es sich nicht wirklich um ein Gestein, sondern um ein urzeitliches Baumharz. Die ersten Bestände gehen auf Johann Friedrich Blumenbach (1752 bis 1840) zurück, der damals das Akademische Museum beaufsichtigte.

In den vergangenen zwei Jahrhunderten entwickelte sich darüber hinaus die paläontologische Bernsteinforschung. „Wir kennen eine Reihe bedeutender Bernsteinlagerstätten, die bis auf den Beginn der Triaszeit vor rund 250 Millionen Jahren zurückgehen,“ erklärt Gehler. Die in diesen Bernsteinen erhaltenen Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere ermöglichen Einblicke in Ökosysteme längst vergangener Epochen der Erdgeschichte.

Kamelhalsfliege (Raphidioptera) in Baltischem Bernstein (ca. 45 Mio. Jahre alt). Foto: Universität Göttingen / Gerhard Hundertmark

Der Schwerpunkt der heutigen Göttinger Bestände liegt auf dem rund 45 Millionen Jahre alten Baltischen Bernstein.

Neben Einblicken in die Lebenswelt des Baltischen Bernsteins vermittelt die Ausstellung einen Überblick über die wichtigsten weltweiten Bernsteinvorkommen. Besucher erfahren zudem anhand von Originalen, wie Bernstein in der Kunst- und Kulturgeschichte verwendet wurde.

Quelle: Universität Göttingen, Geowissenschaftliches Museum

(20.12.2018)