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In Frankreich warnt der neue Verband der „Ökologischen Steinmetze“ vor angeblichen Gefahren durch Quarz-Kompositmaterialien

Association des Marbriers Ecologiques de France, AMEF.

Aufgegriffen werden die alten Anschuldigungen, das solche Kunststeine gefährlich in der Benutzung und bei der Bearbeitung seien

„Unser Verband setzt sich für Sie ein“ („Notre association s’engage pour vous“) heißt es auf der Website des im Juni 2018 gegründeten Vereins der ökologischen Steinmetze Frankreichs (Association des Marbriers Ecologiques de France, AMEF). Die Mitglieder verpflichten sich, nur solche Küchenarbeitsplatten zu verkaufen und zu bearbeiten, die aus Frankreich stammen, aus natürlichen Materialien bestehen und aus denen sowohl bei der Bearbeitung als auch später in einer Küche keine gefährlichen Stoffe freigesetzt wurden.

Die Fachzeitschrift Pierre Actual hatte in ihrem Leitartikel in der November-Ausgabe 2018 kurz darüber berichtet.

Der Hintergrund ist: Philippe Ledrans, Chef der Marbrerie des Yvelines (MDY) in Versailles und Initiator des neuen Verbands, hatte vor einer Weile bei einem wissenschaftlichen Institut verschiedene Quarz-Kompositmaterialien auf ihre Inhaltsstoffe untersuchen lassen.

Herausgekommen war dabei Bedenkliches: einige Proben zeigten extreme Werte an Problemstoffen, darunter das giftige Cadmium. Werte deutlich über dem erlaubten Grenzwert gab es auch bei Zink und Kupfer.

Die Hersteller solcher Materialien waren gegen die Anschuldigungen vor Gericht gezogen. Die Richter hatten Philippe Ledrans untersagt, seine Behauptungen weiter zu publizieren. Jedoch war kein Urteil darüber gefällt worden, ob die Schadstoffe in den Materialien nun zu finden wären oder nicht.

Stone-Ideas-com hatte bei den betroffenen Herstellern Statements eingeholt, in denen sie die Anschuldigungen schriftlich zurückwiesen (siehe Link unten).

Nun also die Gründung der Marbriers Ecologiques. In einem Fernsehbericht auf der Webpage des Verbands mit 5 Gründungsmitgliedern werden die alten Anschuldigungen von neuem erhoben. Unter anderem heißt es, beim Bearbeiten dieser Materialien wären Steinmetze der Silikose-Gefahr (Staublunge) ausgesetzt. Dies deshalb, weil diese Kunststeine einen erheblich höheren Anteil an Quarz hätten als etwa der übliche Granit.

Verlinkt sind auf der AMEF-Startseite Berichte etwa der New York Times oder von El País über Silikose-Fälle in Israel und Spanien.

Auch ein Bericht des Fernsehsenders RT France ist eingestellt. RT France ist der französische Ableger des russischen Nachrichten-Networks RT, das laut Wikipedia vom der Regierung in Moskau bezahlt wird.

Und noch zu einem ganz anderen Thema gibt es einen Link zu einem Fernsehbericht: darin heißt es, dass der Marmor aus Carrara in immer größeren Mengen und immer billiger nach China verkauft wird, und dass die ganze Gegend in Italien unter dem Steinstaub leidet.

Wir merken zur Debatte um den hohen Quarzanteil in Kompositmaterialien an: auch der Naturstein Quarzit besteht zu nahezu 100% aus Quarz. Schon lange sind solche Materialien auf dem Markt, zum Beispiel der Azul Bahia aus Brasilien.

Association des Marbriers Ecologiques de France, AMEF (französisch)

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(07.01.2019)