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Brexit: „Aktuell vorgezogene Bestellungen, auf lange Sicht höhere Frachtkosten sowie längere Lieferzeiten“

Stephan Bohlinger, bei König zuständig für Finanzen.

Interview mit Stephan Bohlinger von der deutschen Werkzeug- und Maschinenfirma König zu den Folgen des britischen Austritts aus der EU

Die deutsche Firma J. König GmbH & Co – Werkzeugfabrik, Steinindustrie- und Handwerkerbedarf – mit Sitz in Karlsruhe besteht seit knapp 90 Jahren und wird inzwischen in der 4. Generation als Familienunternehmen mit über 130 Mitarbeitern geführt. Sie hat Kooperationspartner weltweit. Peter Becker von Stone-Ideas.com hat mit Stephan Bohlinger über die Auswirkungen des Brexit’ gesprochen. Bohlinger ist bei König zuständig für Finanzen.
 

Stone-Ideas.com: Wenn wir die Frage „Deal-No Deal“ mal beiseite lassen: was würde der Brexit für Ihren Handel mit Großbritannien bedeuten?

Stephan Bohlinger: Er würde ihn auf jeden Fall erschweren. Durch den zusätzlichen Bearbeitungsaufwand für die Ausfuhr in ein künftiges „Drittland“, außerhalb der EU, würden erhöhte Fracht- und Transportkosten für Kunden entstehen. Die Lieferzeiten würden sich verlängern. Gegebenenfalls könnten Zölle und/oder Ausuhrabgaben die Waren in Großbritannien weiter verteuern. Das Wachstumspotenzial würde schlechter werden.
 

Stone-Ideas.com: Es wird gesagt, dass nach einem Brexit die britischen Häfen die ganze Verzollung gar nicht erledigen könnten und es endlose Warteschlagen geben würde. Wäre das relevant für Ihre Lieferungen?

Stephan Bohlinger: Wir haben einen Hauptkunden in Großbritannien, unseren Distributionspartner. Dieser hat uns bereits zum Jahresbeginn eine Großbestellung erteilt, um einen „Puffer-Bestand“ im Fall von Lieferengpässen aufzubauen. Die Auslieferung dieser Waren erfolgt vor Ende März 2019.
 

Stone-Ideas.com: Angenommen, das Pfund Sterling fällt weiter – könnten Sie die zwangsläufige Verteuerung Ihrer Waren in Großbritannien auffangen?

Stephan Bohlinger: Nein, das würden wir nicht tun. Wir gehen allerdings davon aus, dass, wenn der Brexit wirtschaftlichen Schaden verursacht, dies sowohl das Britische Pfund als auch den Euro schwächen wird.
 

Stone-Ideas.com: Welche Rolle hat Großbritannien bislang für Sie gespielt?

Stephan Bohlinger: Großbritannien war für uns bislang kein kritischer Absatzmarkt. Aber wir möchten unseren Marktanteil dort gerne weiter ausbauen. Der Brexit käme uns da nicht entgegen, wie schon gesagt.
 

J. König GmbH & Co

Fotos: König

Logo von J. König GmbH & Co Werkzeugfabrik,
Steinindustrie- und Handwerkerbedarf.Das Logistikcenter von König in Karlsruhe.Das Logistikcenter von König in Karlsruhe.

(12.02.2019)